Die Peinlichkeit der eigenen Familie oder wenn Eltern einen blamieren

Tja, das Eltern einem peinlich sein können, insbesondere in der Pupertät, ist wohl jedem bekannt. Aber das einen Eltern auch anders vorführen können, davon soll die heutige Geschichte handeln.

Es war an einem Samstag und ich musste von 10-14 Uhr arbeiten. Gegen 13 Uhr taucht eine ältere Dame so um die 70 Jahre auf, die ich noch nie gesehen hatte. Sie war sehr nett zu mir und wir unterhielten uns sehr nett, während ich ihre Einkäufte scannte. Und dann kam Susi an meine Kasse geschossen. Die genau DIE Susi (http://stinediebiene.mein-online-tagebuch.de/2017/03/02/susi-und-die-hindernisse-des-gewinnspieles/ ). Und sie sprach die Dame an:

Susi: „Hallo“ Was machst du ausgerechnet an DER Kasse?“

Dame: „Ich weiß gar nicht, was du hast. Deine Kollegin ist sehr nett und sehr freundlich und wir haben uns gerade sehr nett unterhalten bis DU aufgetaucht bist.“

Susi (wirft mir einen bösen Blick zu): „Ja aber das es ausgerechnet DIE Kasse sein muss. Hier haben noch andere Kassen auf und die Kolleginnen sind auch nett.“

Dame: „Nein ich komme jetzt immer zu der Kollegin. Sie ist wirklich sehr nett und sehr freundlich.“

Susi (wirft mir einen Blick zu, der mich tot vom Stuhl kippen läßt): „ES GIBT HIER AUCH NOCH ANDERE KASSEN UND ANDERE KOLLEGINNEN!!!!!“ (Ja man merkt Susi kann mich sehr gut leiden…..NICHT…ich sie allerdings auch nicht)

Susi: “ Aber was anderes. Ich habe gleich Pause. Sollen wir zusammen essen?“

Dame: „Nein ich muss nach Hause. Ich kann den Hund nicht solange alleine lassen.!“

Susi:“ Ja und? Den lässt du sonst auch stundenlang alleine!“

Dame: “ Ersten stimmt das nicht und zweitens lass mich hier erstmal in Ruhe den Bezahlvorgang mit deiner netten Kollegin beenden!“

Gut während ich der Dame den Betrag nenne, nach der SdP-Karte und Treuepunkten fragen, das Bargeld kassiere und das Wechselgeld herausgebe und nach den Bon frage, quatscht Susi ständig dazwischen und will die Dame unbedingt in ein Gespräch verwickeln und von mir ablenken.

Der Dame platzt die Hutschnurr und sie faucht los: „Susanne jetzt lass mich hier mal in Ruhe bezahlen und halte deinen Mund. So kenne ich dich gar nicht. Du kannst dein Benehmen deiner Kolegin gegenüber wirklich mal ändern und mich behandelst du sowieso nicht so. Schließlich bin ich deine Mutter und erwarte Respekt und Benehmen von dir!“

Susi (läuft dunkelrot an) bedenkt mich und Mama mit einem Todesblick und rauscht beleidigt mit einem „Tschüß Mama“ ab.

Ich (muss mir ein Lachen sehr verkneifen) verabschiede die Dame sehr nett und wünsche ihr ein schönes Wochenende.

Dame: „Sie sind sehr nett und höflich zu Ihnen komme ich gerne wieder an die Kasse. Da kann sich meine Tochter echt eine Scheibe abschneiden. Dazu werde ich ihr aber nochmal was sagen!“ Dann wünscht sie mir auch ein schönes Wochenende und geht.

Und nun kann ich mich nicht entscheiden, ob ich vor Lachen in den Handscanner beißen soll oder ob ich durch Todesblicke wirklich vom Stuhl fallen soll. Ich glaube ich entscheide mich fürs Lachen und beisse in den Handscanner.

 

Stine die Biene

Kolleginnen und die Hindernisse des richtigen Arbeitsbeginns

Heute soll es mal wieder um die sehr beliebte (ähm NICHT) Kollegin Nancy gehen.  Hier (http://stinediebiene.mein-online-tagebuch.de/2018/12/09/die-spontanheilung-oder-glaubt-sie-dass-wir-alle-bloed-sind/ ) habe ich schonmal über sie berichtet. Heute ist Silvester und einige Kolleginnen arbeiten von 8-14 Uhr (dazu gehören heute auch Heidi und ich) und andere von 9-14 Uhr (dazu gehört auch Nancy).

Es ist 7:45 Uhr und Ayse, Heidi, Rita und ich stehen vor der Stempeluhr und warten darauf, dass wir uns einstempeln können, was nicht vor 7:47 passieren darf. Die Tür geht auf und Nancy kommt herein. Sie grüßt, aber keiner von uns grüßt zurück. Wir unterhalten und einfach weiter. Ja Nancy ist sehr beliebt, was was wirklich an ihrer Art liegt.  Nancy guckt auf die Uhr in der Stempeluhr, blöckt los: „Ist doch noch viel zu früh um hier dumm rumzustehen“ und verschwindet im Raucherraum. Als die Tür zu ist sage ich zu Heidi: „Was will die denn schon hier? Ist die aus dem Bett gefallen? Die steht erst ab 9 Uhr auf dem Plan!“. Heidi so zu mir: „Wirklich? Na dann kann sie ja nochmals nach Hause und aus ihren Wischmopp eine Frisur machen. “ OK Heidi hatte Recht, denn das was wieder auf dem Kopf saß, sah aus, wie aus dem Bett aufgestanden und mit Haarlack betoniert….Frisur geht anders. Aber gut.

Wir stempeln uns ein und gehen ins Kassenbüro um Kassenlade und Kassenkörbchen fertig zu machen. Insgesamt sind 6 Kassiererinnen, 1 Kassenaufsicht, die Infodame Frau Herbst und die beiden Chefinnen Frau Spieß und Frau Direkt im Kassenbüro und waren damit beschäftigt, sich auf die Schicht vorzubereiten, als Nancy ins Kassenbüro gestürmt kam und auf den Kassensitzplan schauten. Das Nancy 1 Stunde zu früh erschienen war, hatte sich bei allen 10 anwesenden Personen mittlerweile rumgesprochen. Nancy entfuhr ein: „Scheiße ich bin ja eine Stunde zu früh da!“ und alle mussten ein Lachen unterdrücken. Ich leise zu Heidi: „Tja man sollte vielleicht lernen, den Dienstplan richtig zu lesen“. Heidi leise zu mir: „Du hattest Recht, aber was willst du denn von der erwarten!“.

Nancy: “ Ich bin eine Stunde zu früh da….“ Frau Direkt unterbricht: „Ach das Ihnen das auch auffällt, dass sie erst um 9 Uhr arbeiten müssen. Vorher auf den Dienstplan gucken!“……ein leises Kichern zieht durch das Kassenbüro.

Nancy (nun ziemlich angepisst, weil sie wohl merkt, dass sich alle darüber amüsieren): „Nun muss ich wohl nochmals nach Hause!“. Frau Direkt: „Da wird Ihnen wohl nichts anderes übrig bleiben. Sie haben es ja nicht weit. Sind ja nur 5 Minuten. Und dann sehen wir sie 1 einer Stunde wieder!“. Nancy stapft wutentbrannt aus dem Raum und nun können wir nicht mehr an und halten und müssen loslachen.

1 Stunde später taucht Nancy wieder auf und geht an ihre Kasse. Aber nicht ohne uns alle mit einem bösen Blick zu bestrafen. Der Blick wirkt nicht. Die größere Strafe ist (besonders für die Kunden) den betonierten Wischmopp ertragen zu müssen. Ich gehe gleich mal Doris fragen, ob die ihren Wischmopp zum Kloreinigen zufälligerweie sucht oder ihn an Nancy verliehen hat.

Auf die Suche nach Doris macht sich jetzt

 

Stine die Biene

Kunden und die Hindernisse des Feuerwerksverkaufs

Einmal im Jahr wird auch bei uns Feuerwerk verkauft. Die Diskussion ob das nun sein muss oder nicht, will ich hier nicht führen. Bei uns ist das so, dass diese Sachen nur an 1 Kasse (von 12 vorhandenen Kassen) verkauft wird und die Kassierinnen, die diese Sachen verkaufen, eine entsprechende Schulung haben. Die restlichen 11 Kassen und die Kundeninfo dürfen nur und ausschließlich Feuerwerk der Klasse 1 (sprich Wunderkerzen, Knallbonbon, Konfettikanone, ect. ) verkaufen. Wenn wir uns nicht dran halten, gibt es eine Abmahnung. Das wissen wir alle und daran halten wir uns. Sollten die Kunden ausrasten, sollen wir im Kassenbüro anrufen. Die entsprechende Chefin springt uns dann bei.

Gut Freitag 1. Verkaufstag…1 Kunde, der bei mir Raketen kaufen wollte und nicht durfte. OK das lag vermutlich daran, dass ich an Kasse 11 aß und weit genug weg war. Kunde wurde von mir freundlich darüber aufgeklärt, dass ich es nicht verkaufen darf und er an Kasse 1 gehen muss. Kunde mault rum. „Dann lasse ich es eben hier!“. Ich so: „Tut mir leid. Aus Sicherheitsgründen darf das nicht bei mir an der Kasse liegen bleiben. Dann müssen sie es wieder zum Feuerwerk zurückbringen.!“ Kunde mault noch mehr rum und will sich an der Info über mich beschweren. Soll er machen. Die Info wird auch nichts anderes sagen und im Zweifelsfall die Chefin dazuholen.

Samstag 2. Verkaufstag. Diesmal sitze ich an Kasse 4. In 4 Stunden 4 Kunden mit Feuerwerk. 3 reagieren verständnissvoll und bezahlen bei mir die normalen Lebensmittel und dann das Feuerwerk an Kasse 1. Ein Kunde muss natürlich aus der Reihe springen. Wäre ja auch nicht normal, wenn es nicht so wäre.

Ich werde also angemault, als „Blöde Kuh“ bezeichnet und dazu aufgefordert, es ihm doch zu verkaufen. Auf meinen Hinweis, dass ich es nicht darf und dann eine Abmahnung bekommen würde, wird der Kunde noch ausfallender. Ich überlege schon mich unter meine Kasse zu setzen, damit mir nicht gleich die Raketenpackung um die Ohren gehauen wird. Allerdings entscheide ich mich dagegen, denn in dem Moment läuft gerade der stellvertretende Marktleiter Herr Ruhe an mir vorbei, um aus einem speziellen Lager Feuerwerksnachschub zu holen.

Ich rufen ihn an meine Kasse und bevor ich noch irgendetwas erklären kann, pöpelt der Kunde los: „Die Kassiererin ist zu blöd mir die Raketen zu verkaufen“. Pech nur, dass Herr Ruhe genau das erklärt, was ich auch schon erklärt habe und den Kunden mit an Kasse 1 nehmen will. Tja…das gefällt dem Kunden aber gar nicht und er besteht darauf, dass die Schlampe (Oh er meint mich?) ihm das jetzt sofort verkaufen soll. Herr Ruhe bietet ihm nun an, entweder das Feuerwerk an Kasse 1 zu kaufen oder ohne Feuerwerk den Laden zu verlassen. Der Kunde entscheidet sich dafür, den Laden ohne Feuerwerk zu verlassen. Vorher kündigt er aber noch an, sich bei der Zentrale zu beschweren und dafür zu sorgen, dass die Kassenschlampe nicht mehr lange ihren Job behält…..Ja wenn es danach ginge, wäre ich schon längst rausgeflogen. Jedes Jahr die gleichen Diskussionen.

Montag, Silvester, letzter Verkaufstag. Ich sitze an Kasse 6. Wieder 4 Kunden mit Feuerwerk, denen ich wieder erklären muss, dass ich es nicht verkaufen darf. Argument: „An Kasse 1 ist die Schlange aber so lang. Können sie nicht….?“ Nein ich kann leider nicht, wenn ich nach Neujahr auch noch kassieren möchte. 3 reagieren mit Verständnis. und Kunde #4 schmeist mir das Feuerwerk auf den Scanner, lässt seinen Einkaufswagen stehen, seine bereits eingepackten Lebensmittel, welche noch nicht bezahlt sind, ebenfalls.

Tja, sowas erfreut das Kassiererinnenherz doch sehr….NICHT….Also Kassenaufsicht anrufen (Und nein das ist kein Vergnügen, wenn die Kundenschlange eh schon durch den halben Laden reicht und wir eine Wartezeit von 20 Minuten haben). Sie bricht den Bon ab, freut sich natürlich sehr, dass sie jetzt einen kompletten Einkaufswagen mit Lebensmittel wieder verräumen darf und nimmt das Feuerwerk mit.

Das einige Kunden immer aus der Reihe tanzen müssen und Anweisungen, die die Kassiererin hat, nicht gelten lassen wollen. Darüber wundert sich nicht nur

Stine die Beine

Kunden und die Stoffeligkeit oder manche sind einfach mit sich selbst unzufrieden

Kunden sind sehr unterschiedlich und im Grunde genommen ist das auch sehr gut so. Es gibt Kunden, die mag man mehr und es gibt Kunden, die mag man weniger. Einer unser Stammkunden – ich nennen ihn jetzt mal Herrn Stoffel – schlägt aber den Fass den Boden aus und am liebsten würde ihn gar nicht mehr bedienen. Warum? Das erzähle ich jetzt.

Herr Stoffel ist wie gesagt Stammkunde und kommt mindestens 2 Mal am Tag – manchmal auch 3 Mal. Er ist Rentner und hat scheinbar Langeweile. Er wohnt nur 1 Straße vom Supermarkt entfernt und könnte diesen in 2 Minuten zu Fuß erreichen. Aber laufen? Nein! Er fährt also 2-3 Mal am Tag mit seinem dicken Sternwagen auf unseren Parkplätz….ok fährt ist jetzt noch gut ausgedrückt….er heizt mit hohen Tempo drüber und es ist bisher schon ein Wunder, dass es noch zu keinem Unfall kam.

Zumal er fast schon denn Herrn vom Ordnungdienst beim Wageneinsammlen umgefahren hätte und das Herr Stoffel mit seinem Wgen bis direkt vor den Laden auf einen Behindertenparkplatz rast (warum er nicht gleich mit dem Wagen durch die Eingangstür fährt und von seinem Wagen aus, die Angestellten für sich flitzen lässt, entzieht sich leider meiner Kenntniss) ist schon normal. Dabei wäre fast schon den ein oder anderen Kunden auf der Motorhaube gelandet  und auch schon der ein oder anderen Angestellten, der entweder gerade Feierabend hatte oder gerade zum Dienst kam,  fast zur Kühlerfigur geworden. Wenn Herr Stoffel also auf dem Parkplatz erscheint, gilt keine StvO mehr und man springt besser irgendwie auf das nächste Auo oder in den Einkaufswagen, wenn einem sein Leben lieb ist.

Gut Herr Stoffel tätigt dann seine immer sehr wichtigen Einkäufe, die nie mehr wie 10 Teile betragen. Es ist ihm sehr wichtig überall als 1. dranzukommen und nur das Beste für sich zu ergattern. Das Personal der Fläche hat ihn schon öfters dabei beobachtet, wie er Kunden zur Seite schubst, nur um die besten Äpfel aus der Kiste zu holen. Das Nummernsysthem an der Wurst- und Fleischtheke hält er persönlich für Blödsinn. Wenn er kommt, hat er als 1. dranzukommen. Nur irgendwie will das das Personal nicht einsehen. Er hält es dann auch nicht für nötig, mit dem Personal vernüftig zu kommunizieren, sondern zeigt auf irgendeine Wurst und das Personal muss dann raten, welche es genau ist und wie viel es sein soll. Klappt das nicht auf Anhieb, dann mault er das Personal an….Ja Kummer sind wir alle gewohnt….

Irgendwann ist der Herr Stoffel an an der Kasse angekommen. Zum Glück stellt er sich immer an eine andere Kasse und geht nicht zur selben Kassiererin.  Flüchten möchten wir jetzt am liebsten alle und hoffen, dass der „Pokal“ an uns vorbeizieht.

Herr Stoffel schmeisst seine paar Teile immer mit Schwung aufs Kassenband, als wären es keine Lebensmittel, sondern Dreck. Das dabei bisher weder ein Joghurtbecher, noch ein Ei kaputt gegangen ist, grenzt an ein Wunder. Er nimmt immer die Kasse mit der kürzesten Schlange bzw am liebsten hätte er es, wenn gar kein Kunde da ist und die Kassierin ihm zu Füßen liegt, damit er sie als Fußabtreter nutzen kann. Eine Begrüßung? Nein absolut überflüssig. Es ist auf der anderen Seite ja kein Mensch, sondern nur Dreck. Gut Waren scannen, Betrag nennen und nach der SdP-Karte fragen. Antwort ? Fehlanzeige…..irgendwann fliegt einem dann die Karte um die Ohren, weil er sie mit Schwung in Richtung Scanner schmeisst. Geld wird grundsätzlich nicht in die Hand gegeben, sondern auf den Tisch geschmissen. Und zwar so, dass die Kassiererin fast nicht drankommt. Wechselgeld will er am liebst aber „liebevoll in die Hand getrichen bekommen“. Nö ich lege es ihm mittlerweile auch auf den Tisch. Wer mich so behandelt, hat nur eine konservierte Grundhöflichkeit verdient…..vermutlich kommt er deswegen jetzt nicht mehr so häufig an meine Kasse……..macht nichts

Ja Grußworte an die Kassiererin sind dann natürlich auch völlig überflüssig. Da sitzt ja schließlich seine Leibeigene und kein Person, die man durch Höflichkeit wertschätzen kann. Meistens hat der Herr Stoffel dann auch noch irgendwas rumzumuffeln. Was ist mir relativ egal, ich stelle meine Ohren auf Durchzug und begrüße den nächsten Kunden schonmal überfreundlich.

Und ja Herr Stoffel kann höflich und freundlich sein. Meistens zu Bekannten, die er dann trifft und mit denen er sich stundenlang in der Kassenvorzone unterhält. Wenn er dann den Laden verlässt, um zu seinem Wagen zu gehen, hält man am besten alles fest, was im Wege sein könnte, denn dann rast er wieder über den Parkplatz um 1 Minuten später vor seinem Haus zu stehen.

Manche Menschen müssen echt so unzufrieden mit sich und ihrem Leben sein, dass man es an den Angestellten auslassen muss. Zum Glück gibt es davon nur eine Handvoll Kunden und nicht jeder stellt sich jeden Tag an die eigenen Kasse an. Über freundliche Kunde freut man sich viel mehr….besonders

Stine die Biene

Kunden und die Hindernisse des Jugendschutzgesetzes

Es gibt in Deutschland ein Jugendschutzgesetzt an das wir uns als Kassiererinnen natürlich halten müssen. Ansonsten wird es für uns selbst …..ähm…teuer……sehr teuer. Das das für Tabak und Alkohol gilt ist den meisten Leuten bekannt. Das dieses Gesetz aber auch für andere Sachen gilt, ist nicht jedem bekannt. Die folgende Geschichte soll davon erzählen.

Mittelschicht. Ich muss von 12-16 Uhr arbeiten. Mir gegenüber sitzt meine Kollegin Marion. Da es in der Weihnachtszeit ist, haben wir beide ganz gut zu tun. So gegen 15 Uhr kommen 2 junge Männer zu Marion an die Kasse. Bei 2 Teile und eine Play Station Aufladekarte. Die ist erst ab 18 Jahre und das steht auch dick auf der Karte drauf. Die Altersabfrage wird auch in der Kasse abgefragt. Gut Marion zum 1. jungen Mann: Den Perso dabei? Ja hat er und er kann bestätigen, dass er 19 Jahre alt ist. Also kein Problem.

Der 2. junge Mann kommt dran und Marion stellt die gleiche Frage. Nur er hat keinen Perso dabei und kann sich auch nicht anders ausweisen. Daher gibt Marion die Karte nicht frei und behält sie ein und sagt dem jungen Mann: „Wenn der Perso vorliegt, händige ich sie aus, wenn du wirklich 18 bist.“

DAS findet der junge Mann aber gar nicht nett und er fängt an Marion anzuranzen. Er wäre 18 und er wollte die Karte haben. Marion bleibt stur.

Daraufhin rastet der junge Mann erstmal so richtig aus und brüllt einige Schimpfwörte durch die Vorkassenzone und haut 2 mal kräftig auf den Auslauftisch der Kasse. Marion macht den Mund auf und will eigentlich was sagen….sie kommt aber nicht mehr dazu, da gerade Herr Ruhe, der stellvertretende Marktleiter, mit einer Palette Getränke durch unsere Kassen durchkommt, die er eigentlich in den Getränkemarkt bringen will.

Er hat den Auftritt des jungen Mannes mitbekommen und bittet ihn gleich doch den Laden zu verlassen. Dieser Aufforderung kommt der junge Mann dann auch unverzüglich nach.

Ob manche nicht lesen können oder wollen, fragt sich jetzt bestimmt nicht nur

 

Stine die Beine

Kunden und die Hindernisse der Ladenöffnungszeiten

Ladenöffnungszeiten – ein schwieriges Thema in gesamt Deutschland. Ich möchte aber jetzt nicht großartig diese Diskussion aufgreifen. Wir haben normalerweise von 8-22 Uhr geöffnet und das 6 Tage in der Woche. 2 Ausnahmen: 24.12 und 31.12. Am 24.12 haben wir von 8-13 Uhr auf und am 31.12. von 8-16 Uhr. Eigentlich lange genug um sich mit dem Nötigsten einzudecken bzw. die Regale zu plündern, weil es ja die nächsten 5 Wochen nichts in Deutschland zu kaufen gibt…..wie gesagt …eigentlich…..

Es ist 12:45 Uhr und alle Angestellten freuen sich darauf, dass in wenigen Minuten der Laden schließt und wir zu unseren Lieben nach Hause können und auch Weihnachten haben. Der Tag war anstengend, denn es war sehr, sehr, sehr voll. Wartezeit an der Kasse – obwohl alles auf war – bis zu 30 MInuten und wir können schon schnell arbeiten.

Frau Herbst an der Kundeninfo beginnt ab 12:40 mit den Durchsagen, dass wir um 13 Uhr schließen und allen Kunden frohe Weihnachten wünschen. Die Durchsagen erfolgen ca im 3 Minutentakt. Ab 12:50 wird das Licht im Laden um 1/3 runtergefahren.

Um 13:50 stürmen mehrere junge Erwachsene (ca 10 Leute zwischen 22 und 32 Jahren mit 5 Einkaufswagen) in den Laden. . Mindestens 4 Durchsagen müssen sie in den nächsten 10 Minuten mitbekommen.

Um 13 Uhr gehen der stellvertretende Marktleiter Herr Ruhe, die Kassenleitung Frau Nervös und der Food-Leiter Herr Charmant von den Bedientheken hinten los, um die letzten Kunden zur Kasse zu bewegen. Wir dürfen nämlich nicht einfach aufspringen und ins Kassenbüro gehen, sondern müssen auf den Ruf „Laden leer“ warten, bis wir uns abmelden dürfen.

In der Sprituosenabteilung trifft Frau Nervös auf 6 der eben reingekommen Leute und bitte die höflich, aber bestimmt zu gehen. 2 Leute folgenden der Bitte sofort mit den Worten: „Wir brauchten eh nur Wein für heute Abend“. 1 Minute später standen sie mit 3 Kartons a 6 Weinflaschen bei meiner Kollegin, bezahlten und verschwanden. So weit, so gut.

Auf die anderen Gestalten traf Herr Charmant in der Snackanteilung. Auch er bat die Kunden höflich, aber bestimmt den Laden zu verlassen, da wir jetzt Feierabend machen. Sie verschwanden auch, aber tauschen wenige Sekunden später in der Sprituosenabteilung auf, wo Frau Nervös, sie ebenfalls bat den Laden zu verlassen. Auch jetzt schnappten sich 2 Leute nur 2-3 Spirituosenflaschen und gingen zur Kasse, wo eine andere Kollegin sie eben abkassierte.

Von den restlichen 6 Leuten, meinte einer: „Wie gibt es jetzt an der Theke kein Fleisch mehr?“ Als dieses verneint wurde, weil wir ja seit bereits 3 Minuten eigentlich Feierabend haben, meinte die gleiche Person nur noch: „Saftladen….“ und verschwand auch in Richtung Kasse. Dort angekommen, musste er meiner Kollegin auch noch einen Spruch drücken, wobei die Begriffe „Saftladen“ und „Unverschämtheit“ sehr großen Raum einnahmen. Zum Glück waren die Gestalten dann ebenfalls draußen.

Leider befanden sind aber noch 4 Leute mit Frau Nervös in der Spirituosenabteilung und waren nicht sehr begeistert, über die Aufforderung den Laden zu verlassen, weil es ja nun schon 13:05 war und wir eigentlich seit 5 Minuten Feierabend hatten.

Einer meinte gerade: „Was will die Oma denn eigentlich?“ als gerade Herr Charmant um die Ecke bog und nun sehr eindringlich darum bat, die Kassen und den Ausgang aufzusuchen. 2 Typen suchten nun lieber den Weg nach vorne, denn auch der stellvertretende Marktleiter bog nun um die Ecke. Bevor noch irgendeiner etwas sagen konnte, flog die 1. Whiskeyflasche auf den Boden und zersprang in 1000 Stücke. Da unsere Reinigungskraft Doris schon im Feierabend war, musste sich darum wohl gleich noch der Abteilungsleiter Herr Charment darum kümmern müssen. Begleitet wurde der „Absturz“ mit dem Worten: „Wir sind hier die Kunden und wir bestimmen, wie lange wir einkaufen.

Herrn Ruhe platze jetzt der Kragen. Zum einen rief er den Sicherheitsdienst in die Sprituosenabteilung und zum anderen meinte er dann: „Tja nur, das unser Kassensysthem um genau 13:08 Uhr von der Zentrale runtergefahren wird und wir Sie leider nicht mehr abkassieren können. Das dieses nicht der Wahrheit entspricht, hat Herr Ruhe den beiden übrig geblieben Gestalten nicht gesagt. Dann ging er 1 Gang weiter und rief die Kundeninfo an. Frau Herbst sollte uns allen sagen, dass wir runterfahren sollen und abrechnen gehen sollen. Im gleichen Moment tauchte der Sicherheitsdienst in der Spirituosenabteilung auf und begleitete die beiden renitenten Kunden ohne Waren nach draußen und erteilte Hausverbot.

Während wir im Kassenbüro der Abrechnung nachgingen verräumte Herr Ruhe eben schnell die Waren aus dem Einkaufswagen und Herr Charmant putzt schnell den Boden. So konnten wir alle um 13:15 Uhr in den verdienten Feierabend gehen.

Über solche Kunden ärgert sich betimmt nicht nur

 

Stine die Biene

Kunden und die Hindernisse des Telefonkartenverkaufs

Wie jeder normale Supermarkt und jede Tankstelle verkaufen auch wir Telefon- und Gutscheinkarten. Wenn ein Kunde nicht weiss, wie sowas geht, erklären wir auch sehr gerne. Doch das was jetzt kommt, lies mir fast den Kopf auf den Scanner knallen……aber von Vorne.

Wir haben Stammkunden – ohne die würde der Laden nie laufen. Zu diesen gehören auch Herr und Frau Schwäble. Natürlich heißen sie nicht wirklich so. Hier macht der sehr schwäbische Dialekt den Namen. Die beiden kommen 2 mal in der Woche zu uns. Am Donnerstag machen beide zusammen den Großeinkauf bei uns. Montags oder Dienstag kommt Herr Schwäble alleine um ein paar fehlende Kleinigkeiten einzukaufen. Ich mag beide gerne, obwohl er wie ein Wasserfall quasselt und dabei etwas anstrengend werden kann. Aber die beiden scheinen mich auch zu mögen, denn immer, wenn ich da bin stehen sie an meiner Kasse. So weit so gut…..

Es war ein Dienstag. 10 Uhr morgens. Meine 1. Schicht nach meinem Urlaub und mein 1. Kunde war Herr Schwäble. Zusätzlich zu seinem kleinen Einkauf entsteht das folgende Gespräch:

Herr Schwäble: „Verkaufen Sie Telefonkarten?“

Ich: „Ja. Welche brauchen Sie denn?“

Herr Schwäble: “ Vodaf**** für 15€“

Ich *gehe die entsprechende Karten holen, welche ich über den Scanner ziehen muss* „Das wäre sie. Soll ich die drüberziehen?“

Herr Schwäble: „Ich das wirklich Vodaf*****? Das ist für meine Schwiegermutter und ich kenne mich damit absolut nicht aus.“

Ich: „Ja das ist Vodaf****. “

Nach einigem lauten Hin und Herüberlegen von Herrn Schwäble darf ich die Karte rüberziehen. Er will es extra bezahlen. Also kassiere ich 15 Euro und drucke alles aus.

Herr Schwäble: „Wie lädt man das jetzt auf?“

Ich: „Sie habe zwei Möglichkeiten“. Beide erkläre ich lang und ausführlich und idiotensicher. Zum einen ist kein Kunde dahinter und zum anderen nehme ich mir echt Zeit. Insgesamt erkläre ich 3 Mal wie es geht.  Herr Schwäble ist immer noch unsicher. Er packt aber alles ein und bezahlt dann auch die restlichen Lebensmittel.

1 Stunde später……

Anruf von der Kundeninfo von Frau Herbst. Bei ihr steht Herr Schwäble. Frau Herbst fragt mich, ob ich die Telefonkarten verkauft habe und ob ich 2 Bons mitgegeben habe.

Dies bejahe ich und nachdem ich aufgelegt habe höre ich erstmal nicht mehr. Etwa 10 Minuten später steht Frau Herbst bei mir an der Kasse. Da Problem hätte sie geklärt. Herr Schwäble hatte beiden Bons dabei. Also den Kassenbon und die ausgedruckte Telefonkarten. Das Problem war, dass Herr Schwäble dachte, diese kleine Karten, die ich über den Scanner gezogen habe, hätte ich ihm auch mitgeben müssen.

Frau Herbst konnte ihn dann aber davon überzeugen, dass alles seine Richtigkeit hat und das er diese nicht braucht und das diese beim Händler verbleibt.

2 Tage später….Donnerstag

An meine Kasse kommen Herr und Frau Schwäble mit ihrem Großeinkauf. Ich so zu den beiden: „Na hat das mit der Telefonkarte geklappt?“

Herr Schwäble: „Ja das hat sehr gut geklappt und Sie haben sehr gut erklärt. Ich war nur nochmals bei der Info, weil ich dachte das kleine Kärtchen muss ich auch mitnehmen. Aber Ihren Kollegin hat mir versichert, dass sie alles richtig gemacht haben und das Aufladen hat einwandfrei geklappt….aber das Sie mich wiedererkannt haben wundert mich jetzt doch.“

Ich nur noch so: „Tja Stammkunden erkennt man halt nach einiger Zeit.“

Herr Schwäble: „Ja Sie kennen ihre Pappenheimer…….“ und dann brach der nächte belanglos Redeschwall über mich ein, wo ich aber nicht mehr richtig zugehört habe, sondern mich auf meine Arbeit konzentriert habe.

Mit unter können Telefonkartenverkäufe eine echte Herausforderung sein.

Stine die Biene

Krank mit Ansage oder die Unmöglichkeit einer Arbeitskollegin

Gut krank werden kann jeder. Niemand kann sich davon freisprechen, dass er keinen Magen-Darm-Infekt bekommt oder sich bei einem Sturz einen Arm bricht. Auch Arbeitsunfälle passieren ab und zu mal. Sowas ist halt das ganz normale Leben. Es gibt halt auch Kolleginnen, die häufiger krank sind, weil die jeden Infekt mitnehmen oder aber weil sie eh chronisch krank sind und jeden Erkältung lebensbedrohlich werden kann. Aber bei einer Kollegin nimmt das Ganze schon bizarre Formen an.

Vorabschicken muss ich aber noch, dass in unserem Hause der Tarifvertrag von Verdi gilt und wir somit alle 36 Urlaubstage haben, also 6 Wochen pro Jahr.

Bei Verena ist es aber so, dass sie auf folgenden Standpunkt steht: Eine Forscherin hat behauptet, dass man nach spätestens 6 Woche Arbeit so erschöpft ist, dass man Urlaub braucht. Gut sie macht 4 Mal in Jahr regulär Urlaub. 2 Mal 1 Woche und 2 mal 2 Wochen verteilt über das Jahr.

So weit, so gut……nur dazwischen fehlt sie mindestens 4 Mal im Jahr….meistens 6 Mal und die Gründe dafür sind Krankheit. Wenn sie jetzt wenigstens eine fette Lungenentzündung hätte, würde keine was sagen. Das 1 Krankheit, wo sie im Krankenhaus war auch berechtigt war (zumal sie eine OP hatte) geht auch in Ordnung. Aber der Rest?

Sie hängt ihre Krankheiten bevorzugt direkt an ihren Urlaub an oder 1-2 Wochen davor oder danach. Meistens meldet sie sich mit Halsschmerzen krank und fehlt dann gerne mal 2 Wochen. Bevorzugt immer dann, wenn sie Samstags arbeiten muss und sie eigentlich was mit ihrem Freund vorhatte.

Immer wenn sie fehlt nickt das komplette Team wissend und meint: Ach sie schon wieder.  Und meistens kommt sie schon 4 Tage vorher an und erzählt, dass sie jemand im Getränkemarkt angehustet hat und das es ihr ja überhaupt nicht gut geht. Dann ist allen klar, dass sie spätestens in 4 Tagen zu Hause ist, während die anderen Mehrarbeit leisten müssen.

Auf die schöne Team-Arbeit (TEAM = Toll Ein Anderer Machts)

Stine die Biene

Ladendiebstahl #2

Heute möchte ich mal wieder von einem Ladendiebstahl und dessen Folgen erzählen. Diesmal war es aber KEIN Kunde – was eigentlich schon schlimm genug ist – sondern eine Arbeitskollegin – OK Ex-Arbeitskollegin. Aber der Reihe nach.

Seit Kurzen haben wir eine sehr nette und junge Arbeitskollegin, welche gleich auf 143 Stunden im Monat angestellt wurde, worüber sich der Rest schon wundert. Aber gut es wird seine Gründe haben. So muss Derya jeden Tag 6 Stunden arbeiten. Sie ist so sehr nett und auch recht schnell beliebt unter Kollegen und Kunden.

Eines Nachmittags kommt sie zur Spätschicht, welche für sie von 14-20 Uhr gehen sollte. Sie geht kurz durch den Laden und verschwindet dann im Sozialtrakt. Soweit nichts ungewöhnliches….nur der Hausdedektiv hat da die besseren Augen gehabt und gesehen, dass sie sich was zu Trinken und eine Süßigkeit genommen hat und damit NICHT zur Kasse gegangen ist, sondern eben sofort nach hinten ohne zu bezahlen.

Der Dedektiv meldet seine Beobachtungen also dem Marktleiter. Der Chef entscheidet, dass sie erstmal ganz normal an die Kasse gehen soll und erstmal nichts passiert.

Ca 1 Stunde später: Derya sitzt mittlerweile an der Kasse und 3 weitere Kolleginnen ebenfalls. Der Marktleiter kommt aus dem Sozialtrakt und geht auf die Kasse von Derya zu. Er spricht kurz mit ihr und sie wird leichenblass und muss ihre Kasse schließen und muss sofort nach hinten mitkommen, ohne irgendetwas mitnehmen zu dürfen. Die restlichen Kolleginnen, die von der Vorgeschichte nichts mitbekommen habe, schauen sich alle verwundert an. Als Derya nach 30 Minuten immer noch nicht zurück ist, wird sich allgemein gewundert. Das Kassenbüro selbst reagiert auch Nachfragen gar nicht.

Nur der Detektiv erzählt hinterher das, was ich hier allen erzähle. Auf jeden Fall hat der Marktleiter Derya mit in sein Büro genommen, wo der Detektiv schon wartete. Dann hat man ihr die Videoaufzeichnungen vorgespielt, wo genau zu sehen ist, das sie sich die Sachen genommen, aber nicht bezahlt hat und dann folgt das, was nun immer folgt…..Rausschmiss wegen Diebstahls.

Wie blöd muss man sein um so seinen Arbeitsplatz zu verlieren fragt sich nicht nur

 

Stine die Biene

Kunden und das Flirtverhalten oder Manchmal verzweifelt auch eine Kassiererin

Das gerade Männer mit Kassiererinnen flirten oder sich sehr nett unterhalten, ist nichts Neues und solange es sich im Rahmen hält, für die Meisten auch in Ordnung. Was allerdings teilweise an der Kasse abgeht, lässt sogar die „härteste“ Kassiererin verzweifeln.

Das Männer uns sogar im Beisein ihrer eigenen Partnerin uns zu zwinkeren oder mal einen flotten Spruch machen, gehört schon zum Alltag. Was die Partnerin davon hält, entzieht sich meistens meiner Kenntnis….es gab aber nach der Kassen schon den ein oder anderen Beziehungsstreit und/oder die ein oder andere  – naja –  sehr angepisste weibliche Begleitung……aber gut DAS ist nun wirklich nicht mein Problem mehr.

So und nun kommt der Hinweis für alle Herren, wie man es nicht machen sollte….

Samstags Spätschicht: Ich hatte einen Herren an der Kasse, der stramm auf die 70 zuging und der locker mein Vater hätte sein können. Daher nenne ich ihn jetzt einfach auch mal Papa. Er fing beim Kassiervorgang das folgende Gespräch an:

Papa: Na junge Frau dauert ihre Schicht noch lange?

Ich: Nein bald Feierabend.

Papa: Bis wann geht denn  ihre Schicht?

Ich: Bis Feierabend ist und ich abgerechnet habe.

Papa: Und was machst du dann Schönes ?

Ich (In Gedanken…ähm seit wann duzen wir uns?)

Ich gesagt: Och mein Mann holt mich dann ab und wir machen uns einen schönen Abend!

So schnell waren anschließend noch nie die Waren im Einkaufskorb und der Herr aus dem Markt geflüchtet.

 

Einige Wochen später wieder Samstags Spätschicht. Diesmal ein Mann der irgendwas zwischen 60 und 70 war und es entstand folgendes Gespräch:

Mann: Mach den Einkauf mal nicht so teuer, sonst schimpft meine Regierung.

Ich (In Gedanken….wenn ich für jeden dummen Spruch Geld bekommen würde, säße ich jetzt schon auf den Seychellen.)

Allerdings erwiedere ich nichts, sondern scanne weiter.

Als ich dem Kunden den Betrag nenne, kommt dann: Das kann meine Regierung noch gerade akzeptieren…. (ah ja)

Frage nach der SdP-Karte bleibt unbeantwortert. Dann muss ich fragen, ob er Treuepunkte sammelt.

Antwort (warum habe ich mir sowas schon gedacht?): Nein ich bin niemanden treu, nichtmals meiner Regierung. (Spätestens jetzt lag mein Kopf fast auf dem Scanner).

Dann fragte ich ihn, ob er den Bon haben möchte und ich bekam folgende Antwort: Ja den brauche ich unbedingt. Den muss ich meiner Regierung vorlegen. Aber du könntest mir eine große Freude machen und deine Telefonnummer drauf schreiben.

Ich dann so: Könnte ich machen, aber da geht nur mein Mann dran.

Entgleiste Gesichtszüge und er war ganz schnell verschwunden.

Manche denken echt, die Kassiererin findet sowas toll….ähm nein nicht.

Bei einer Kollegin von mir ging das „Flirten“ sogar so weit, dass es in Stalken endete und sie nur noch nach Feierabend mit dem Sicherheitsdienst zum Auto ging, bis der Typ gefasst wurde.

Der Höhepunkt bei mir verlief zum Glück glimpflicher. Ich gab einem Mann so um die 40 den Bon und bekam ihn kurze Zeit später mit seiner Handynummer und den Worten: „Schreib mir doch mal“ zurück. Er war mir nicht ganz unsympatisch und so habe ich – mit dem Wissen meines Mannes Björn – mal eine SMS hingeschrieben. Aber nach der 2. SMS kam nichts mehr zurück. Schade aber zwingen kann ich ja keinen.

Das es aber nicht nur negative Beispiele im Flirtverhalten gibt, soll jetzt das folgende Beispiel zeigen. Es geht nämlich komplett anders.

In einer Mittelschicht hatte ich einen jungen Mann an meiner Kasse in weiblicher Begleitung – ich nenne ihn jetzt mal Walter – der sich sehr nett mit mir unterhielt. Wir machten über verschiedene Themen kurzen Smalltalk und als er ging meinte er noch so zu mir – nach dem Blick auf den Kassenbon – „Ach tschüß Stine!“ Irgendwoher kam er mir bekannt wor….nur ich konnte ihn nicht richtig einordnen.

Ca. 3 Wochen später an einem Sonntag zu Hause, meinte mein Mann zu mir: Du ich schreibe gerade mit Walter. Der, der bei Facebook einige Gruppen hat, wo wir drin sind. Er war neulich bei dir an der Kasse und er war das mit „Tschüß Stine“.

OK bisher kannte ich ihn wirklich nur von Facebook, aber wir fingen an uns da zu unterhalten. Tja und mittlerweile kennen wir 3 – also Walter, mein Mann und ich – uns persönlich und haben uns auch schonmal auf einer Lesung getroffen. Wenn man es also richtig macht, kann aus einem netten Tschüß eine Freundschaft werden.

Auf das die Männer mal ihr Flirtverhalten überdenken….

Stine die Biene