Kunden und die Regeln des Gewinnspiels

So nach längerer Pause – das Ostergeschäft – geht es hier auch wieder weiter.  Heute geht es mal wieder um ein Gewinnspiel und dessen Regeln.

 

Es gab bei uns mal das Spiel „BINGO“. Man bekommt eine Karte mit 5 Spalten ( „B“, „I“, „N“, „G“ und „O“)n und darunter 5 Zahlen. Täglich werden Zahlen gezogen, die man vergleichen muss und wenn man 5 Zahlen waagerecht, senkrecht oder diagonal hat, hat man BINGO und somit gewonnen. Diese Karten gaben bei uns die Kassierinnen aus und zwar ab einem Einkaufswert von 10 Euro und auch pro Bon nur eine Karten. Also mit anderen Worten:

Bon über 45,97€ = 1 Bingo-Los

Bon über 325, 88€ = 1 Bingo-Los

Bon über 7,72€ = KEIN Bingo-Los!!!!

 

Ich hatte also an meiner Kasse eine Frau mit ihrem Kind stehen, welche kaum Deutsch konnte (dem Akzent nach zu urteilen kam sie aus einem Land, welches östlich von Deutschland liegt und kein direkter Nachbar ist) und kauft 4 Artikel für 7,72€. Ich gebe ihr KEIN BINGO-Los mit, denn sie hat ja nicht für 10 Euro eingekauft.

 

Sie geht mit ihrem Kind zu ihrem Mann, der 3 Meter neben meiner Kasse gewartet hat und spricht mit ihm in ihrer Muttersprache. Daraufhin kommt er auf mich zu und meint:

„Du geben BINGO-Los“

Ich: „Tut mir leid, ich kann ihnen kein Los geben, das sie nicht für 10 Euro eingekauft haben!“

Mann: „Du mir geben Los!“

Ich: „Tut mir leid. Sie müssen für mindestens 10 Euro einkaufen, um ein Los zu bekommen!“

Mann: „Ich gekauft 10 Euro. Du geben Los“

Ich : (drucke den Bon nochmals ausgedruckt): “ Sie haben nur für 7,72€ eingekauft. Das Los gibt es erst ab 10 Euro. Tut mir leid“.

Mann: „Ich sprechen Chef“.

Ich:“Kein Problem“.

3 Meter weiter lief gerade unser stellvertretender Marktleiter Herr Ruhe lang, den ich zu mir rief und ihm kurz die Situation erklärte.

Mann: “ Frau geben mir sofort Los“

Herr Ruhe (Nimmt das Paar zur Seite) und erklärt in ruhigem Ton, was ich schon erklärt habe. Es gibt KEIN BINGO-Los, weil nicht für 10 Euro eingekauft wurde.

Mann fängt an rumzubrüllen: „Ich will haben meine Los“

Herr Ruhe….erklärt nochmals ruhig und höflich.

Mann brüllt noch lauter und erste Schimpfwörter mischen sich darunter so nach dem Motte: Hure an Kasse geben mir sofort Los!

Unsere Securitiy kommt mit 3 Mann in den Eingangsbereicht und stellt sich zu dem Paar und Herrn Ruhe.

Mann…wird noch ausfallender und fängt an mit rechtsradikalen Äußerungen um sich zu schmeissen, die ich jetzt NICHT wiedergeben werde!

Herr Ruhe bittet den Mann das Geschäft sofort zu verlassen und erteilt Hausverbot.

Mann brüllt so laut mit Schimpfwörtern und mit rechtsradikalen Äußerungen druch den Laden, das man fast am anderen Ende jedes Wort versteht und er will selbstverständlich SEIN Los haben.

Secruity begleitet die 3 Gestalten dann nach draußen und sorgt dafür, dass sie unser Gelände verlassen.

 

Manchmal frage ich mich echt, wie man denen noch begreiflich machen soll, dass es Regeln gibt und das wir uns daran halten.

 

Stine die Biene

Traurige Momente im Supermarkt #1

Das Ganze spielte sich zu Weihnachten 2015 ab. In unserem Getränkemarkt hatten wir einen Stammkunden -Mitte bis Ende 40 – der jeden Woche 1-2 Mal kam um Getränkekisten zu kaufen. Meistens Wasser und Sprudel, ab und zu auch mal Bier.

Am 23. 12. ist er wieder da und unterhält sich mit meiner Kollegin Beate und gibt Pfandflaschen an. Dabei klagt er über Schmerzen im rechten Bein und das das Bein schon seit Tagen sehr warm ist und er nach Weihnachten mal zum Arzt gehen will.

Dann geht er los um neue Getränkekisten zu holen und kommt genau bis zum 1. Gang und bricht dort zusammen. Unsere Ersthelfer müssen ihn reanimieren und tun dieses auch erfolgreich. Als wir Feierabend haben unterhalten wir uns darüber noch eine Weile im Kassenbüro, weil alle den Stammkunden kannten und ihn sehr mochten.

Am 27. 12. erreicht uns ein Anruf. Der Bruder des Stammkunden. Wir sollten uns bitte nicht wundern, dass das Auto des Kunden immer noch auf unserem Parkplatz stände. Er (also der Bruder) müsse sich erstmal einen Schlüssel besorgen und es wegfahren. Der Bruder sei leider am Heiligen Abend im Krankenhaus an einer Lungenembolie gestorben.

Die Geschichte hat uns dann alle sehr geschockt.

Stine die Biene

Kunden und die Hindernisse des Klobesuches

Mein Artikel heute ist nicht unbedingt was für sanfte Gemüter. Daher etwas Vorsicht beim Lesen.

Ich hatte Frühschicht und musste von 8-12 Uhr arbeiten. Wir sind dann schon um 7:50 im Verkaufsraum und reinigen unsere Kassen. Als erstes hole ich warmes Wasser aus der Behindertentoilette. Alle Toiletten – egal ob für Herren, für Damen oder die kombinierte Toilette für gehandicapte Leute und kleine Windelpupser sind zu dem Punkt sauber, denn unsere Putzfrau – nennen wir sie mal Doris – hat die Toiletten 20 Minuten vorher gründlich gereinigt.

Um 8 Uhr öffnet unser Warenhaus und um 8:03 habe ich eine ältere Kundin (ca zwischen 70 und 75 Jahre) bei mir an der Kasse stehen und sie fragt mich, wo denn unsere Kundentoiletten sind. Ich beschreibe ihr den Weg und gehe dann meiner Arbeit weiter nach.

Gegen 8:15 kommt die Dame wieder vom Klo und geht schnellen Schrittes auf meine Kasse zu und meint so zu mir:

„Also das ginge ja gar nicht. Die Klos wären überhaupt nicht sauber. Da müsste mal dringend eine Putzfrau hingeschickt werden.“

Ich (wundere mich, denn die Klos waren alle sauber und sie war die einzigste Kundin, die diese bisher benutzt hat (man kann sehr gut von der Kasse aus sehen, wer aufs Klo geht und wer nicht) und das Personal hat seine unten im Keller) sagte dann zur Kundin: „Tut mir leid, aber da müssen sie zur Kundeninfo gehen, denn ich habe nicht die Telefonnummer der Putzfrau.“ Gut die Kundin geht weiter zur Info und von dort wird Doris angerufen. Kurz darauf bekommen wir die Info, dass das Damenklo momentan gesperrt ist und die Damen doch bitte auf die Behindertentoilette geschickt werden sollen.

Gegen 9 Uhr taucht eine wutentbrannte Doris (wir beide verstehen uns sehr gut) bei mir an der Kasse auf und erzählt mir mit zornesroten Gesicht folgendes:

Das Klo selbst, die Klobrille, unter der Klobrille, der komplette Spülkasten, der Boden im Klo, die Wände im Klo, der Türgriff innen und außen der Toilettenkabine, der Schlüssel in der Tür, das Waschbecken, der Wasserhahn, der Handtuchspender und sogar die Tür, die insgesamt zur Damentoilette führt waren alle mit (auf Deutsch gesagt) Scheisse beschmiert. Doris hätte fast göbelnd danebengelegen. Die hat geschlagene 35 Minuten gebraucht um alles zu reinigen und zu desinfizieren. Wo meine Kinnlade jetzt saß, kann sich jeder wohl ausmalen.

Das Frechste daran war noch, erst alles selbst dreckig zu machen und sich dann noch zu beschweren, dass die Klos nicht sauber sind.

Wir wissen bis heute nicht, was die Frau da gemacht hat. Wir haben die Dame auch nie wieder gesehen und es war keine Stammkundin. Dafür hat sie es geschafft, Thema des Tages bei uns zu sein und das bei ungefähr 70 Mitarbeitern, die an diesem Tag tätig waren.

Stine die Biene

Kindermund #1

Heute mal eine kleine Epsiode zum Thema Kindermund. Es war an einem Samstag und an der Kasse standen Mutter und ihre ca. 7 Jahre alte Tochter. Das Mädchen hatte eine Zeitschrift in der Hand und eine Packung Süßigkeiten und wollte die von ihrem Taschengeld bezahlen. Dahinter Mutter mit dem Wochenendeinkauf, der den Wagen schon überquellen lies.

 

Nun gut Töchterchen packt ihre Sachen aufs Band und dahinter packt Mutter auf. Töchterchen guckt und die Augen werden immer größer und dann sagt sie:

„Mama…soviel kann ich aber gar nicht bezahlen. Soviel Geld habe ich gar nicht.“

Mutter (muss aufpassen nicht in Lachen auszubrechen): Nein, nein. Keine Angst. Du bezahlst Deine Sachen und ich unseren großen Einkauf“.

Sprach es aus und legte einen Warentrenner dazwischen. Große Erleichterung bei Töchterchen.

So einfach kann man Probleme lösen, Kinder glücklich machen und der Kassiererin ihre Schicht versüßen.

Stine die Biene

Susi und die Hindernisse des Gewinnspieles

Heute soll es in meinem Beitrag um eine Kollegin gehen – nennen wir sie mal Susi – wo ich mich frage, ob sie nicht richtig zuhören kann oder ob sie ihrer Haarfarbe (blond) alle Ehre macht. Vielleicht könnt ihr mir ja die Antwort geben, wenn ihr diesen Beitrag gelesen habt.

 

Kurz zur Vorgeschichte. Mein Arbeitgeber denkt sich mit unter ganz nette Aktionen für die Kunden aus. Diese Aktion gab es 2016 und gleich 2017 nochmals, weil sie bei den Kunden super ankam. Jeder Kunde – egal ob er eine Cola für 1,20€ oder den Fernsehen für 799,-€ gekauft hatte – durfte an der Kasse knoblen (jeder einen Versuch pro Bon) und wer einer 3er-Pasch hatte (also 3 mal die gleiche Zahl) bekam einen Gutschein über die Höhe seines Einkaufwertes. Damit nicht gemogelt werden konnte, mussten die Kassierer/Innen mit kompletten Vor- und Zunamen (in meinem Fall also Stine die Biene) unterschreiben. Darüber hatte meine Chefin, die Kassenleitung, – nennen wir sie mal Frau Gerecht – jeden im Kassenbüro  aufgeklärt und das nicht nur einmal, sondern es vor jeder Schicht nochmals wiederholt. Es sollten also alle darüber im Bilde sein….eigentlich.

 

Meine Schicht am Samstag war eine kurze Schicht und ging von 10-14 Uhr. Ab 12 Uhr stand Susi an der Kundeninformation – ihr 2. Arbeitstag in dieser Woche. In der Zeit zwischen 10 und 12 Uhr hatte ich ungefähr 3 Gewinner und alles lief problemlos.

 

12:10: Ein Ehepaar an meiner Kasse knobelt und gewinnt. Ich erkläre ihnen, dass sie jetzt mit den unterschriebenen Bon zur Kundeninfo müssen und das meine Kollegin ihnen einen Gutschein ausstellt und dann unterschreibe ich den Bon.

12: 12: Meine Telefon an der Kasse klingt. Susi von der Kundeninfo.

Susi: „Du Frau die Biene, warum hast du den Bon unterschrieben?“

Ich: „Na weil die Kunden gewonnen haben.“

Susi:“ Ach und jetzt?“

Ich: „Susi du musst jetzt einen Gutschein ausstellen, weil die Kunden einen 3-er Pasch hatten.“

Susi: „Ja OK!“

 

12:30: Die nächsten Kunden haben Glück und gewinnen. Gleiches Vorgehen wie um 12:10…..

12: 32: Mein Telefon klingelt und ich konnte mir jetzt schon denken, wer mich beim scannen stört….

Susi: „Ja Frau die Biene warum ist dieser Bon unterschrieben?“

(Ich war kurz davor die Kollegin durch das Telefon zu ziehen und war kurz am überlegen, ob mein Kopf bei soviel Blondheit nicht auf Kassenband knallen soll)

Ich: „Susi, die Kunden haben gewonnen“

Susi:“Hatten die einen Pasch?“

Ich :“Ja Susi und nun musst du ihnen den Gutschein ausstellen.“

Susi: „Ja in Ordnung!“

 

12:55: die nächsten Kunden gewinnen (falls sich jemand wundert…in 4 Stunden haben 9 Kunden gewonnen)

So und bevor die liebe Susi mich jetzt weiter von der Arbeit abhält, habe ich dann nicht nur meine Unterschrift drunter gesetzt, sondern auch noch 3xdie 1 dazugeschrieben. Für die restlichen Gewinner klingelte dann kein Telefon mehr.

 

Entweder hatte Susi es kapiert oder meine Chefin Frau Gerecht, die zwischendrin mit an der Info stand, hatte es ihr mittlerweile aufgemalt oder vorgetanzt……Keine Ahnung.

 

Stine die Biene

Alles Nichts Oder? – Kunden und Plastik

Diese Szene wiederholt sich ja eigentlich wöchtenlich an der Kasse – manchmal häufiger und manchmal auch mal einen Monat gar nicht – und immer in unterschiedlichen Konstellationen und alle meine Kollegen/innen werden sie so oder so ähnlich kennen. Das Thema „Plastik“. Mal sind es Päarchen (mal jünger, mal älter), mal Eltern mit ihren Kindern, mal Studenten, mal Rentner…..aber DAS was gleich kommt, passiert leider immer vielen (alle kann ich zum Glück nicht sagen).

Also wie vermutlich viele wissen, ist Plastik nicht das Nonplusultra für unsere Umwelt. Ich will jetzt hier aber keine Umweltdiskussion anführen, sondern nur die folgende Szene einleiten.

Ein Samstag Vormittag an der Kasse. Vater und Sohn erledigen den Wochenendeinkauf. Vater ca. Mitte 40 und Sohn ca 10 Jahre alt.

Vater packt die Sachen in den Einkaufswagen und fragt mich dann, wo wir die Tüten haben.

Ich: „Am Ende des Kassenbandes im Regal.“

Vater: „Felix-Malte * hol doch mal bitte 2 Tüten.“

Sohn greift nach den Plastiktüten, welche am Ende des Kassenbandes hängen

Vater: „Nein die Tüten aus Papier“….Sohn sucht und findet nichts. Vater geht selbst nach hinten und nimmt 2 Papiertüten aus dem Regal und reicht sie mir zum scannen.

Sohn: „Papa warum nicht aus Plastik“

Vater: „Weisst du Felix-Malte Plastik ist nicht gut für die Umwelt.“

Sohn: „AHA“

 

Ich denke mir dann so: Oh prima…mal einer der mitdenkt……bis mein Blick über die Artikel auf dem Kassenband schweift….

….Brot in Scheiben geschnitten und in Plastik eingepackt

….2 in Plastik abgepackte und fertig geschnibbelte Salate

…..3 Mal Wurst in Scheiben geschnitten und in Plastik verpackt

….3 mal Käse in Scheiben geschnitten und in Plastik abgepackt

….Süßigkeiten in Plastikverpackung

…..mehrere Joghurts in Plastikbehältern

…..Ananasscheiben fertig geschnitten und in Plastik verpackt

Die Reihe kann jetzt endlos vorgeführt werden. Einzig und allein die regionale Tageszeitung und die überegionale mit den 4 Buchstaben waren NICHT in Plastik eingepackt.

Da machen ehrlich gesagt, die beiden Tüten den Kohl auch nicht mehr fett. Wenn man da schon drauf achten will, dann sollte man das bei JEDEM Produkt tun und nicht erst bei den Tüten an der Kasse.

Eure Stine die Biene

 

*Vorname des Kindes wurde selbstverständlich verändert

Guten Morgen liebe Verbraucher, Konsumenten, Kunden, Arbeitskollegen usw.

Hier ist es nun……mein Online-Tagebuch über meine Arbeit an der Supermarktkasse. Ihr könnt euch nun freuen (oder ärgern, oder kaputtlachen oder einfach nur den Kopf schütteln) über das was ich (und/oder meine Kollegin/innen) so tagtäglich erleben.

So nun erstmal das Wichtigste!!!!! Ich schreibe hier anonym. Wie ich richtig heisse, wo ich arbeite, wer ich bin, ect werde ich hier nicht veröffentlichen. Alle Namen (ja auch der meinige) sind verändert und lassen keine Rückschlüsse auf meine Person oder die meiner Kunden oder Kollegen/innen zu. Das mache ich einfach um mich zu schützen. Ihr werdet sicherlich verstehen, dass ich ungerne meinen Job riskieren möchte. Dazu liebe ich ihn viel zu sehr. Das solltet ihr immer beachten. Alle Geschichten sind mir und/oder meinen Kolleginnen so oder so ähnlich passiert. Sie sind allerdings so verändert, dass sich keiner wiedererkennen sollte.

So damit ihr zumindest ein kleines Bild von mir bekommt, hier einige Infos über mich und meine Arbeit.

Ich bin weiblich, bin irgendwann zwischen 1970 und 1980 geboren und ich lebe und arbeite im schönsten Bundesland der Welt – Niedersachsen. Dort lebe ich in einer größeren Universitätsstadt. Ich arbeite in einem großen Supermarkt. Kein Discounter, kein Ramschladen, sondern ein richtig toller und großer Supermarkt mit einem netten Team.  Welcher das nun ist, verrate ich nicht. Nur eine Info gibt es noch zum Schluss. Wir machen bei einem der beiden Kartensysteme, welche es gibt mit. Da ich hier nicht sagen werde, welches das ist – dann könnte man ja auf den Supermarkt kommen – werde ich diese Karte hier nur Sammel-die-Punkte-Karte nennen oder kurz SdP-Karte. Nur falls sich jemand fragt, was das ist.

So das dürfte zur Einführung reichen. Über Kommentare freue ich mich. Fragen dürfen auch gestellt werden, Ich freue mich also einfach auf das was kommt

Stine die Biene