Kunden und die Hindernisse des Jugendschutzgesetzes

Es gibt in Deutschland ein Jugendschutzgesetzt an das wir uns als Kassiererinnen natürlich halten müssen. Ansonsten wird es für uns selbst …..ähm…teuer……sehr teuer. Das das für Tabak und Alkohol gilt ist den meisten Leuten bekannt. Das dieses Gesetz aber auch für andere Sachen gilt, ist nicht jedem bekannt. Die folgende Geschichte soll davon erzählen.

Mittelschicht. Ich muss von 12-16 Uhr arbeiten. Mir gegenüber sitzt meine Kollegin Marion. Da es in der Weihnachtszeit ist, haben wir beide ganz gut zu tun. So gegen 15 Uhr kommen 2 junge Männer zu Marion an die Kasse. Bei 2 Teile und eine Play Station Aufladekarte. Die ist erst ab 18 Jahre und das steht auch dick auf der Karte drauf. Die Altersabfrage wird auch in der Kasse abgefragt. Gut Marion zum 1. jungen Mann: Den Perso dabei? Ja hat er und er kann bestätigen, dass er 19 Jahre alt ist. Also kein Problem.

Der 2. junge Mann kommt dran und Marion stellt die gleiche Frage. Nur er hat keinen Perso dabei und kann sich auch nicht anders ausweisen. Daher gibt Marion die Karte nicht frei und behält sie ein und sagt dem jungen Mann: „Wenn der Perso vorliegt, händige ich sie aus, wenn du wirklich 18 bist.“

DAS findet der junge Mann aber gar nicht nett und er fängt an Marion anzuranzen. Er wäre 18 und er wollte die Karte haben. Marion bleibt stur.

Daraufhin rastet der junge Mann erstmal so richtig aus und brüllt einige Schimpfwörte durch die Vorkassenzone und haut 2 mal kräftig auf den Auslauftisch der Kasse. Marion macht den Mund auf und will eigentlich was sagen….sie kommt aber nicht mehr dazu, da gerade Herr Ruhe, der stellvertretende Marktleiter, mit einer Palette Getränke durch unsere Kassen durchkommt, die er eigentlich in den Getränkemarkt bringen will.

Er hat den Auftritt des jungen Mannes mitbekommen und bittet ihn gleich doch den Laden zu verlassen. Dieser Aufforderung kommt der junge Mann dann auch unverzüglich nach.

Ob manche nicht lesen können oder wollen, fragt sich jetzt bestimmt nicht nur

 

Stine die Beine

Kunden und die Hindernisse des Telefonkartenverkaufs

Wie jeder normale Supermarkt und jede Tankstelle verkaufen auch wir Telefon- und Gutscheinkarten. Wenn ein Kunde nicht weiss, wie sowas geht, erklären wir auch sehr gerne. Doch das was jetzt kommt, lies mir fast den Kopf auf den Scanner knallen……aber von Vorne.

Wir haben Stammkunden – ohne die würde der Laden nie laufen. Zu diesen gehören auch Herr und Frau Schwäble. Natürlich heißen sie nicht wirklich so. Hier macht der sehr schwäbische Dialekt den Namen. Die beiden kommen 2 mal in der Woche zu uns. Am Donnerstag machen beide zusammen den Großeinkauf bei uns. Montags oder Dienstag kommt Herr Schwäble alleine um ein paar fehlende Kleinigkeiten einzukaufen. Ich mag beide gerne, obwohl er wie ein Wasserfall quasselt und dabei etwas anstrengend werden kann. Aber die beiden scheinen mich auch zu mögen, denn immer, wenn ich da bin stehen sie an meiner Kasse. So weit so gut…..

Es war ein Dienstag. 10 Uhr morgens. Meine 1. Schicht nach meinem Urlaub und mein 1. Kunde war Herr Schwäble. Zusätzlich zu seinem kleinen Einkauf entsteht das folgende Gespräch:

Herr Schwäble: „Verkaufen Sie Telefonkarten?“

Ich: „Ja. Welche brauchen Sie denn?“

Herr Schwäble: “ Vodaf**** für 15€“

Ich *gehe die entsprechende Karten holen, welche ich über den Scanner ziehen muss* „Das wäre sie. Soll ich die drüberziehen?“

Herr Schwäble: „Ich das wirklich Vodaf*****? Das ist für meine Schwiegermutter und ich kenne mich damit absolut nicht aus.“

Ich: „Ja das ist Vodaf****. “

Nach einigem lauten Hin und Herüberlegen von Herrn Schwäble darf ich die Karte rüberziehen. Er will es extra bezahlen. Also kassiere ich 15 Euro und drucke alles aus.

Herr Schwäble: „Wie lädt man das jetzt auf?“

Ich: „Sie habe zwei Möglichkeiten“. Beide erkläre ich lang und ausführlich und idiotensicher. Zum einen ist kein Kunde dahinter und zum anderen nehme ich mir echt Zeit. Insgesamt erkläre ich 3 Mal wie es geht.  Herr Schwäble ist immer noch unsicher. Er packt aber alles ein und bezahlt dann auch die restlichen Lebensmittel.

1 Stunde später……

Anruf von der Kundeninfo von Frau Herbst. Bei ihr steht Herr Schwäble. Frau Herbst fragt mich, ob ich die Telefonkarten verkauft habe und ob ich 2 Bons mitgegeben habe.

Dies bejahe ich und nachdem ich aufgelegt habe höre ich erstmal nicht mehr. Etwa 10 Minuten später steht Frau Herbst bei mir an der Kasse. Da Problem hätte sie geklärt. Herr Schwäble hatte beiden Bons dabei. Also den Kassenbon und die ausgedruckte Telefonkarten. Das Problem war, dass Herr Schwäble dachte, diese kleine Karten, die ich über den Scanner gezogen habe, hätte ich ihm auch mitgeben müssen.

Frau Herbst konnte ihn dann aber davon überzeugen, dass alles seine Richtigkeit hat und das er diese nicht braucht und das diese beim Händler verbleibt.

2 Tage später….Donnerstag

An meine Kasse kommen Herr und Frau Schwäble mit ihrem Großeinkauf. Ich so zu den beiden: „Na hat das mit der Telefonkarte geklappt?“

Herr Schwäble: „Ja das hat sehr gut geklappt und Sie haben sehr gut erklärt. Ich war nur nochmals bei der Info, weil ich dachte das kleine Kärtchen muss ich auch mitnehmen. Aber Ihren Kollegin hat mir versichert, dass sie alles richtig gemacht haben und das Aufladen hat einwandfrei geklappt….aber das Sie mich wiedererkannt haben wundert mich jetzt doch.“

Ich nur noch so: „Tja Stammkunden erkennt man halt nach einiger Zeit.“

Herr Schwäble: „Ja Sie kennen ihre Pappenheimer…….“ und dann brach der nächte belanglos Redeschwall über mich ein, wo ich aber nicht mehr richtig zugehört habe, sondern mich auf meine Arbeit konzentriert habe.

Mit unter können Telefonkartenverkäufe eine echte Herausforderung sein.

Stine die Biene

Kunden und das Flirtverhalten oder Manchmal verzweifelt auch eine Kassiererin

Das gerade Männer mit Kassiererinnen flirten oder sich sehr nett unterhalten, ist nichts Neues und solange es sich im Rahmen hält, für die Meisten auch in Ordnung. Was allerdings teilweise an der Kasse abgeht, lässt sogar die „härteste“ Kassiererin verzweifeln.

Das Männer uns sogar im Beisein ihrer eigenen Partnerin uns zu zwinkeren oder mal einen flotten Spruch machen, gehört schon zum Alltag. Was die Partnerin davon hält, entzieht sich meistens meiner Kenntnis….es gab aber nach der Kassen schon den ein oder anderen Beziehungsstreit und/oder die ein oder andere  – naja –  sehr angepisste weibliche Begleitung……aber gut DAS ist nun wirklich nicht mein Problem mehr.

So und nun kommt der Hinweis für alle Herren, wie man es nicht machen sollte….

Samstags Spätschicht: Ich hatte einen Herren an der Kasse, der stramm auf die 70 zuging und der locker mein Vater hätte sein können. Daher nenne ich ihn jetzt einfach auch mal Papa. Er fing beim Kassiervorgang das folgende Gespräch an:

Papa: Na junge Frau dauert ihre Schicht noch lange?

Ich: Nein bald Feierabend.

Papa: Bis wann geht denn  ihre Schicht?

Ich: Bis Feierabend ist und ich abgerechnet habe.

Papa: Und was machst du dann Schönes ?

Ich (In Gedanken…ähm seit wann duzen wir uns?)

Ich gesagt: Och mein Mann holt mich dann ab und wir machen uns einen schönen Abend!

So schnell waren anschließend noch nie die Waren im Einkaufskorb und der Herr aus dem Markt geflüchtet.

 

Einige Wochen später wieder Samstags Spätschicht. Diesmal ein Mann der irgendwas zwischen 60 und 70 war und es entstand folgendes Gespräch:

Mann: Mach den Einkauf mal nicht so teuer, sonst schimpft meine Regierung.

Ich (In Gedanken….wenn ich für jeden dummen Spruch Geld bekommen würde, säße ich jetzt schon auf den Seychellen.)

Allerdings erwiedere ich nichts, sondern scanne weiter.

Als ich dem Kunden den Betrag nenne, kommt dann: Das kann meine Regierung noch gerade akzeptieren…. (ah ja)

Frage nach der SdP-Karte bleibt unbeantwortert. Dann muss ich fragen, ob er Treuepunkte sammelt.

Antwort (warum habe ich mir sowas schon gedacht?): Nein ich bin niemanden treu, nichtmals meiner Regierung. (Spätestens jetzt lag mein Kopf fast auf dem Scanner).

Dann fragte ich ihn, ob er den Bon haben möchte und ich bekam folgende Antwort: Ja den brauche ich unbedingt. Den muss ich meiner Regierung vorlegen. Aber du könntest mir eine große Freude machen und deine Telefonnummer drauf schreiben.

Ich dann so: Könnte ich machen, aber da geht nur mein Mann dran.

Entgleiste Gesichtszüge und er war ganz schnell verschwunden.

Manche denken echt, die Kassiererin findet sowas toll….ähm nein nicht.

Bei einer Kollegin von mir ging das „Flirten“ sogar so weit, dass es in Stalken endete und sie nur noch nach Feierabend mit dem Sicherheitsdienst zum Auto ging, bis der Typ gefasst wurde.

Der Höhepunkt bei mir verlief zum Glück glimpflicher. Ich gab einem Mann so um die 40 den Bon und bekam ihn kurze Zeit später mit seiner Handynummer und den Worten: „Schreib mir doch mal“ zurück. Er war mir nicht ganz unsympatisch und so habe ich – mit dem Wissen meines Mannes Björn – mal eine SMS hingeschrieben. Aber nach der 2. SMS kam nichts mehr zurück. Schade aber zwingen kann ich ja keinen.

Das es aber nicht nur negative Beispiele im Flirtverhalten gibt, soll jetzt das folgende Beispiel zeigen. Es geht nämlich komplett anders.

In einer Mittelschicht hatte ich einen jungen Mann an meiner Kasse in weiblicher Begleitung – ich nenne ihn jetzt mal Walter – der sich sehr nett mit mir unterhielt. Wir machten über verschiedene Themen kurzen Smalltalk und als er ging meinte er noch so zu mir – nach dem Blick auf den Kassenbon – „Ach tschüß Stine!“ Irgendwoher kam er mir bekannt wor….nur ich konnte ihn nicht richtig einordnen.

Ca. 3 Wochen später an einem Sonntag zu Hause, meinte mein Mann zu mir: Du ich schreibe gerade mit Walter. Der, der bei Facebook einige Gruppen hat, wo wir drin sind. Er war neulich bei dir an der Kasse und er war das mit „Tschüß Stine“.

OK bisher kannte ich ihn wirklich nur von Facebook, aber wir fingen an uns da zu unterhalten. Tja und mittlerweile kennen wir 3 – also Walter, mein Mann und ich – uns persönlich und haben uns auch schonmal auf einer Lesung getroffen. Wenn man es also richtig macht, kann aus einem netten Tschüß eine Freundschaft werden.

Auf das die Männer mal ihr Flirtverhalten überdenken….

Stine die Biene

Die Spontanheilung oder Glaubt sie, dass wir alle blöd sind?

Diesmal gibt es einen Beitrag über eine Arbeitskollegin, welche nicht unbedingt sehr beliebt bei uns ist, was aber an ihrer Art und Weise liegt. Vorne rum nett und freundlich. Hintenrum am lästern und am hetzen. Ich nenne sie mal Nancy. Sie ist bei uns „nur“ eine Aushilfe und arbeitet jeweils Montags und Samstags für 4 Stunden an der Kasse. Ansonsten steht sie in irgendeinem Salon – keiner weiss in welchen, da sie nie großartig davon redet – und versucht die Kunden zu verwöhnen und zu stylen. OK wenn ich mir den stark verfärbten Wischmopp auf ihrem Kopp anschaue, den unserer Reinungskraft Doris eigentlich nur noch zum Klo putzen nehmen könnte, hoffe ich für Nancy, das sie halbwegs ordentliche Frisuren hinbekommt und nicht reihenweise Schadesersatzklagen bekommt. Fragen kann ich Nancy leider nicht, da sie für sich selbst beschlossen hat, nicht mit mir zu reden. Gut für mich, so kann sie keine Gemeinheiten über mich durch den Betrieb lästern. Gut aber ich wollte ja von folgendem Erlebnis erzählen.

Samstags Spätschicht von 16-20 Uhr. Nancy sitzt an der Kasse hinter mit und hinter ihr leider mehr niemand, was sie sehr stören muss, da sie keinen zum quatschen hat. Wir haben gut zu tun und gegen 18 Uhr werden wir von Rita zur Toilettenpause abgelöst. Allerdings kommt Nancy gar nicht mehr wieder, sodass Rita an ihrer Kasse bleiben muss und Frau Direkt – die Dame aus dem Kassenbüro mich und die restlichen Kolleginnen ablösen muss und darüber nicht gerade sehr erfreut ist.

Damals mussten wir alle noch zur Klo in den Keller laufen und kamen dabei an der gläsernen Zentrale vorbei. Wer sitzt genüßlich Kaugummi kauend und lästern in dieser Zentrale? Genau! Nancy mit ihrer BBF Susi von der Kundeninfo. Beide gucken mich böse an, als ich in den Keller zum Klo gehe und beide gucken mich noch böser an, als ich vom Klo zurück komme. Wenn Blicke töten könnten, würde ich jetzt nicht mehr diesen Artikel schreiben können….OK vielleicht sitzt hier auch einfach nur mein Geist…….

20 Minuten später taucht Nancy wieder an der Kasse auf und faucht die arme Rita gleich an: Mir gehts nicht gut! (OK scheinbar können gemeine Lästereien sehr auf den Magen schlagen). Sie setzt sich aber wieder hin und macht ihre Arbeit weiter.

Die nächsten 3 Kunden werden von Nancy gar nicht mehr freudlich behandelt, sondern nur noch angefaucht. So nach dem Motto: DAS Minralwasser müssen Sie im Wagen lassen. 10 Minuten später kommt Rita zu ihr an die Kasse und will ihr mitteilen, dass sich die ersten Kunden beschwert haben. Dieses nimmt Nancy gleich als Anlass um zu fragen, ob sie nach Hause gehen könnte. Ein Anruf im Kassenbüro und Frau Direkt entlässt sie nach Hause. Rita muss Nancy dann helfen die Kasse zu zumachen, denn die sehr arme Nancy hat sich laut Eigenaussage einen Nerv eingeklemmt und der Schmerz geht jetzt vom linken Ohr, über den Nacken bis in den rechten Arm und den kann sie nun ja gar nicht mehr bewegen ….Hm seitwann sorgen Lästereien für eingeklemmte Nerven? Gut Nancy darf nach Hause und auch für den Rest der Schicht ist bald Feierabend.

2 Tage später: Es ist Montag und es ist Frühschicht. Ich habe meinen freien Tag. Da wir aber ein Sonderangebot haben, was ich unbedingt haben möchte, fahre ich so gegen 10 Uhr zu meinem Arbeitgeber um mit meinem Mann, welchen ich jetzt einfach mal Björn nenne, dieses Angebot und noch ein paar Lebensmittel ein zukaufen. Diese Geschichte bis hierhin, habe ich ihm natürlich am Samstag nach Feierabend erzählt. Wir gehen zur Kasse und stellen uns bei Rita an. Da wir etwas warten müssen, unterhalten mein Mann und ich uns und lassen die Blicke schweifen. Mein Blick bleibt 2 Kassen weiter hängen, denn da sitzt….

…die explodierte Klobürste (nein eine Firsur ist das an dem Tag echt nicht mehr, denn selbst Björn fragt mich, ob die wirklich als Frisörin arbeitet) und kassiert. Ich werde wieder mit einem sehr bösen Blick bedacht, auf den ich aber nicht reagieren. Ich weiss nicht, was das Problem von Nancy ist und es ist mir auch egal, denn es ist ihr Problem und nicht meins.

Als ich dann von Rita kassiert werde meinte ich so zu ihr: „Sag mal, was ist denn das? Kein eingeklemmter Nerv oder plötzliche Spontanheilung?“

Rita so zu mir (Mit verdrehten Augen und entsprechenden Tonfall, der sehr genervt klang): Keine Ahnung. Es scheint wohl wieder zu gehen. Aber sie durfte sich heute Morgen schon was von Frau Gerecht anhören. Das hat wohl zur deutlichen Heilung beigetragen.

Tja irgendwie hatte da wohl jemand keine Lust am Samstag Abend zu arbeiten. So „nette“ Kolleginnen liebt besonders

Stine die Biene

Neue Kasse, aber sofort oder die Ungeduld der Kunden

Ich arbeite ja in einem sehr großen Supermarkt und wir haben immer eine feste Anzahl von Kassenkräften vor Ort. Wenn sehr viel los ist, kann durch die Kassenaufsicht noch eine weitere Kasse geöffnet werden und im Zweifelsfall kann durch die Kassenleitung ebenfalls noch eine zusätzliche Kasse aufgemacht werden. Dann sind die Kapazitäten aber entgültig erschöpft und die Kunden müssen warten.

Es war Frühschicht und es war so gegen 11:30 Uhr. 2 Kolleginnen und ich hatten Dienst und wir besetzen die Kassen 7, 9 und 10. An jeder Kasse stand jeweils 1 Kunde, welcher gerade bedient wurde und es warten 1-2 Kunden dahinter. Alles nur mit kleinen Einkäufen, sodass es keine längere Wartezeit als 3 Minuten gab.

Ich saß an Kasse 7 und sehe plötzlich aus dem Augenwinkel einen Schatten an der Kasse 6 genau gegenüber. Ich gucke hoch und sehe dort eine Kundin, ca Mitte bis Ende 40, die dort 5 Sachen aufs Kasenband legt. Ich gucke sie fragend an.

Kundin: Ist hier offen?

Ich: Nein tut mir leid. Kasse 6 ist nicht besetzt. Nur die 7, die 9 und die 10.

Kundin: Können sie hier rüberkommen und aufmachen?

Ich: Tut mir leid. Ich kann hier von der Kasse nicht weg.

Kundin: Können sie eine Kollegin ausrufen, damit ich hier sofort bedient werde?

Ich: Tut mir leid. Erst in 30 Minuten fangen die nächsten Kolleginnen an. Sie müssen sich an Kasse 7, 9 oder 10 anstellen.

Kundin: Ich habe es eilig.

Ich: Tut mir leid.

Kundin zog schmollend ab und stellte sich zu meiner Kollegin an die Kasse 9. Recht flott war sie dann dran und dann…..

….hatte sie auf jeden Fall soviel Zeit, dass sie die Punkte der SdP-Karte verechnet haben wollte und noch zusätzlich hat Geld auszahlen lassen.

Und auch nach dem Kassiervorgang hatte sie unglaublich viel Zeit, weil sie eine Bekannte traf und ins Quatschen verfiel. Als ich 30 Minuten später Feierabend hatte, stand sie da immer noch und war am Quatschen.

Manche Kunden haben echt keine 3 Minuten Geduld.

Stine die Biene

Diskussionen rund um den Pfand oder Rechnen ist nicht die Stärke des Kunden

In Deutschland gibt es ja auf viele Flaschen und Dosen Pfand und das nicht erst seit 3 oder 4 Wochen. Eigentlich sollten sich da alle dran gewöhnt haben. Das das nicht so ist und viele in Deutschland einfach nicht mitdenken oder nicht rechnen können, soll der folgende Beitrag zeigen.

Ab 03.12. verkaufen wir die restlichen Adventskalender für die Hälfte des eigentlichen Preises. So hatte ich in meiner Frühschicht einen Kunden an meiner Kasse, der 2 Adventskalender mit 24 verschiedenen Bierdosen kaufen wollte. Pro Kalender sollten noch 14,95 € fällig werden. Ich scannte beide Kalender und nannte die Endsumme von 41,90 € und fragte nach der SdP-Karte und den Treuepunkten. Leider konnte ich noch nichtmals in Ruhe aussprechen, da brüllte mir der Kunde entgegen: „Hinten stand aber 50% auf den Kalendern und somit kann einer nur knapp 15 € kosten und nicht 42 €. Der Preis ist falsch in der Kasse.“

Ich drucke einen Bon mit Hilfe einer Zwischensumme aus und zeigte dem Kunden dann Folgendes:

2 Kalender á 14,95€

und

48 x Pfand á 0,25 €

Ungläubig guckte der Kunde auf den Bon und wollte mir nicht glauben. Er fing sofort an rum zupöbeln, dass das doch alles falsch sei und er nur 30 € bezahlen würde.

Also ich mein nettestes Lächeln aufgesetzt und ihm erklärt, dass in jedem Adventskalender 24 Bierdosen drin sind und jede Bierdose einen Pfandwert von 0,25€ hat und das pro Kalender 6 € macht und für beide zusammen 12 € Pfand. Und das er den, wenn er die Dosen leer zurück bringt, auf jeden Fall zurück bekommt. Aber erstmal müsse er bezahlt werden.

Nun endlich fiel der Groschen….wenn auch pfennigweise, aber er fiel. Der Kunde lief dunkelrot an, entschuldigte sind bei mir (wenigstens etwas) und zahlte postwendend die 41,90€. Er hatte echt nicht beachtet, dass er pro Dose Pfand bezahlen muss.

Solche Pfanddiskussionen führen meine Kollegen*innen mindestens einmal pro Woche. Das es aber nicht nur die Kunden sind, die nicht rechnen können, soll aber noch die zweite Pfandgeschichte zeigen.

In der Mittelschicht hatte ich einen Schülerpraktikanten an meiner Kasse stehen, der sich ein Energydrink kaufen wollte. Leider verkaufen wir diese ab 14 (OK andere Diskussion), aber wenn es nach mir gegangen wäre, hätte der Bengel einen Liter Milch bekommen und eine Tüte Hirn und Freundlichkeit.

Das es ein Praktikant war, sah man an dem Button an seinem Pulli. Er knallte mir die Dose aufs Band und schmisst mir einen Euro auf die Kasse. Einen Tagesgruß suchte ich bei dem jungen Mann vergeblich, ebenso wie eine vernüftige Kinderstube. Aber gut. Ich scannte die Dose und sagte dann: 1,24 €. Er so: Nee am Regal stand 0,99€.

Tja junger Mann, vielleicht mal besser in der Schule aufpassen…..das dachte ich dann aber nur. Ich: „Ja und den Pfand musst du auch bezahlen. Der kostet 0,25 €.“ Nach 3 Minuten Diskussion, in denen er behauptete ich wollte ihm nur das Geld aus der Tasche ziehen, erschein dann einen Kollege von der Fläche und bestätigte meiner Aussage.

Ich weiss jetzt nicht, ob es daran lag, dass es ein männlicher Kollege war oder das der Kollege überhaupt meiner Meinung war. Auf  jeden Fall kramte der Praktikant dann wenigstens in der Hosentasche und förderte noch 25 Cent zu Tage und knallte sie mir auf den Scanner. Nachdem ich Bon und Dose abgezeichnet hatte, verschwand er grußlos nach hinten in Richtung Sozialtrakt.

Irgendwie mache ich mir Sorgen um meine Rente

 

Stine die Biene

Mieses Karma oder Wenn Unfreundlichkeit bestraft wird

Das das Personal eines Supermarktes nicht unbedingt freundlich behandelt wird, insbesondere die Kassiererin, die ja eh zu blöd zu allem ist, war hier schon mehrmals Thema. Das das Schicksal die Kassiererin auch „rächen kann“, davon wollte ich euch heute erzählen.

Ich hatte Mittelschicht und es war so gegen 13:30 Uhr nicht viel los. Zu meiner Kasse kam ein Mann, ca Mitte bis Ende 30. In der Hand 2 Colaflaschen und ein Süßigkeitenriegel. Wenn das das Mittagessen war,…..gesund geht anders, aber gut.

Ich grüße ihn höflich und er hält es nicht für nötig irgendetwas zu erwidern. Ich scannte also die Waren, nannte den Betrag mit einem höflichen „bitte“. Keine Reaktion des Mannes. Bis dato dachte ich mir dann, dass er vielleicht gar nicht sprechen kann. Aber ich sollte eines Besseren belehrt werden. Die Frage nach der SdP-Karte wurde mir mit einen sehr muffeligen „Nö“ beantwotet und zum gleichen Zeitpunkt flog mit ein 50 Euro-Schein fast um die Ohren. So schmeisst man einem Hund ja noch nichtmals einen Knochen hin.

Gut er bekam sein Wechselgeld mit einem höflichen „bitte“ und auf die Frage nach dem Bon bekam ich auch wieder keine Antwort. Auch meine Verabschiedung wurde gekonnt ignoriert. Ich in Gedanken:“ Mieses Karma du Arsch!“…gesagt habe ich nichts……

Den Rest hat das Schicksal für mich übernommen. Er schnappt sich die Waren und dreht sich schwungvoll um….zu schwungvoll….denn die eine Colaflasche rutscht ihm aus der Hand und knallt vor der Kasse auf den Boden und ihm entfuhrt ein gekonntes „scheiße“. Tja eine Cola weniger und so richtig konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Er bekam ein rotes Gesicht und rannte mehr oder weniger aus dem Laden. Mir blieb nichts anderes übrig als unsere Reinigungskraft Doris zu rufen und mir einen zu grinsen

Also immer freudlich zur Kassiererin sein …..es könnte ja sonst als Story auf dem Blog erscheinen!

 

Stine die Biene

Der Nordrhein-Vandalen-Tag oder Hilfe sie geben ihr Gehirn an der Grenze ab

So nach langer Zeit geht es hier auch wieder weiter. Aber auch Kassiererinnen haben ein Privatleben, was mit unter vorgeht. Allerdings haben gute Freunde mich motiviert weiterzumachen. Daher heute zum Einstieg eine Geschichte, die sich am 01.11.2017 ereignet hat.

Also wie ich schonmal schreib, liegt meine Arbeitsstätte in Niedersachsen. Zweimal im Jahr trifft uns daher der Nordrhein-Vandalen-Tag. Für alle, die sich darunter nichts vorstellen können, folgende Erklärung: Zweimal im Jahr (Fronleichnahm und Allerheiligen) geht in NRW die Welt unter, weil Feiertag ist. Leider, weil man verhungert ja die nächsten 3 Wochen, weil es 1 Tag lang nichts zu kaufen gibt, fahren dann fast alle teilweise mehrere 100 km weit, um in Niedersachsen einzufallen und die Regale leer zu kaufen. Leider deswegen, weil das Personal teilweise wie der letzte Dreck behandelt wird. Deswegen auch Vandalen Tag. Das wir grundsätzlich nicht gegrüßt werden, das „Bitte“ und das „Danke“ in NRW schon ausgestorben sind und wir ja alle doof sind, daran haben wir uns alle schon gewöhnt. NRW kann halt nicht freundlich und höflich. Auch das wir erklären müssen (und das mindestens 100 Mal am Tag), das unsere Konzernzentrale in Niedersachsen liegt und die, der gleichen Geschäfte in NRW eben in NRW und das wir daher andere Angebote haben und die Werbung aus NRW eben NICHT bei uns gilt, auch daran haben wir uns gewöhnt. Wir haben sogar im Eingangsbereich einen großen Aufsteller stehen, der den Kunden das eigentlich idiotensicher erklären soll…..wie gesagt eigentlich…..denn NRW gibt scheinbar sein Gehirn an der Grenze ab. Und deshalb kam es zu der folgenden Geschichte, welche dem Fass den Boden ausschlug. Aber von vorne…..

Ich habe Mittelschicht und muss von 12-16 Uhr an der Kasse sitzen. Mir gegenüber meine eine Lieblingskollegin. Ich nenne sie jetzt einfach mal Martina. Martina hat fast 30 Jahre in Einzelhandel hinter sich und fast nichts kann sie aus der Ruhe bringen.

NRW hat in dieser Woche ein Angebot in der Werbung. Wer einen bestimmten Fernseher für 500 € kauft und eine Soundbar für 130€ zusätzlich kauft, bekommt einen Einkaufsgutschein von 100 € geschenkt. Wir erinnern uns. DAS gilt in NRW und NICHT in Niedersachen. DAS haben wir an diesem Tag zusammen mit der Kassenaufsicht – ich nenne sie jetzt mal Ricarda – schon ungefähr 5 Kunden erklären müssen. Bis dahin gab es zwar einige Diskussionen und die Elektroabteilung musste schon mehrere Fernseher und Soundbars wieder ins Regal einräumen, aber….daran sind wir an solchen Tagen ja gewöhnt.  Freundlich lächeln, sind entschuldigen, dass wir leider nicht NRW sind und den Kunden in Gedanken umbringen…….  

So verging die Schicht bis ca gegen 14:15 bei Martina an der Kasse Familie Unmöglich auftauchte. Warum….erklärt sich gleich von selbst. Papa Unmöglich war ca. Mitte bis Ende 40. Töchterchen irgendwas zwischen 12 und 15 Jahren und Mama Unmöglich war ca Anfang 40 und fiel vorher im Laden schon unangenehm auf.  Da sie mit feuerroten Haaren gesegnet war (einer scheinbar billigen Haarfärbung sei Dank) und aufgrund ihres Auftretens im Laden vorher, taufte ich sie in Gedanken Hexe……

Gut Familie Unmöglich packte den Inhalt des Einkaufwagens aufs Band. Dieses war einmal komplett voll mit Lebensmitteln (?)….naja ich dachte eigentlich bei dem Anblick, das sie eine ganze Kneipe mit Spirituosen versorgen wollten. Das komplette Band war voll mit „Sprit“ und dazu noch 4 oder 5 „echte“ Lebensmittel. Den Geruch, den ich gerade von Frau Unmöglich wahrnehmen konnte, erklärte mir aber gleich, dass sie wohl eher die Kneipe war, die ausgestattet werden sollte……..

Naja, der Spirituoseneinkauf ging über den Scanner und Martina und ich warfen uns schon wissende Blicke zu und ahnten wohl beide, dass in 5 Minuten nichts mehr so war, wie bisher….und es kam wie es kommen sollte. Nach der Kneipenausstattung packte Papa Unmöglich dann den Fernsehen und die Soundbar aus der Werbung (natürlich aus der Werbung von NRW und NICHT von Niedersachen) auf das Band und mit jedem Zentimeter, was das Band nach vorne rückte, kam der Ärger näher….

Gut der Kneipeneinkauf wurde bezahlt, Töchterchen vorher noch das Ü-Ei verweigert, weil zu teuer (!!!!) und es wurde ordnungsgemäß bezahlt. Dann kamen Fernseher und Soundbar dran und als Martina den Preis von 630 € nannte, fragte Frau Unmöglich: „Wird der Rabatt sofort abgezogen?“. Martina erklärte dann höflich und freundlich, dass es keinen Rabatt gäbe. Im Werbeprospekt, welcher nur in NRW gälte, würde es einen Gutschein geben. Allerdings gilt diese Werbung bei uns leider nicht, da wir Niedersachsen sind.

„Wie Sie wollen mir nicht meinen Rabatt geben? Sind Sie zu blöd zum abziehen?“ Tja, das war die Antwort von Frau Unmöglich. Martina erklärte nochmals in Ruhe die geografischen Unterschiede und auch den Unterschied zwischen Rabatt und Gutschein und wurde daraufhin nochmals angepampt mit noch weniger höflichen Worten, wie davon. Gut am Nordrhein-Vandalen-Tag sind wir Kummer gewöhnt. Also rief Martina die Kassenaufsicht Ricarda dazu. Sie kam und versuchte Familie Unmöglich ebenfalls in einem sehr ruhigen Ton, davon zu überzeugen, dass Niedersachsen nicht NRW ist und das wir das Angebot nicht haben und auch nicht gewähren können und – wenn sie auf das Angebot bestehen würden – sie das doch bitte MORGEN in NRW kaufen mögen.

Ah der 1. Lichtblick Herr Unmöglich schien zu kapieren und fragte Ricarda, wie das Problem zu lösen sei, da er ja schließlich sein Konto gerade um 630 € erleichtert hat, denn während seine Hexe rumzeterte, hatte er schon bezahlt. Ricarda meinte dann das sie doch einfach mit zur Kundeninfo kommen sollten und Frau Herbst den Einkauf zurücknimmt und das Geld auszahlt und die Elektroabteilung die Sachen wieder zurück ins Regal nimmt. Herr Unmöglich nahm den Wagen und Töchterchen – der die ganze Situation sichtlich peinlich war – und ging mit Ricarda zur Kundeninfo um das Problem zu lösen…..leider ging Frau Unmöglich nicht mit, sondern drehte jetzt richtig auf. Es fielen Aussagen wie: „Wenn du zu blöd bist, an der Kasse zu arbeiten, dann geht doch das Klo putzen“ und nachdem sie sich richtig in Rage geredet hatte (oder auch dringend Alkohol zur Beruhigung hätte herhalten müssen, weil der Pegel offensichtlich sank) fielen so „nette“ Begriffen wie „Kassenschlampe“ und zwar in einer Lautstärke, das in der Bäckerei die Kaffeetassen das Wackeln anfingen.

Martina machte kurzen Prozess und griff zum Telefon um den Sicherheitsdienst zu rufen. Da Frau Unmöglich mittlerweile laut genug war, rief Frau Herbst von der Kundeninfo auch gleich noch den stellvertretenden Marktleiter Herrn Ruhe dazu.

Keine 2 Minuten später standen 3 Leute neben Frau Unmöglich. 2 vom Sicherheitsdienst und Herr Ruhe. Diese lief jetzt aber zur Hochform auf und das Wort „Hure“ in Richtung Martina, ist jetzt wirklich nur noch das einzigste Wort, was ich hier schreiben kann. Alle anderen sind echt nicht mehr druckreif und hatten selbst das Niveau einer Drogensüchtigen auf dem Straßenstrich deutlich unterschritten. Alle Kunden im Umkreis von 5 m wichen schonmal vorsichtshalber zurück und Martina und ich waren froh, dass zwischen der wütenden Hexe und uns jeweils noch die Kasse dazuwischen war.

Bevor der ganze Auftritt noch peinlicher und beleidigender wurde, versuchten 3 Leute beruhigend auf Frau Unmöglich einzuwirken, was aber mehr schlecht wie recht gelang und sie eher noch wütender machte. Der Sicherheitsdienst machte dann eher kurzen Prozeß. Er drohte die Polizei zu rufen. Damit brachte er die wütende Damen wenigstens etwas zur Vernunft. Im Eingangsbereich rief selbst Herr Unmöglich schon nach seiner Frau. Selbst ihm schien der Autritt seiner Gattin mittlerweile sehr peinlich zu sein. Gut zumindest hatte das Ganze eine beruhigende Wirkung und – nachdem der Sicheitsdienst und Herr Ruhe ein Hausverbot aussprachen und das für 1 Jahr – war die tobende Hexe dann bereit den Laden zu verlassen….aber nicht ohne sich nochmals umzudrehen und Martina nochmals ein „dumme Kassenschlampe“ dar zu lassen.

Wir haben ja schon einiges erlebt – besonders am Nordrhein-Vandalen-Tag – aber sowas dann doch nicht. Frau Unmöglich war für die restliche Woche (und wir hatten gerade erst Mittwoch) das Betriebsgesprächs und Lästerthema #1 unter 180 Mitarbeitern.  Daran sieht man wie kaputt Alhokol machen kann.

Stine die Biene

Kunden und ihre Eigenarten #1

Es gibt Kunden die bleiben einem im Gedächtnis – mal positiv, mal negativ – und heute will ich mal von so einer Kundin erzählen. Ich nenne sie Frau Verwirrt. Warum? Das könnt ihr gleich nachvollziehen.

 

Ich musste Spätschicht von 16-20 Uhr arbeiten. Kurz nach 16 Uhr – es war zu dem Zeitpunkt ruhig im Laden) steht eine ältere Frau mit langen grauen Haaren bei mir an der Kasse und kauft 1 Set mit 5 Paar Socken für 5,99€. Das übliche Kundengespräch und ich frage sie auch nach der SDP-Karte. Sie weiss nicht, was das ist uns lässt es sich von mir erklären. Dann weise ich auf einen Informationtisch 2 m von meiner Kasse entfernt, wo sie die Unterlagen und das Antragsformular für diese Karte bekommt. Soweit, sogut. Sie geht da auch hin und nimmt sich Unterlagen. Weiter verfolge ich das Ganze nicht, da ich neue Kunden habe.

 

Ca. 7 Minuten später steht Frau Verwirrt wieder an meiner Kasse und hält einen Hackenprosche in der Hand (für alle, die nicht wissen, was das ….Hackenporsche ) von dem ein Rad ab ist (vermutlich nicht richtig festgesteckt) und sie meint zu mir: „Der ist kaputt. Den müssen sie zurücknehmen“

Ich: Gegen sie bitte mal zur Kollegin an die Kundeninfo. Die kann Ihnen weiterhelfen“ Da ich nicht wusste, wo der Hackeporsche so plötzlich her kommt und sie ja nur Socken gekauft hat, kann ich da nichts machen.

5 Minuten später. Frau Verwirrt steht da wieder und hält mir den Hackenporsche vor die Nase. Diesmal hat sie beide Räder in der Hand und meint:“ Den haben Sie mir gerade verkauft. Der ist kaputt. Den will ich nicht“

Ich: “ Tut mir leid. Sie haben bei mir gerade nur Socken gekauft. Gehen sie doch bitte zur Kollegin an die Kundeninfo. Die kann Ihnen da eher weiterhelfen.“

Kundin verschwindet…..und ist wieder in den Laden rein und rennt nun von „innen“, also aus dem Verkaufsraum kommend auf meine Kasse zu, schubst eine andere Kundin, die gerade anfängt aus ihrem Einkaufswagen aufs Band zu packen, mit voller  Wucht zur Seite (Das die kleine und zierlich Frau nicht Kopfüber im Einkaufswagen hing war alles), hält in der einen Hand den Hackenporsche und in der anderen die 2 losen Räder und schreit mich an: “ Sie sind unverschämt. Den haben sie mir gerade verkauft und der ist kaputt. Ich will den nicht mehr.“

Ich: „Dort vorne ist die Kundeninfo. Bei mir haben Sie gerade nur Socken gekauft, aber nicht den Einkaufsroller. Gehen sie bitte zur Kollegin und klären sie dort, was mit dem Teil ist und ob sie es zurück geben können.

Frau Verwirrt läuft hochrot an und brüllt wieder los, dass das Teil kaputt ist und sie den nicht haben möchte. Die Kundin dahinter schüttelt nur noch den Kopf….bevor ich etwas sagen kann, kommt Frau Bach von der Kundininfo (die eigentlich nur die Einkaufskörbe der Kunden von den Kassen wegräumen möchte und hört das Gebrüll der Kundin.

Ich zu Frau Verwirrt: „Da ist meine Kollegin von der Kundeninfo. Die kann Ihnen weiterhelfen.

Meine Kollegin hat sie dann auch mitgenommen. Soviel ist im nachinein erfahren habe, hatte sie den Hackenporsche nicht bei uns gekauft. Allerdings hat Frau Bach erstmal beide Räder richtig festgesteckt und die Kundin dann verabscheidet. Was weiter passiert ist und wo Frau Verwirrt dann abgeblieben ist, haben wir alle nicht mehr mitbekommen.

 

Stine die Biene

Die „Unfähigkeit“ der Kassiererin

Manchmal kann man Kunden Sachen erklären – nicht 1 mal, sondern mindestens 20 Mal – und sie meinen immer noch, das die Kassiererin total unfähig ist. Heute mal eine Geschichte dazu.

Es gab bei uns eine Treuepunkteaktion. Viele sollten das eigentlich kennen. Für alle anderen, erkläre ich es kurz. Wenn man für mindestens 5 Euro einkauft, bekommt man einen Treuepunkt. Wenn man für 20 Euro einkaufen, bekommt man 4 Punkte ect. Diese klebt man in ein Treueheft und wenn das voll ist, kann man es eintauschen. Manchmal gibt es Gartensachen, manchmal Taschen, manchmal Töpfe, manchmal Besteck usw. Dazu müssen Kunden, die die SdP-Karte (Sammel die Punkte-Karte) haben nur 15 Sticker anstatt 20 aufkleben. Alle Kunden müssen eine kleine Zuzahlung leisten und dann gehört ihnen ein Stück aus dieser Collection.

Leider war auf diesem Sammelheft eine weitere „Bezahlmöglichkeit“ etwas umständlich erklärt. Also: Wer ein Besteckset mit Treueheft kaufen wollte, musste 7,99€ bezahlen. Wenn man dann noch 500 Punkte auf der SdP-Karte hatte, konnte man diese in 5 Euro umwandeln und abziehen lassen und musste dann nur 2,99€ bezahlen. So weit, so gut….oder auch nicht….

Es kam eine Kundin, die für insgesamt 86€ einkaufte. Darunter 6 Besteckstets von den Treuepunkten. Dann meinte sie zu mir: „Und jetzt ziehen Sie mir bitte pro Besteckteil 5€ von der SdP-Karte ab!“

Ich: „Tut mir leid, das kann die Kasse nicht. Entweder kann ich nur die gesamten Punkte abziehen – bis max 86€ – oder nichts.

Kundin:“ Ich möchte aber pro Besteckteil 5 Euro abgezogen haben!“

Ich: „Tut mir leid. Das kann unsere Kasse nicht. Sie kann das nicht unterscheiden und ich kann das auch nicht splitten. Entweder kann ich nur komplett abziehen oder wir müssen die Bestecke raus nehmen und alle einzeln kassieren und für jedes Besteckteil dann die Punkte abziehen!“

…..so ging die Diskussion mindestens 10 Minuten (Gut das es gerade ruhig im Laden war und niemand dahinter stand). Ich habe hier immer wieder versucht zu erklären, dass die Kasse das nicht splitten kann und ich die Punkte nur für den gesamten Einkauf abziehen kann und dass das auf dem Sammelheft ein bißchen blöd erklärt ist.

Nach ca 10 Minuten konnte ich dann die gesamten Punkte für den gesamten Einkauf abziehen, so dass die Kundin nichts mehr bezahlen musste und den kompletten Einkauf umsonst hatte. Anstatt sich darüber zu freuen, maulte Sie mich mit den Worten an: „Ich werde mich jetzt über Ihre Unfähigkeit beschweren!“

Gesagt, getan.

Sie ging zur Kundininfo genau hinter mir und sprach dort meine Kollegin Frau Bach und meine Chefin Frau Gerecht an und meinte dann gleich zur Eröffnung: „Jetzt bügeln sie mal bitte den Fehler aus, den die unfähige Kassierein verursacht hat!“

Beide Damen haben der Kundin geschlagene 30 Minuten versucht, dass zu erklären, was ich ihr auch erklärt habe. Die Kasse kann die Punkte NICHT splitten und die Kassierin ist NICHT unfähig, sondern hat alles richtig gemacht und erklärt.

Nach 30 Minuten wollte die Kundin dann ihr Geld zurück haben. Meine Chefin erklärte ihr dann, dass das auch nicht ginge, weil sie eben mit den Punkten der Karte bezahlt hat und somit den Einkauf umsonst bekommen hat. Und das man die Punkte NICHT mehr zurück auf die Karte buchen kann!“

Wieder 20 Minuten Diskussion. Dann verlangte die Kundin den Geschäftsführer, weil ja Kassierin und Info total unfähig sind und die Arbeit nicht richtig erledigen könnten.

Es kam der  stellvertretende Marktleiter Herr Ruhe. Und auch dieser erklärte der mittlerweile erbosten Kundin das, was ich und die meine Kollegin und meine Chefin ihr auch schon erklärt hatte. Die Kasse kann nicht splitten und sie kann ihr Geld auch nicht zurückbekommen, weil sie mit Punkten bezahlt hat. Wieder 20 Minuten Diskussion.

Dann verschwand die Kundin endlich, meinte aber noch, dass sie sich über unsere Unfähigkeit und unsere Inkompetenz beschweren würde.

Sie hat dann auf der Hotline unseres Konzerns angerufen und sich da wohl auch über die Unfähigkeit und Inkompetenz beschwert und die Hotline hat ihr genau das Selbe erklärt, wie wir. Wir bekamen halt nur Rückmeldung ins Kassenbüro, dass wir zwar alles richtig gemacht hätten, aber das den Kunden in Zukunft doch bitte noch freundlicher und höflicher erklären sollten.

 

Manchmal fragt man sich echt, ob die Kunden ihr Gehirn im Auto auf dem Parkplatz vergessen!

 

Stine die Biene