Kunden und das Flirtverhalten oder Manchmal verzweifelt auch eine Kassiererin

Das gerade Männer mit Kassiererinnen flirten oder sich sehr nett unterhalten, ist nichts Neues und solange es sich im Rahmen hält, für die Meisten auch in Ordnung. Was allerdings teilweise an der Kasse abgeht, lässt sogar die „härteste“ Kassiererin verzweifeln.

Das Männer uns sogar im Beisein ihrer eigenen Partnerin uns zu zwinkeren oder mal einen flotten Spruch machen, gehört schon zum Alltag. Was die Partnerin davon hält, entzieht sich meistens meiner Kenntnis….es gab aber nach der Kassen schon den ein oder anderen Beziehungsstreit und/oder die ein oder andere  – naja –  sehr angepisste weibliche Begleitung……aber gut DAS ist nun wirklich nicht mein Problem mehr.

So und nun kommt der Hinweis für alle Herren, wie man es nicht machen sollte….

Samstags Spätschicht: Ich hatte einen Herren an der Kasse, der stramm auf die 70 zuging und der locker mein Vater hätte sein können. Daher nenne ich ihn jetzt einfach auch mal Papa. Er fing beim Kassiervorgang das folgende Gespräch an:

Papa: Na junge Frau dauert ihre Schicht noch lange?

Ich: Nein bald Feierabend.

Papa: Bis wann geht denn  ihre Schicht?

Ich: Bis Feierabend ist und ich abgerechnet habe.

Papa: Und was machst du dann Schönes ?

Ich (In Gedanken…ähm seit wann duzen wir uns?)

Ich gesagt: Och mein Mann holt mich dann ab und wir machen uns einen schönen Abend!

So schnell waren anschließend noch nie die Waren im Einkaufskorb und der Herr aus dem Markt geflüchtet.

 

Einige Wochen später wieder Samstags Spätschicht. Diesmal ein Mann der irgendwas zwischen 60 und 70 war und es entstand folgendes Gespräch:

Mann: Mach den Einkauf mal nicht so teuer, sonst schimpft meine Regierung.

Ich (In Gedanken….wenn ich für jeden dummen Spruch Geld bekommen würde, säße ich jetzt schon auf den Seychellen.)

Allerdings erwiedere ich nichts, sondern scanne weiter.

Als ich dem Kunden den Betrag nenne, kommt dann: Das kann meine Regierung noch gerade akzeptieren…. (ah ja)

Frage nach der SdP-Karte bleibt unbeantwortert. Dann muss ich fragen, ob er Treuepunkte sammelt.

Antwort (warum habe ich mir sowas schon gedacht?): Nein ich bin niemanden treu, nichtmals meiner Regierung. (Spätestens jetzt lag mein Kopf fast auf dem Scanner).

Dann fragte ich ihn, ob er den Bon haben möchte und ich bekam folgende Antwort: Ja den brauche ich unbedingt. Den muss ich meiner Regierung vorlegen. Aber du könntest mir eine große Freude machen und deine Telefonnummer drauf schreiben.

Ich dann so: Könnte ich machen, aber da geht nur mein Mann dran.

Entgleiste Gesichtszüge und er war ganz schnell verschwunden.

Manche denken echt, die Kassiererin findet sowas toll….ähm nein nicht.

Bei einer Kollegin von mir ging das „Flirten“ sogar so weit, dass es in Stalken endete und sie nur noch nach Feierabend mit dem Sicherheitsdienst zum Auto ging, bis der Typ gefasst wurde.

Der Höhepunkt bei mir verlief zum Glück glimpflicher. Ich gab einem Mann so um die 40 den Bon und bekam ihn kurze Zeit später mit seiner Handynummer und den Worten: „Schreib mir doch mal“ zurück. Er war mir nicht ganz unsympatisch und so habe ich – mit dem Wissen meines Mannes Björn – mal eine SMS hingeschrieben. Aber nach der 2. SMS kam nichts mehr zurück. Schade aber zwingen kann ich ja keinen.

Das es aber nicht nur negative Beispiele im Flirtverhalten gibt, soll jetzt das folgende Beispiel zeigen. Es geht nämlich komplett anders.

In einer Mittelschicht hatte ich einen jungen Mann an meiner Kasse in weiblicher Begleitung – ich nenne ihn jetzt mal Walter – der sich sehr nett mit mir unterhielt. Wir machten über verschiedene Themen kurzen Smalltalk und als er ging meinte er noch so zu mir – nach dem Blick auf den Kassenbon – „Ach tschüß Stine!“ Irgendwoher kam er mir bekannt wor….nur ich konnte ihn nicht richtig einordnen.

Ca. 3 Wochen später an einem Sonntag zu Hause, meinte mein Mann zu mir: Du ich schreibe gerade mit Walter. Der, der bei Facebook einige Gruppen hat, wo wir drin sind. Er war neulich bei dir an der Kasse und er war das mit „Tschüß Stine“.

OK bisher kannte ich ihn wirklich nur von Facebook, aber wir fingen an uns da zu unterhalten. Tja und mittlerweile kennen wir 3 – also Walter, mein Mann und ich – uns persönlich und haben uns auch schonmal auf einer Lesung getroffen. Wenn man es also richtig macht, kann aus einem netten Tschüß eine Freundschaft werden.

Auf das die Männer mal ihr Flirtverhalten überdenken….

Stine die Biene

Die „Unfähigkeit“ der Kassiererin

Manchmal kann man Kunden Sachen erklären – nicht 1 mal, sondern mindestens 20 Mal – und sie meinen immer noch, das die Kassiererin total unfähig ist. Heute mal eine Geschichte dazu.

Es gab bei uns eine Treuepunkteaktion. Viele sollten das eigentlich kennen. Für alle anderen, erkläre ich es kurz. Wenn man für mindestens 5 Euro einkauft, bekommt man einen Treuepunkt. Wenn man für 20 Euro einkaufen, bekommt man 4 Punkte ect. Diese klebt man in ein Treueheft und wenn das voll ist, kann man es eintauschen. Manchmal gibt es Gartensachen, manchmal Taschen, manchmal Töpfe, manchmal Besteck usw. Dazu müssen Kunden, die die SdP-Karte (Sammel die Punkte-Karte) haben nur 15 Sticker anstatt 20 aufkleben. Alle Kunden müssen eine kleine Zuzahlung leisten und dann gehört ihnen ein Stück aus dieser Collection.

Leider war auf diesem Sammelheft eine weitere „Bezahlmöglichkeit“ etwas umständlich erklärt. Also: Wer ein Besteckset mit Treueheft kaufen wollte, musste 7,99€ bezahlen. Wenn man dann noch 500 Punkte auf der SdP-Karte hatte, konnte man diese in 5 Euro umwandeln und abziehen lassen und musste dann nur 2,99€ bezahlen. So weit, so gut….oder auch nicht….

Es kam eine Kundin, die für insgesamt 86€ einkaufte. Darunter 6 Besteckstets von den Treuepunkten. Dann meinte sie zu mir: „Und jetzt ziehen Sie mir bitte pro Besteckteil 5€ von der SdP-Karte ab!“

Ich: „Tut mir leid, das kann die Kasse nicht. Entweder kann ich nur die gesamten Punkte abziehen – bis max 86€ – oder nichts.

Kundin:“ Ich möchte aber pro Besteckteil 5 Euro abgezogen haben!“

Ich: „Tut mir leid. Das kann unsere Kasse nicht. Sie kann das nicht unterscheiden und ich kann das auch nicht splitten. Entweder kann ich nur komplett abziehen oder wir müssen die Bestecke raus nehmen und alle einzeln kassieren und für jedes Besteckteil dann die Punkte abziehen!“

…..so ging die Diskussion mindestens 10 Minuten (Gut das es gerade ruhig im Laden war und niemand dahinter stand). Ich habe hier immer wieder versucht zu erklären, dass die Kasse das nicht splitten kann und ich die Punkte nur für den gesamten Einkauf abziehen kann und dass das auf dem Sammelheft ein bißchen blöd erklärt ist.

Nach ca 10 Minuten konnte ich dann die gesamten Punkte für den gesamten Einkauf abziehen, so dass die Kundin nichts mehr bezahlen musste und den kompletten Einkauf umsonst hatte. Anstatt sich darüber zu freuen, maulte Sie mich mit den Worten an: „Ich werde mich jetzt über Ihre Unfähigkeit beschweren!“

Gesagt, getan.

Sie ging zur Kundininfo genau hinter mir und sprach dort meine Kollegin Frau Bach und meine Chefin Frau Gerecht an und meinte dann gleich zur Eröffnung: „Jetzt bügeln sie mal bitte den Fehler aus, den die unfähige Kassierein verursacht hat!“

Beide Damen haben der Kundin geschlagene 30 Minuten versucht, dass zu erklären, was ich ihr auch erklärt habe. Die Kasse kann die Punkte NICHT splitten und die Kassierin ist NICHT unfähig, sondern hat alles richtig gemacht und erklärt.

Nach 30 Minuten wollte die Kundin dann ihr Geld zurück haben. Meine Chefin erklärte ihr dann, dass das auch nicht ginge, weil sie eben mit den Punkten der Karte bezahlt hat und somit den Einkauf umsonst bekommen hat. Und das man die Punkte NICHT mehr zurück auf die Karte buchen kann!“

Wieder 20 Minuten Diskussion. Dann verlangte die Kundin den Geschäftsführer, weil ja Kassierin und Info total unfähig sind und die Arbeit nicht richtig erledigen könnten.

Es kam der  stellvertretende Marktleiter Herr Ruhe. Und auch dieser erklärte der mittlerweile erbosten Kundin das, was ich und die meine Kollegin und meine Chefin ihr auch schon erklärt hatte. Die Kasse kann nicht splitten und sie kann ihr Geld auch nicht zurückbekommen, weil sie mit Punkten bezahlt hat. Wieder 20 Minuten Diskussion.

Dann verschwand die Kundin endlich, meinte aber noch, dass sie sich über unsere Unfähigkeit und unsere Inkompetenz beschweren würde.

Sie hat dann auf der Hotline unseres Konzerns angerufen und sich da wohl auch über die Unfähigkeit und Inkompetenz beschwert und die Hotline hat ihr genau das Selbe erklärt, wie wir. Wir bekamen halt nur Rückmeldung ins Kassenbüro, dass wir zwar alles richtig gemacht hätten, aber das den Kunden in Zukunft doch bitte noch freundlicher und höflicher erklären sollten.

 

Manchmal fragt man sich echt, ob die Kunden ihr Gehirn im Auto auf dem Parkplatz vergessen!

 

Stine die Biene