Die Peinlichkeit der eigenen Familie oder wenn Eltern einen blamieren

Tja, das Eltern einem peinlich sein können, insbesondere in der Pupertät, ist wohl jedem bekannt. Aber das einen Eltern auch anders vorführen können, davon soll die heutige Geschichte handeln.

Es war an einem Samstag und ich musste von 10-14 Uhr arbeiten. Gegen 13 Uhr taucht eine ältere Dame so um die 70 Jahre auf, die ich noch nie gesehen hatte. Sie war sehr nett zu mir und wir unterhielten uns sehr nett, während ich ihre Einkäufte scannte. Und dann kam Susi an meine Kasse geschossen. Die genau DIE Susi (http://stinediebiene.mein-online-tagebuch.de/2017/03/02/susi-und-die-hindernisse-des-gewinnspieles/ ). Und sie sprach die Dame an:

Susi: „Hallo“ Was machst du ausgerechnet an DER Kasse?“

Dame: „Ich weiß gar nicht, was du hast. Deine Kollegin ist sehr nett und sehr freundlich und wir haben uns gerade sehr nett unterhalten bis DU aufgetaucht bist.“

Susi (wirft mir einen bösen Blick zu): „Ja aber das es ausgerechnet DIE Kasse sein muss. Hier haben noch andere Kassen auf und die Kolleginnen sind auch nett.“

Dame: „Nein ich komme jetzt immer zu der Kollegin. Sie ist wirklich sehr nett und sehr freundlich.“

Susi (wirft mir einen Blick zu, der mich tot vom Stuhl kippen läßt): „ES GIBT HIER AUCH NOCH ANDERE KASSEN UND ANDERE KOLLEGINNEN!!!!!“ (Ja man merkt Susi kann mich sehr gut leiden…..NICHT…ich sie allerdings auch nicht)

Susi: “ Aber was anderes. Ich habe gleich Pause. Sollen wir zusammen essen?“

Dame: „Nein ich muss nach Hause. Ich kann den Hund nicht solange alleine lassen.!“

Susi:“ Ja und? Den lässt du sonst auch stundenlang alleine!“

Dame: “ Ersten stimmt das nicht und zweitens lass mich hier erstmal in Ruhe den Bezahlvorgang mit deiner netten Kollegin beenden!“

Gut während ich der Dame den Betrag nenne, nach der SdP-Karte und Treuepunkten fragen, das Bargeld kassiere und das Wechselgeld herausgebe und nach den Bon frage, quatscht Susi ständig dazwischen und will die Dame unbedingt in ein Gespräch verwickeln und von mir ablenken.

Der Dame platzt die Hutschnurr und sie faucht los: „Susanne jetzt lass mich hier mal in Ruhe bezahlen und halte deinen Mund. So kenne ich dich gar nicht. Du kannst dein Benehmen deiner Kolegin gegenüber wirklich mal ändern und mich behandelst du sowieso nicht so. Schließlich bin ich deine Mutter und erwarte Respekt und Benehmen von dir!“

Susi (läuft dunkelrot an) bedenkt mich und Mama mit einem Todesblick und rauscht beleidigt mit einem „Tschüß Mama“ ab.

Ich (muss mir ein Lachen sehr verkneifen) verabschiede die Dame sehr nett und wünsche ihr ein schönes Wochenende.

Dame: „Sie sind sehr nett und höflich zu Ihnen komme ich gerne wieder an die Kasse. Da kann sich meine Tochter echt eine Scheibe abschneiden. Dazu werde ich ihr aber nochmal was sagen!“ Dann wünscht sie mir auch ein schönes Wochenende und geht.

Und nun kann ich mich nicht entscheiden, ob ich vor Lachen in den Handscanner beißen soll oder ob ich durch Todesblicke wirklich vom Stuhl fallen soll. Ich glaube ich entscheide mich fürs Lachen und beisse in den Handscanner.

 

Stine die Biene

Kunden und die Hindernisse des Feuerwerksverkaufs

Einmal im Jahr wird auch bei uns Feuerwerk verkauft. Die Diskussion ob das nun sein muss oder nicht, will ich hier nicht führen. Bei uns ist das so, dass diese Sachen nur an 1 Kasse (von 12 vorhandenen Kassen) verkauft wird und die Kassierinnen, die diese Sachen verkaufen, eine entsprechende Schulung haben. Die restlichen 11 Kassen und die Kundeninfo dürfen nur und ausschließlich Feuerwerk der Klasse 1 (sprich Wunderkerzen, Knallbonbon, Konfettikanone, ect. ) verkaufen. Wenn wir uns nicht dran halten, gibt es eine Abmahnung. Das wissen wir alle und daran halten wir uns. Sollten die Kunden ausrasten, sollen wir im Kassenbüro anrufen. Die entsprechende Chefin springt uns dann bei.

Gut Freitag 1. Verkaufstag…1 Kunde, der bei mir Raketen kaufen wollte und nicht durfte. OK das lag vermutlich daran, dass ich an Kasse 11 aß und weit genug weg war. Kunde wurde von mir freundlich darüber aufgeklärt, dass ich es nicht verkaufen darf und er an Kasse 1 gehen muss. Kunde mault rum. „Dann lasse ich es eben hier!“. Ich so: „Tut mir leid. Aus Sicherheitsgründen darf das nicht bei mir an der Kasse liegen bleiben. Dann müssen sie es wieder zum Feuerwerk zurückbringen.!“ Kunde mault noch mehr rum und will sich an der Info über mich beschweren. Soll er machen. Die Info wird auch nichts anderes sagen und im Zweifelsfall die Chefin dazuholen.

Samstag 2. Verkaufstag. Diesmal sitze ich an Kasse 4. In 4 Stunden 4 Kunden mit Feuerwerk. 3 reagieren verständnissvoll und bezahlen bei mir die normalen Lebensmittel und dann das Feuerwerk an Kasse 1. Ein Kunde muss natürlich aus der Reihe springen. Wäre ja auch nicht normal, wenn es nicht so wäre.

Ich werde also angemault, als „Blöde Kuh“ bezeichnet und dazu aufgefordert, es ihm doch zu verkaufen. Auf meinen Hinweis, dass ich es nicht darf und dann eine Abmahnung bekommen würde, wird der Kunde noch ausfallender. Ich überlege schon mich unter meine Kasse zu setzen, damit mir nicht gleich die Raketenpackung um die Ohren gehauen wird. Allerdings entscheide ich mich dagegen, denn in dem Moment läuft gerade der stellvertretende Marktleiter Herr Ruhe an mir vorbei, um aus einem speziellen Lager Feuerwerksnachschub zu holen.

Ich rufen ihn an meine Kasse und bevor ich noch irgendetwas erklären kann, pöpelt der Kunde los: „Die Kassiererin ist zu blöd mir die Raketen zu verkaufen“. Pech nur, dass Herr Ruhe genau das erklärt, was ich auch schon erklärt habe und den Kunden mit an Kasse 1 nehmen will. Tja…das gefällt dem Kunden aber gar nicht und er besteht darauf, dass die Schlampe (Oh er meint mich?) ihm das jetzt sofort verkaufen soll. Herr Ruhe bietet ihm nun an, entweder das Feuerwerk an Kasse 1 zu kaufen oder ohne Feuerwerk den Laden zu verlassen. Der Kunde entscheidet sich dafür, den Laden ohne Feuerwerk zu verlassen. Vorher kündigt er aber noch an, sich bei der Zentrale zu beschweren und dafür zu sorgen, dass die Kassenschlampe nicht mehr lange ihren Job behält…..Ja wenn es danach ginge, wäre ich schon längst rausgeflogen. Jedes Jahr die gleichen Diskussionen.

Montag, Silvester, letzter Verkaufstag. Ich sitze an Kasse 6. Wieder 4 Kunden mit Feuerwerk, denen ich wieder erklären muss, dass ich es nicht verkaufen darf. Argument: „An Kasse 1 ist die Schlange aber so lang. Können sie nicht….?“ Nein ich kann leider nicht, wenn ich nach Neujahr auch noch kassieren möchte. 3 reagieren mit Verständnis. und Kunde #4 schmeist mir das Feuerwerk auf den Scanner, lässt seinen Einkaufswagen stehen, seine bereits eingepackten Lebensmittel, welche noch nicht bezahlt sind, ebenfalls.

Tja, sowas erfreut das Kassiererinnenherz doch sehr….NICHT….Also Kassenaufsicht anrufen (Und nein das ist kein Vergnügen, wenn die Kundenschlange eh schon durch den halben Laden reicht und wir eine Wartezeit von 20 Minuten haben). Sie bricht den Bon ab, freut sich natürlich sehr, dass sie jetzt einen kompletten Einkaufswagen mit Lebensmittel wieder verräumen darf und nimmt das Feuerwerk mit.

Das einige Kunden immer aus der Reihe tanzen müssen und Anweisungen, die die Kassiererin hat, nicht gelten lassen wollen. Darüber wundert sich nicht nur

Stine die Beine

Kunden und die Stoffeligkeit oder manche sind einfach mit sich selbst unzufrieden

Kunden sind sehr unterschiedlich und im Grunde genommen ist das auch sehr gut so. Es gibt Kunden, die mag man mehr und es gibt Kunden, die mag man weniger. Einer unser Stammkunden – ich nennen ihn jetzt mal Herrn Stoffel – schlägt aber den Fass den Boden aus und am liebsten würde ihn gar nicht mehr bedienen. Warum? Das erzähle ich jetzt.

Herr Stoffel ist wie gesagt Stammkunde und kommt mindestens 2 Mal am Tag – manchmal auch 3 Mal. Er ist Rentner und hat scheinbar Langeweile. Er wohnt nur 1 Straße vom Supermarkt entfernt und könnte diesen in 2 Minuten zu Fuß erreichen. Aber laufen? Nein! Er fährt also 2-3 Mal am Tag mit seinem dicken Sternwagen auf unseren Parkplätz….ok fährt ist jetzt noch gut ausgedrückt….er heizt mit hohen Tempo drüber und es ist bisher schon ein Wunder, dass es noch zu keinem Unfall kam.

Zumal er fast schon denn Herrn vom Ordnungdienst beim Wageneinsammlen umgefahren hätte und das Herr Stoffel mit seinem Wgen bis direkt vor den Laden auf einen Behindertenparkplatz rast (warum er nicht gleich mit dem Wagen durch die Eingangstür fährt und von seinem Wagen aus, die Angestellten für sich flitzen lässt, entzieht sich leider meiner Kenntniss) ist schon normal. Dabei wäre fast schon den ein oder anderen Kunden auf der Motorhaube gelandet  und auch schon der ein oder anderen Angestellten, der entweder gerade Feierabend hatte oder gerade zum Dienst kam,  fast zur Kühlerfigur geworden. Wenn Herr Stoffel also auf dem Parkplatz erscheint, gilt keine StvO mehr und man springt besser irgendwie auf das nächste Auo oder in den Einkaufswagen, wenn einem sein Leben lieb ist.

Gut Herr Stoffel tätigt dann seine immer sehr wichtigen Einkäufe, die nie mehr wie 10 Teile betragen. Es ist ihm sehr wichtig überall als 1. dranzukommen und nur das Beste für sich zu ergattern. Das Personal der Fläche hat ihn schon öfters dabei beobachtet, wie er Kunden zur Seite schubst, nur um die besten Äpfel aus der Kiste zu holen. Das Nummernsysthem an der Wurst- und Fleischtheke hält er persönlich für Blödsinn. Wenn er kommt, hat er als 1. dranzukommen. Nur irgendwie will das das Personal nicht einsehen. Er hält es dann auch nicht für nötig, mit dem Personal vernüftig zu kommunizieren, sondern zeigt auf irgendeine Wurst und das Personal muss dann raten, welche es genau ist und wie viel es sein soll. Klappt das nicht auf Anhieb, dann mault er das Personal an….Ja Kummer sind wir alle gewohnt….

Irgendwann ist der Herr Stoffel an an der Kasse angekommen. Zum Glück stellt er sich immer an eine andere Kasse und geht nicht zur selben Kassiererin.  Flüchten möchten wir jetzt am liebsten alle und hoffen, dass der „Pokal“ an uns vorbeizieht.

Herr Stoffel schmeisst seine paar Teile immer mit Schwung aufs Kassenband, als wären es keine Lebensmittel, sondern Dreck. Das dabei bisher weder ein Joghurtbecher, noch ein Ei kaputt gegangen ist, grenzt an ein Wunder. Er nimmt immer die Kasse mit der kürzesten Schlange bzw am liebsten hätte er es, wenn gar kein Kunde da ist und die Kassierin ihm zu Füßen liegt, damit er sie als Fußabtreter nutzen kann. Eine Begrüßung? Nein absolut überflüssig. Es ist auf der anderen Seite ja kein Mensch, sondern nur Dreck. Gut Waren scannen, Betrag nennen und nach der SdP-Karte fragen. Antwort ? Fehlanzeige…..irgendwann fliegt einem dann die Karte um die Ohren, weil er sie mit Schwung in Richtung Scanner schmeisst. Geld wird grundsätzlich nicht in die Hand gegeben, sondern auf den Tisch geschmissen. Und zwar so, dass die Kassiererin fast nicht drankommt. Wechselgeld will er am liebst aber „liebevoll in die Hand getrichen bekommen“. Nö ich lege es ihm mittlerweile auch auf den Tisch. Wer mich so behandelt, hat nur eine konservierte Grundhöflichkeit verdient…..vermutlich kommt er deswegen jetzt nicht mehr so häufig an meine Kasse……..macht nichts

Ja Grußworte an die Kassiererin sind dann natürlich auch völlig überflüssig. Da sitzt ja schließlich seine Leibeigene und kein Person, die man durch Höflichkeit wertschätzen kann. Meistens hat der Herr Stoffel dann auch noch irgendwas rumzumuffeln. Was ist mir relativ egal, ich stelle meine Ohren auf Durchzug und begrüße den nächsten Kunden schonmal überfreundlich.

Und ja Herr Stoffel kann höflich und freundlich sein. Meistens zu Bekannten, die er dann trifft und mit denen er sich stundenlang in der Kassenvorzone unterhält. Wenn er dann den Laden verlässt, um zu seinem Wagen zu gehen, hält man am besten alles fest, was im Wege sein könnte, denn dann rast er wieder über den Parkplatz um 1 Minuten später vor seinem Haus zu stehen.

Manche Menschen müssen echt so unzufrieden mit sich und ihrem Leben sein, dass man es an den Angestellten auslassen muss. Zum Glück gibt es davon nur eine Handvoll Kunden und nicht jeder stellt sich jeden Tag an die eigenen Kasse an. Über freundliche Kunde freut man sich viel mehr….besonders

Stine die Biene

Kunden und die Hindernisse der Ladenöffnungszeiten

Ladenöffnungszeiten – ein schwieriges Thema in gesamt Deutschland. Ich möchte aber jetzt nicht großartig diese Diskussion aufgreifen. Wir haben normalerweise von 8-22 Uhr geöffnet und das 6 Tage in der Woche. 2 Ausnahmen: 24.12 und 31.12. Am 24.12 haben wir von 8-13 Uhr auf und am 31.12. von 8-16 Uhr. Eigentlich lange genug um sich mit dem Nötigsten einzudecken bzw. die Regale zu plündern, weil es ja die nächsten 5 Wochen nichts in Deutschland zu kaufen gibt…..wie gesagt …eigentlich…..

Es ist 12:45 Uhr und alle Angestellten freuen sich darauf, dass in wenigen Minuten der Laden schließt und wir zu unseren Lieben nach Hause können und auch Weihnachten haben. Der Tag war anstengend, denn es war sehr, sehr, sehr voll. Wartezeit an der Kasse – obwohl alles auf war – bis zu 30 MInuten und wir können schon schnell arbeiten.

Frau Herbst an der Kundeninfo beginnt ab 12:40 mit den Durchsagen, dass wir um 13 Uhr schließen und allen Kunden frohe Weihnachten wünschen. Die Durchsagen erfolgen ca im 3 Minutentakt. Ab 12:50 wird das Licht im Laden um 1/3 runtergefahren.

Um 13:50 stürmen mehrere junge Erwachsene (ca 10 Leute zwischen 22 und 32 Jahren mit 5 Einkaufswagen) in den Laden. . Mindestens 4 Durchsagen müssen sie in den nächsten 10 Minuten mitbekommen.

Um 13 Uhr gehen der stellvertretende Marktleiter Herr Ruhe, die Kassenleitung Frau Nervös und der Food-Leiter Herr Charmant von den Bedientheken hinten los, um die letzten Kunden zur Kasse zu bewegen. Wir dürfen nämlich nicht einfach aufspringen und ins Kassenbüro gehen, sondern müssen auf den Ruf „Laden leer“ warten, bis wir uns abmelden dürfen.

In der Sprituosenabteilung trifft Frau Nervös auf 6 der eben reingekommen Leute und bitte die höflich, aber bestimmt zu gehen. 2 Leute folgenden der Bitte sofort mit den Worten: „Wir brauchten eh nur Wein für heute Abend“. 1 Minute später standen sie mit 3 Kartons a 6 Weinflaschen bei meiner Kollegin, bezahlten und verschwanden. So weit, so gut.

Auf die anderen Gestalten traf Herr Charmant in der Snackanteilung. Auch er bat die Kunden höflich, aber bestimmt den Laden zu verlassen, da wir jetzt Feierabend machen. Sie verschwanden auch, aber tauschen wenige Sekunden später in der Sprituosenabteilung auf, wo Frau Nervös, sie ebenfalls bat den Laden zu verlassen. Auch jetzt schnappten sich 2 Leute nur 2-3 Spirituosenflaschen und gingen zur Kasse, wo eine andere Kollegin sie eben abkassierte.

Von den restlichen 6 Leuten, meinte einer: „Wie gibt es jetzt an der Theke kein Fleisch mehr?“ Als dieses verneint wurde, weil wir ja seit bereits 3 Minuten eigentlich Feierabend haben, meinte die gleiche Person nur noch: „Saftladen….“ und verschwand auch in Richtung Kasse. Dort angekommen, musste er meiner Kollegin auch noch einen Spruch drücken, wobei die Begriffe „Saftladen“ und „Unverschämtheit“ sehr großen Raum einnahmen. Zum Glück waren die Gestalten dann ebenfalls draußen.

Leider befanden sind aber noch 4 Leute mit Frau Nervös in der Spirituosenabteilung und waren nicht sehr begeistert, über die Aufforderung den Laden zu verlassen, weil es ja nun schon 13:05 war und wir eigentlich seit 5 Minuten Feierabend hatten.

Einer meinte gerade: „Was will die Oma denn eigentlich?“ als gerade Herr Charmant um die Ecke bog und nun sehr eindringlich darum bat, die Kassen und den Ausgang aufzusuchen. 2 Typen suchten nun lieber den Weg nach vorne, denn auch der stellvertretende Marktleiter bog nun um die Ecke. Bevor noch irgendeiner etwas sagen konnte, flog die 1. Whiskeyflasche auf den Boden und zersprang in 1000 Stücke. Da unsere Reinigungskraft Doris schon im Feierabend war, musste sich darum wohl gleich noch der Abteilungsleiter Herr Charment darum kümmern müssen. Begleitet wurde der „Absturz“ mit dem Worten: „Wir sind hier die Kunden und wir bestimmen, wie lange wir einkaufen.

Herrn Ruhe platze jetzt der Kragen. Zum einen rief er den Sicherheitsdienst in die Sprituosenabteilung und zum anderen meinte er dann: „Tja nur, das unser Kassensysthem um genau 13:08 Uhr von der Zentrale runtergefahren wird und wir Sie leider nicht mehr abkassieren können. Das dieses nicht der Wahrheit entspricht, hat Herr Ruhe den beiden übrig geblieben Gestalten nicht gesagt. Dann ging er 1 Gang weiter und rief die Kundeninfo an. Frau Herbst sollte uns allen sagen, dass wir runterfahren sollen und abrechnen gehen sollen. Im gleichen Moment tauchte der Sicherheitsdienst in der Spirituosenabteilung auf und begleitete die beiden renitenten Kunden ohne Waren nach draußen und erteilte Hausverbot.

Während wir im Kassenbüro der Abrechnung nachgingen verräumte Herr Ruhe eben schnell die Waren aus dem Einkaufswagen und Herr Charmant putzt schnell den Boden. So konnten wir alle um 13:15 Uhr in den verdienten Feierabend gehen.

Über solche Kunden ärgert sich betimmt nicht nur

 

Stine die Biene

Kunden und die Hindernisse des Telefonkartenverkaufs

Wie jeder normale Supermarkt und jede Tankstelle verkaufen auch wir Telefon- und Gutscheinkarten. Wenn ein Kunde nicht weiss, wie sowas geht, erklären wir auch sehr gerne. Doch das was jetzt kommt, lies mir fast den Kopf auf den Scanner knallen……aber von Vorne.

Wir haben Stammkunden – ohne die würde der Laden nie laufen. Zu diesen gehören auch Herr und Frau Schwäble. Natürlich heißen sie nicht wirklich so. Hier macht der sehr schwäbische Dialekt den Namen. Die beiden kommen 2 mal in der Woche zu uns. Am Donnerstag machen beide zusammen den Großeinkauf bei uns. Montags oder Dienstag kommt Herr Schwäble alleine um ein paar fehlende Kleinigkeiten einzukaufen. Ich mag beide gerne, obwohl er wie ein Wasserfall quasselt und dabei etwas anstrengend werden kann. Aber die beiden scheinen mich auch zu mögen, denn immer, wenn ich da bin stehen sie an meiner Kasse. So weit so gut…..

Es war ein Dienstag. 10 Uhr morgens. Meine 1. Schicht nach meinem Urlaub und mein 1. Kunde war Herr Schwäble. Zusätzlich zu seinem kleinen Einkauf entsteht das folgende Gespräch:

Herr Schwäble: „Verkaufen Sie Telefonkarten?“

Ich: „Ja. Welche brauchen Sie denn?“

Herr Schwäble: “ Vodaf**** für 15€“

Ich *gehe die entsprechende Karten holen, welche ich über den Scanner ziehen muss* „Das wäre sie. Soll ich die drüberziehen?“

Herr Schwäble: „Ich das wirklich Vodaf*****? Das ist für meine Schwiegermutter und ich kenne mich damit absolut nicht aus.“

Ich: „Ja das ist Vodaf****. “

Nach einigem lauten Hin und Herüberlegen von Herrn Schwäble darf ich die Karte rüberziehen. Er will es extra bezahlen. Also kassiere ich 15 Euro und drucke alles aus.

Herr Schwäble: „Wie lädt man das jetzt auf?“

Ich: „Sie habe zwei Möglichkeiten“. Beide erkläre ich lang und ausführlich und idiotensicher. Zum einen ist kein Kunde dahinter und zum anderen nehme ich mir echt Zeit. Insgesamt erkläre ich 3 Mal wie es geht.  Herr Schwäble ist immer noch unsicher. Er packt aber alles ein und bezahlt dann auch die restlichen Lebensmittel.

1 Stunde später……

Anruf von der Kundeninfo von Frau Herbst. Bei ihr steht Herr Schwäble. Frau Herbst fragt mich, ob ich die Telefonkarten verkauft habe und ob ich 2 Bons mitgegeben habe.

Dies bejahe ich und nachdem ich aufgelegt habe höre ich erstmal nicht mehr. Etwa 10 Minuten später steht Frau Herbst bei mir an der Kasse. Da Problem hätte sie geklärt. Herr Schwäble hatte beiden Bons dabei. Also den Kassenbon und die ausgedruckte Telefonkarten. Das Problem war, dass Herr Schwäble dachte, diese kleine Karten, die ich über den Scanner gezogen habe, hätte ich ihm auch mitgeben müssen.

Frau Herbst konnte ihn dann aber davon überzeugen, dass alles seine Richtigkeit hat und das er diese nicht braucht und das diese beim Händler verbleibt.

2 Tage später….Donnerstag

An meine Kasse kommen Herr und Frau Schwäble mit ihrem Großeinkauf. Ich so zu den beiden: „Na hat das mit der Telefonkarte geklappt?“

Herr Schwäble: „Ja das hat sehr gut geklappt und Sie haben sehr gut erklärt. Ich war nur nochmals bei der Info, weil ich dachte das kleine Kärtchen muss ich auch mitnehmen. Aber Ihren Kollegin hat mir versichert, dass sie alles richtig gemacht haben und das Aufladen hat einwandfrei geklappt….aber das Sie mich wiedererkannt haben wundert mich jetzt doch.“

Ich nur noch so: „Tja Stammkunden erkennt man halt nach einiger Zeit.“

Herr Schwäble: „Ja Sie kennen ihre Pappenheimer…….“ und dann brach der nächte belanglos Redeschwall über mich ein, wo ich aber nicht mehr richtig zugehört habe, sondern mich auf meine Arbeit konzentriert habe.

Mit unter können Telefonkartenverkäufe eine echte Herausforderung sein.

Stine die Biene

Kindererziehung – Glückssache? #1

Heute erzähle ich mal die erste von mehreren Geschichten rund um Kinder und deren Erziehung – naja nicht erzogen passt besser – und deren Folgen bei uns im Laden.

Diese Geschichte soll sich um eine junge Familie drehen. Die Eltern waren beide so um die 30 und hatten 2 Kinder dabei. Der Junge – ich nenne ihn jetzt mal Moritz – war ungefähr 5/6 Jahre alt und das Mädchen – ich nenne sie jetzt mal Emma – war ca 3/4 Jahre alt. Die beiden Kinder hörte man schon sehr weit vor der Kasse – ja eigentlich schon durch den ganzen Laden und die Familie stellte sich dann an meine Kasse an. Die Eltern hatten 2 volle Einkaufswagen dabei und waren beschäftigt, die Waren aufs Kassenband zu packen. Während dessen waren Moritz und Emma faktisch sich selbst überlassen. Erst gingen sie an die Zigaretten und schmissen mehrere Packungen auf den Boden. Ich darf nichts sagen und guckte daher nur mit entsprechenden Blick, der eigentlich auffordern sollte, das zu lassen.

Die Eltern ….packten seelenruhig weiter die Lebensmittel auf das Band und sagten….nichts. Dann wurde das Spiel scheinbar zu langweilig und während Moritz sich sehr für die Kasse meiner Kollegin interessierte und immer die Tür auf und zumachte, entdeckte Emma die Tüten unter dem Kassenband und zog diese raus…….die Eltern packten seelenruhig weiter auf und sagte immer noch nichts.

Erst als der 1. Wagen leer war und nicht weitergeschoben werden konnte, weil eben Zigarettenpackungen und Tüten auf den Boden lagen meinte die Mutter dann mal so: „Ach ihr habt ja toll gespielt. Ich räume mal eben auf.“ Wenigstens hat sie das selbst gemacht und nicht mich dazu verdonnert.

Moritz und Emma fingen dann das Rennen zwischen meiner Kasse und der Glasscheibe des gegenüberliegenden Frisörsalons an. Sie rannten sich gegenseitig um, knallten in die Glasscheibe und in die Kasse und in die Einkaufswagen anderen Kunden und wurden immer lauter und kreischten den Laden zusammen. Ich wunderte mich schon, dass die Glasscheibe das auhielt und sah sie schon in 1000 Stücke zerspringen.

Mutter hatte mittlerweile den Boden aufgeräumt und Vater den 2. Einkaufswagen leer gemacht und beide schoben weiter nach vorne. Moritz konnte seinen Schwung daher nicht rechtzeitg bremsen und krachte in den Einkaufswagen und brüllte dementsprechend. Kommentar der Mutter: „Ach mein Armer. Hat dir dieser böse Einkaufswagen weh getan? Komm ich puste mal und dann spielst du schön weiter.“.

Kurz danach fing die Rennerei zwischen Salon und Kasse wieder an. Dann prallten beide Kinder einmal kräftig zusammen…..Indianergeheul folgte… Kommentar: „Och Moritz jetzt hat du deiner armen Schwester weh getan. Emma komm mal her zum pusten.“

1 Minute später war das Gebrüll von Emma verstummt und beide Kinder rannten wieder zwischen Kasse und Salon hin und her und das in einer Lautstärkre, die die Affen im Zoo vor Neid erblassen lässt.

Tja und dann krachte Moritz einmal so richtig in die Tür des Frisörsalons, die sich gerade öffnete, weil eine Kundin mit frischer Frisur diesen verlassen wollte. Das Gebrüll waren ohrenbetäubend. Mutters Kommentar: „Och jetzt hat diese böse Tür dir aber so richtig weh getan….komm her ich puste…“ Während sie das sagte, brachte sie die Kundin mit Blicken um. Das wir nicht das Bestattungsinstitut anrufen mussten, war eher ein Wunder.

Zum Glück war in diesem Moment auch der Einkauf der Familie beendet und sie verließen unseren Laden. Neben einen Kopfschütteln hatte nicht nur ich einen Tinitus vom Gekreische.

Erziehung ist wohl scheinbar Glückssache

 

Stine die Biene

Kunden und das Flirtverhalten oder Manchmal verzweifelt auch eine Kassiererin

Das gerade Männer mit Kassiererinnen flirten oder sich sehr nett unterhalten, ist nichts Neues und solange es sich im Rahmen hält, für die Meisten auch in Ordnung. Was allerdings teilweise an der Kasse abgeht, lässt sogar die „härteste“ Kassiererin verzweifeln.

Das Männer uns sogar im Beisein ihrer eigenen Partnerin uns zu zwinkeren oder mal einen flotten Spruch machen, gehört schon zum Alltag. Was die Partnerin davon hält, entzieht sich meistens meiner Kenntnis….es gab aber nach der Kassen schon den ein oder anderen Beziehungsstreit und/oder die ein oder andere  – naja –  sehr angepisste weibliche Begleitung……aber gut DAS ist nun wirklich nicht mein Problem mehr.

So und nun kommt der Hinweis für alle Herren, wie man es nicht machen sollte….

Samstags Spätschicht: Ich hatte einen Herren an der Kasse, der stramm auf die 70 zuging und der locker mein Vater hätte sein können. Daher nenne ich ihn jetzt einfach auch mal Papa. Er fing beim Kassiervorgang das folgende Gespräch an:

Papa: Na junge Frau dauert ihre Schicht noch lange?

Ich: Nein bald Feierabend.

Papa: Bis wann geht denn  ihre Schicht?

Ich: Bis Feierabend ist und ich abgerechnet habe.

Papa: Und was machst du dann Schönes ?

Ich (In Gedanken…ähm seit wann duzen wir uns?)

Ich gesagt: Och mein Mann holt mich dann ab und wir machen uns einen schönen Abend!

So schnell waren anschließend noch nie die Waren im Einkaufskorb und der Herr aus dem Markt geflüchtet.

 

Einige Wochen später wieder Samstags Spätschicht. Diesmal ein Mann der irgendwas zwischen 60 und 70 war und es entstand folgendes Gespräch:

Mann: Mach den Einkauf mal nicht so teuer, sonst schimpft meine Regierung.

Ich (In Gedanken….wenn ich für jeden dummen Spruch Geld bekommen würde, säße ich jetzt schon auf den Seychellen.)

Allerdings erwiedere ich nichts, sondern scanne weiter.

Als ich dem Kunden den Betrag nenne, kommt dann: Das kann meine Regierung noch gerade akzeptieren…. (ah ja)

Frage nach der SdP-Karte bleibt unbeantwortert. Dann muss ich fragen, ob er Treuepunkte sammelt.

Antwort (warum habe ich mir sowas schon gedacht?): Nein ich bin niemanden treu, nichtmals meiner Regierung. (Spätestens jetzt lag mein Kopf fast auf dem Scanner).

Dann fragte ich ihn, ob er den Bon haben möchte und ich bekam folgende Antwort: Ja den brauche ich unbedingt. Den muss ich meiner Regierung vorlegen. Aber du könntest mir eine große Freude machen und deine Telefonnummer drauf schreiben.

Ich dann so: Könnte ich machen, aber da geht nur mein Mann dran.

Entgleiste Gesichtszüge und er war ganz schnell verschwunden.

Manche denken echt, die Kassiererin findet sowas toll….ähm nein nicht.

Bei einer Kollegin von mir ging das „Flirten“ sogar so weit, dass es in Stalken endete und sie nur noch nach Feierabend mit dem Sicherheitsdienst zum Auto ging, bis der Typ gefasst wurde.

Der Höhepunkt bei mir verlief zum Glück glimpflicher. Ich gab einem Mann so um die 40 den Bon und bekam ihn kurze Zeit später mit seiner Handynummer und den Worten: „Schreib mir doch mal“ zurück. Er war mir nicht ganz unsympatisch und so habe ich – mit dem Wissen meines Mannes Björn – mal eine SMS hingeschrieben. Aber nach der 2. SMS kam nichts mehr zurück. Schade aber zwingen kann ich ja keinen.

Das es aber nicht nur negative Beispiele im Flirtverhalten gibt, soll jetzt das folgende Beispiel zeigen. Es geht nämlich komplett anders.

In einer Mittelschicht hatte ich einen jungen Mann an meiner Kasse in weiblicher Begleitung – ich nenne ihn jetzt mal Walter – der sich sehr nett mit mir unterhielt. Wir machten über verschiedene Themen kurzen Smalltalk und als er ging meinte er noch so zu mir – nach dem Blick auf den Kassenbon – „Ach tschüß Stine!“ Irgendwoher kam er mir bekannt wor….nur ich konnte ihn nicht richtig einordnen.

Ca. 3 Wochen später an einem Sonntag zu Hause, meinte mein Mann zu mir: Du ich schreibe gerade mit Walter. Der, der bei Facebook einige Gruppen hat, wo wir drin sind. Er war neulich bei dir an der Kasse und er war das mit „Tschüß Stine“.

OK bisher kannte ich ihn wirklich nur von Facebook, aber wir fingen an uns da zu unterhalten. Tja und mittlerweile kennen wir 3 – also Walter, mein Mann und ich – uns persönlich und haben uns auch schonmal auf einer Lesung getroffen. Wenn man es also richtig macht, kann aus einem netten Tschüß eine Freundschaft werden.

Auf das die Männer mal ihr Flirtverhalten überdenken….

Stine die Biene

Neue Kasse, aber sofort oder die Ungeduld der Kunden

Ich arbeite ja in einem sehr großen Supermarkt und wir haben immer eine feste Anzahl von Kassenkräften vor Ort. Wenn sehr viel los ist, kann durch die Kassenaufsicht noch eine weitere Kasse geöffnet werden und im Zweifelsfall kann durch die Kassenleitung ebenfalls noch eine zusätzliche Kasse aufgemacht werden. Dann sind die Kapazitäten aber entgültig erschöpft und die Kunden müssen warten.

Es war Frühschicht und es war so gegen 11:30 Uhr. 2 Kolleginnen und ich hatten Dienst und wir besetzen die Kassen 7, 9 und 10. An jeder Kasse stand jeweils 1 Kunde, welcher gerade bedient wurde und es warten 1-2 Kunden dahinter. Alles nur mit kleinen Einkäufen, sodass es keine längere Wartezeit als 3 Minuten gab.

Ich saß an Kasse 7 und sehe plötzlich aus dem Augenwinkel einen Schatten an der Kasse 6 genau gegenüber. Ich gucke hoch und sehe dort eine Kundin, ca Mitte bis Ende 40, die dort 5 Sachen aufs Kasenband legt. Ich gucke sie fragend an.

Kundin: Ist hier offen?

Ich: Nein tut mir leid. Kasse 6 ist nicht besetzt. Nur die 7, die 9 und die 10.

Kundin: Können sie hier rüberkommen und aufmachen?

Ich: Tut mir leid. Ich kann hier von der Kasse nicht weg.

Kundin: Können sie eine Kollegin ausrufen, damit ich hier sofort bedient werde?

Ich: Tut mir leid. Erst in 30 Minuten fangen die nächsten Kolleginnen an. Sie müssen sich an Kasse 7, 9 oder 10 anstellen.

Kundin: Ich habe es eilig.

Ich: Tut mir leid.

Kundin zog schmollend ab und stellte sich zu meiner Kollegin an die Kasse 9. Recht flott war sie dann dran und dann…..

….hatte sie auf jeden Fall soviel Zeit, dass sie die Punkte der SdP-Karte verechnet haben wollte und noch zusätzlich hat Geld auszahlen lassen.

Und auch nach dem Kassiervorgang hatte sie unglaublich viel Zeit, weil sie eine Bekannte traf und ins Quatschen verfiel. Als ich 30 Minuten später Feierabend hatte, stand sie da immer noch und war am Quatschen.

Manche Kunden haben echt keine 3 Minuten Geduld.

Stine die Biene

Der Nordrhein-Vandalen-Tag oder Hilfe sie geben ihr Gehirn an der Grenze ab

So nach langer Zeit geht es hier auch wieder weiter. Aber auch Kassiererinnen haben ein Privatleben, was mit unter vorgeht. Allerdings haben gute Freunde mich motiviert weiterzumachen. Daher heute zum Einstieg eine Geschichte, die sich am 01.11.2017 ereignet hat.

Also wie ich schonmal schreib, liegt meine Arbeitsstätte in Niedersachsen. Zweimal im Jahr trifft uns daher der Nordrhein-Vandalen-Tag. Für alle, die sich darunter nichts vorstellen können, folgende Erklärung: Zweimal im Jahr (Fronleichnahm und Allerheiligen) geht in NRW die Welt unter, weil Feiertag ist. Leider, weil man verhungert ja die nächsten 3 Wochen, weil es 1 Tag lang nichts zu kaufen gibt, fahren dann fast alle teilweise mehrere 100 km weit, um in Niedersachsen einzufallen und die Regale leer zu kaufen.

Leider deswegen, weil das Personal teilweise wie der letzte Dreck behandelt wird. Deswegen auch Vandalen Tag. Das wir grundsätzlich nicht gegrüßt werden, das „Bitte“ und das „Danke“ in NRW schon ausgestorben sind und wir ja alle doof sind, daran haben wir uns alle schon gewöhnt. NRW kann halt nicht freundlich und höflich. Auch das wir erklären müssen (und das mindestens 100 Mal am Tag), das unsere Konzernzentrale in Niedersachsen liegt und die, der gleichen Geschäfte in NRW eben in NRW und das wir daher andere Angebote haben und die Werbung aus NRW eben NICHT bei uns gilt, auch daran haben wir uns gewöhnt. Wir haben sogar im Eingangsbereich einen großen Aufsteller stehen, der den Kunden das eigentlich idiotensicher erklären soll…..wie gesagt eigentlich…..denn NRW gibt scheinbar sein Gehirn an der Grenze ab. Und deshalb kam es zu der folgenden Geschichte, welche dem Fass den Boden ausschlug. Aber von vorne…..

Ich habe Mittelschicht und muss von 12-16 Uhr an der Kasse sitzen. Mir gegenüber meine eine Lieblingskollegin. Ich nenne sie jetzt einfach mal Martina. Martina hat fast 30 Jahre in Einzelhandel hinter sich und fast nichts kann sie aus der Ruhe bringen.

NRW hat in dieser Woche ein Angebot in der Werbung. Wer einen bestimmten Fernseher für 500 € kauft und eine Soundbar für 130€ zusätzlich kauft, bekommt einen Einkaufsgutschein von 100 € geschenkt. Wir erinnern uns. DAS gilt in NRW und NICHT in Niedersachen. DAS haben wir an diesem Tag zusammen mit der Kassenaufsicht – ich nenne sie jetzt mal Ricarda – schon ungefähr 5 Kunden erklären müssen. Bis dahin gab es zwar einige Diskussionen und die Elektroabteilung musste schon mehrere Fernseher und Soundbars wieder ins Regal einräumen, aber….daran sind wir an solchen Tagen ja gewöhnt.  Freundlich lächeln, sind entschuldigen, dass wir leider nicht NRW sind und den Kunden in Gedanken umbringen…….  

So verging die Schicht bis ca gegen 14:15 bei Martina an der Kasse Familie Unmöglich auftauchte. Warum….erklärt sich gleich von selbst. Papa Unmöglich war ca. Mitte bis Ende 40. Töchterchen irgendwas zwischen 12 und 15 Jahren und Mama Unmöglich war ca Anfang 40 und fiel vorher im Laden schon unangenehm auf.  Da sie mit feuerroten Haaren gesegnet war (einer scheinbar billigen Haarfärbung sei Dank) und aufgrund ihres Auftretens im Laden vorher, taufte ich sie in Gedanken Hexe……

Gut Familie Unmöglich packte den Inhalt des Einkaufwagens aufs Band. Dieses war einmal komplett voll mit Lebensmitteln (?)….naja ich dachte eigentlich bei dem Anblick, das sie eine ganze Kneipe mit Spirituosen versorgen wollten. Das komplette Band war voll mit „Sprit“ und dazu noch 4 oder 5 „echte“ Lebensmittel. Den Geruch, den ich gerade von Frau Unmöglich wahrnehmen konnte, erklärte mir aber gleich, dass sie wohl eher die Kneipe war, die ausgestattet werden sollte……..

Naja, der Spirituoseneinkauf ging über den Scanner und Martina und ich warfen uns schon wissende Blicke zu und ahnten wohl beide, dass in 5 Minuten nichts mehr so war, wie bisher….und es kam wie es kommen sollte. Nach der Kneipenausstattung packte Papa Unmöglich dann den Fernsehen und die Soundbar aus der Werbung (natürlich aus der Werbung von NRW und NICHT von Niedersachen) auf das Band und mit jedem Zentimeter, was das Band nach vorne rückte, kam der Ärger näher….

Gut der Kneipeneinkauf wurde bezahlt, Töchterchen vorher noch das Ü-Ei verweigert, weil zu teuer (!!!!) und es wurde ordnungsgemäß bezahlt. Dann kamen Fernseher und Soundbar dran und als Martina den Preis von 630 € nannte, fragte Frau Unmöglich: „Wird der Rabatt sofort abgezogen?“. Martina erklärte dann höflich und freundlich, dass es keinen Rabatt gäbe. Im Werbeprospekt, welcher nur in NRW gälte, würde es einen Gutschein geben. Allerdings gilt diese Werbung bei uns leider nicht, da wir Niedersachsen sind.

„Wie Sie wollen mir nicht meinen Rabatt geben? Sind Sie zu blöd zum abziehen?“ Tja, das war die Antwort von Frau Unmöglich. Martina erklärte nochmals in Ruhe die geografischen Unterschiede und auch den Unterschied zwischen Rabatt und Gutschein und wurde daraufhin nochmals angepampt mit noch weniger höflichen Worten, wie davon. Gut am Nordrhein-Vandalen-Tag sind wir Kummer gewöhnt. Also rief Martina die Kassenaufsicht Ricarda dazu. Sie kam und versuchte Familie Unmöglich ebenfalls in einem sehr ruhigen Ton, davon zu überzeugen, dass Niedersachsen nicht NRW ist und das wir das Angebot nicht haben und auch nicht gewähren können und – wenn sie auf das Angebot bestehen würden – sie das doch bitte MORGEN in NRW kaufen mögen.

Ah der 1. Lichtblick Herr Unmöglich schien zu kapieren und fragte Ricarda, wie das Problem zu lösen sei, da er ja schließlich sein Konto gerade um 630 € erleichtert hat, denn während seine Hexe rumzeterte, hatte er schon bezahlt. Ricarda meinte dann das sie doch einfach mit zur Kundeninfo kommen sollten und Frau Herbst den Einkauf zurücknimmt und das Geld auszahlt und die Elektroabteilung die Sachen wieder zurück ins Regal nimmt. Herr Unmöglich nahm den Wagen und Töchterchen – der die ganze Situation sichtlich peinlich war – und ging mit Ricarda zur Kundeninfo um das Problem zu lösen…..leider ging Frau Unmöglich nicht mit, sondern drehte jetzt richtig auf. Es fielen Aussagen wie: „Wenn du zu blöd bist, an der Kasse zu arbeiten, dann geht doch das Klo putzen“ und nachdem sie sich richtig in Rage geredet hatte (oder auch dringend Alkohol zur Beruhigung hätte herhalten müssen, weil der Pegel offensichtlich sank) fielen so „nette“ Begriffen wie „Kassenschlampe“ und zwar in einer Lautstärke, das in der Bäckerei die Kaffeetassen das Wackeln anfingen.

Martina machte kurzen Prozess und griff zum Telefon um den Sicherheitsdienst zu rufen. Da Frau Unmöglich mittlerweile laut genug war, rief Frau Herbst von der Kundeninfo auch gleich noch den stellvertretenden Marktleiter Herrn Ruhe dazu.

Keine 2 Minuten später standen 3 Leute neben Frau Unmöglich. 2 vom Sicherheitsdienst und Herr Ruhe. Diese lief jetzt aber zur Hochform auf und das Wort „Hure“ in Richtung Martina, ist jetzt wirklich nur noch das einzigste Wort, was ich hier schreiben kann. Alle anderen sind echt nicht mehr druckreif und hatten selbst das Niveau einer Drogensüchtigen auf dem Straßenstrich deutlich unterschritten. Alle Kunden im Umkreis von 5 m wichen schonmal vorsichtshalber zurück und Martina und ich waren froh, dass zwischen der wütenden Hexe und uns jeweils noch die Kasse dazwischen war.

Bevor der ganze Auftritt noch peinlicher und beleidigender wurde, versuchten 3 Leute beruhigend auf Frau Unmöglich einzuwirken, was aber mehr schlecht wie recht gelang und sie eher noch wütender machte. Der Sicherheitsdienst machte dann eher kurzen Prozeß. Er drohte die Polizei zu rufen. Damit brachte er die wütende Damen wenigstens etwas zur Vernunft. Im Eingangsbereich rief selbst Herr Unmöglich schon nach seiner Frau. Selbst ihm schien der Autritt seiner Gattin mittlerweile sehr peinlich zu sein. Gut zumindest hatte das Ganze eine beruhigende Wirkung und – nachdem der Sicheitsdienst und Herr Ruhe ein Hausverbot aussprachen und das für 1 Jahr – war die tobende Hexe dann bereit den Laden zu verlassen….aber nicht ohne sich nochmals umzudrehen und Martina nochmals ein „dumme Kassenschlampe“ dar zu lassen.

Wir haben ja schon einiges erlebt – besonders am Nordrhein-Vandalen-Tag – aber sowas dann doch nicht. Frau Unmöglich war für die restliche Woche (und wir hatten gerade erst Mittwoch) das Betriebsgesprächs und Lästerthema #1 unter 180 Mitarbeitern.  Daran sieht man wie kaputt Alhokol machen kann.

Stine die Biene

Kunden und ihre Eigenarten #1

Es gibt Kunden die bleiben einem im Gedächtnis – mal positiv, mal negativ – und heute will ich mal von so einer Kundin erzählen. Ich nenne sie Frau Verwirrt. Warum? Das könnt ihr gleich nachvollziehen.

 

Ich musste Spätschicht von 16-20 Uhr arbeiten. Kurz nach 16 Uhr – es war zu dem Zeitpunkt ruhig im Laden) steht eine ältere Frau mit langen grauen Haaren bei mir an der Kasse und kauft 1 Set mit 5 Paar Socken für 5,99€. Das übliche Kundengespräch und ich frage sie auch nach der SDP-Karte. Sie weiss nicht, was das ist uns lässt es sich von mir erklären. Dann weise ich auf einen Informationtisch 2 m von meiner Kasse entfernt, wo sie die Unterlagen und das Antragsformular für diese Karte bekommt. Soweit, sogut. Sie geht da auch hin und nimmt sich Unterlagen. Weiter verfolge ich das Ganze nicht, da ich neue Kunden habe.

 

Ca. 7 Minuten später steht Frau Verwirrt wieder an meiner Kasse und hält einen Hackenprosche in der Hand (für alle, die nicht wissen, was das ….Hackenporsche ) von dem ein Rad ab ist (vermutlich nicht richtig festgesteckt) und sie meint zu mir: „Der ist kaputt. Den müssen sie zurücknehmen“

Ich: Gegen sie bitte mal zur Kollegin an die Kundeninfo. Die kann Ihnen weiterhelfen“ Da ich nicht wusste, wo der Hackeporsche so plötzlich her kommt und sie ja nur Socken gekauft hat, kann ich da nichts machen.

5 Minuten später. Frau Verwirrt steht da wieder und hält mir den Hackenporsche vor die Nase. Diesmal hat sie beide Räder in der Hand und meint:“ Den haben Sie mir gerade verkauft. Der ist kaputt. Den will ich nicht“

Ich: “ Tut mir leid. Sie haben bei mir gerade nur Socken gekauft. Gehen sie doch bitte zur Kollegin an die Kundeninfo. Die kann Ihnen da eher weiterhelfen.“

Kundin verschwindet…..und ist wieder in den Laden rein und rennt nun von „innen“, also aus dem Verkaufsraum kommend auf meine Kasse zu, schubst eine andere Kundin, die gerade anfängt aus ihrem Einkaufswagen aufs Band zu packen, mit voller  Wucht zur Seite (Das die kleine und zierlich Frau nicht Kopfüber im Einkaufswagen hing war alles), hält in der einen Hand den Hackenporsche und in der anderen die 2 losen Räder und schreit mich an: “ Sie sind unverschämt. Den haben sie mir gerade verkauft und der ist kaputt. Ich will den nicht mehr.“

Ich: „Dort vorne ist die Kundeninfo. Bei mir haben Sie gerade nur Socken gekauft, aber nicht den Einkaufsroller. Gehen sie bitte zur Kollegin und klären sie dort, was mit dem Teil ist und ob sie es zurück geben können.

Frau Verwirrt läuft hochrot an und brüllt wieder los, dass das Teil kaputt ist und sie den nicht haben möchte. Die Kundin dahinter schüttelt nur noch den Kopf….bevor ich etwas sagen kann, kommt Frau Bach von der Kundininfo (die eigentlich nur die Einkaufskörbe der Kunden von den Kassen wegräumen möchte und hört das Gebrüll der Kundin.

Ich zu Frau Verwirrt: „Da ist meine Kollegin von der Kundeninfo. Die kann Ihnen weiterhelfen.

Meine Kollegin hat sie dann auch mitgenommen. Soviel ist im nachinein erfahren habe, hatte sie den Hackenporsche nicht bei uns gekauft. Allerdings hat Frau Bach erstmal beide Räder richtig festgesteckt und die Kundin dann verabscheidet. Was weiter passiert ist und wo Frau Verwirrt dann abgeblieben ist, haben wir alle nicht mehr mitbekommen.

 

Stine die Biene