Falsche Codierung oder manchmal spinnt das Kassensysthem

Eigentlich kann man sich auf unser Kassensystem verlassen. OK Montags, wenn die neue Werbung da ist, kann es schonmal etwas harken, weil noch die alten Preise drin sind und die entsprechenden Verantwortlichen nicht mit den Eintragen hinterher gekommen sind. Manchmal geht auch der EAN-Code von dem ein oder anderen Produkt nicht, aber dann rufen wir in der Abteilung an.

Neulich ist aber was passiert, da konnten die Kundin und ich nur den Kopf schütteln. Ich scanne ihre Einkäufe und habe eine Packung mit Äpfeln in der Hand. Die scanne ich und plötzlich erscheint auf meinem Display: Diese Zeitschrift fällt unter den Jugendschutz. Führen sie jetzt eine Alterskontrolle durch! und dann noch Ja für verkaufen und Nein für nicht verkaufen!

Ähm…Hä?….Was bitte? Ich drücke erstmal nein und sehen das die Strickzeitschift von davor auch nicht gesannt wurde. Diese scanne ich nochmals und sie geht einwandfrei durch. Also wieder die Äpfel und wieder die gleiche Anzeigen! Will mich die Kasse jetzt verarschen? Seit wann sind Äpfel so pornografisch belastet, dass sie unter das Jugendschutzgesetz fallen?

Die Kundin fragt mich, was los ist und ich zeige ihr, was auf meinem Display steht. Zum Glück war sie meine einzigste Kundin zu dem Zeitpunkt und somit hatte ich Zeit und Ruhe. Wir lachen beide und fragen uns beide seit wann Äpfel eine Rolle in schlüpfrigen Filmen spielen.

Ich drücke nochmals Nein und scanne die Äpfel ein 3. mal. Wieder das Gleiche! Also rufe ich beim Obst und Gemüse an. Da ich meine Lieblingskollegin aus dieser Abteilung dran habe, frage ich sie gleich erstmal, was sie mit den Äpfeln gemacht hat? Sie weiss auch keine Antwort, nennt mir aber den Preis für die Äpfel, welchen ich nun über die Warengruppen für Obst und Gemüse eingeben.

Und ich bitte meine Kollegin darum die Äpfel doch bitte aus der nicht jugendfreien Ecke zu befreien, was sie lachend verspricht.

Manchmal denkt scheinbar auch ein Kassensystem zweideutig und darüber lachte mit der Kundin auch

Stine die Biene

Kindererziehung = Glückssache ?!? #3

Ja Beiträge dieser Reihe werden wohl nie enden. Bald jede Woche haben wir einen Fall, wo wir echt nur noch die Köpfe schütteln können und uns echt Sorgen um unsere Rente machen. Heute gibt es die Geschichte von Jeremy. Ein kleiner Junge von ca 4 Jahren, der im Einkaufswagen saß. Dieser wurde von seiner kaugummikauenden Mutti geschoben, die perfekt aussah wie eine „Schakkeline“ und noch 2 weitere Kinder im Schlepptau hatte (ca 6 und ca 9 Jahre alt) und noch einen sehr deutlichen Babybauch vor sich herschob.

Jeremy hörte man schon durch den halben Laden brüllen. Was sein Begehr war oder was er nicht wollte, ließ sich nicht raushören. Es war nur ein schrilles Gekreische zu hören. Alle Kunde und Angestellten wären jetzt froh gewesen, wenn wir Gratis-Ohrstöpsel verteilt hätten.

An der Eistruhe stoppte Schakkeline und holte eine Eispackung raus und machte sie auf. Sie drückte jedem Kind ein Eis in die Hand und nahm sich selbst auch eins. Die restliche Packung fand zum Glück die Weg in den Wagen und wurde später auch aufs Kassenband gelegt. Ich konnte das alles gut von meiner Kasse aus beobachten und hoffte, das der Kelch an mir vorbeigeht. Knapp ging er das auch. Die Familie stellte sich gegenüber bei meiner Kollegin Heidi an, die davon nur mäßig begeistert war, wie mir ihr Blick gerade verriet. Naja Schakkeline lutschte ihr Eis und fing an die Waren aufs Kassenband zu packen…ok sie versuchte es zumindest. Die beiden älteren Kinder standen Eislutschend in der Gegend rum und dabei anderen Kunden im Weg… nur Jeremy hatte sein Eis erstmal wutbrüllend auf den Boden geschmissen, sodass es erstmal zurück in die Packung gewandert war.

Der Junge tobte im Einkaufswagen und war am kreischen, dass man selbst im Kassenbüro kein Wort mehr reden konnte, weil keiner mehr was verstand. Dabei sprang er auf den Waren, die im Wagen lagen rum. So versuchte Schakkeline irgendwie das Beste draus zu machen und die Waren irgendwie aufs Band zu bringen. Nachdem die Hälte auf dem Band war ließ sich Jeremy auf die anderen Sachen im Wagen fallen und Mutter konnte nicht weiter aufpacken. Also versuchte sie die Sachen irgendwie unter dem tobenden Kind wegzuziehen. Halbwegs gelang ihr das auch. Doch ca. 4 Sachen waren noch unter dem Po von Jeremy und Mutter zog ihn auf die Seite. DAS passte Jeremy aber gar nicht. Das Gekreische schwoll noch um einige Oktaven an (woher konnte das Kind solche Töne holen?) und wir hofften echt, dass die Scheiben vom Frisör und der Apotheke DAS aushielten.

Jeremy erwischte nun das größte Nutellaglas, was wir überhaupt verkaufen, im Einkaufswagen und schleuderte es mit Wucht durch die Gegend. Nein er traf zum Glück weder die Mutter, die Geschwister, noch Heidi oder gar mich. Das Glas rauschte mit Schwung auf den Boden und zersprang in 1000 Stück. Das Nutella klebte jetzt mit Scherbe dekoriert auf dem Boden, an den Tüten, die unter den beiden Kassenbändern sich befinden und war raufgespritzt bis auf beide Kassenbänder und die Waren, die da lagen. Prima das kommt Freude auf…..NICHT.  Zum Glück war nichts weiter zerbrechliches mehr im Wagen. Schakkeline gucke sich kurz um, packte die restlichen Waren, ließ Jeremy in den höchsten Tönen weiterkreischen und meinte dann noch zu Heidi: „Also ich tu das nicht putzen.“. Heidi fiel fast die Kinnlade aufs Kassenband und warf mir einen Blick zu der wohl sagen sollte: Gleich bringe ich die um.

Heidi sagte aber nichts und fing das kassieren an. Ich griff zum Telefon und rief Doris an und bestellte sie mit Putzwagen zwischen Kasse 6 und 7 und sagte vorher schon, dass eine riessen Nutellasauerei auf sie wartet. Doris war mäßig begeistert, versprach aber so schnell wie möglich zu erscheinen. Der 2. Anruf ging ins Kassenbüro. Ich informierte unsere Chefin Frau Direkt darüber, dass wir beide Kassen erstmal schließen müssen, um die Sauerei wegzubekommen. Was anderes blieb uns nicht übrig. Frau Direkt war nicht gerade begeistert. Aber es lies sich leider nicht vermeiden, wenn nicht der nächste Kunde auf Nutella ausrutschen sollte.

Heidi und ich machten das Kassenlicht schonmal aus und verwiesen die Kunden, die noch nicht aufgepackt hatten an Kasse 3, wo Ricarda die Kassenaufsicht eine Ersatzkasse aufmachte. Das Ganze immer noch unter einem enormen Gekreische. Borr Jeremy hatte echt nicht nur Lautstärke drauf, sondern auch noch Ausdauer. Zum Glück war der Kassiervorgang jetzt aber abschlossen und Heidi macht schonmal ihre Kasse zu. Doris bog gerade um die Ecke, als die Schakkeline mit ihren kreischenden Bengel und ihren anderen beiden Kindern Richtung Ausgang verschwand und fing an sauber zu machen. Ich kassierte eben noch 2 Kunden ab und machte dann ebenfalls die Kasse zu. Während sich Doris um den Boden und die Scherben kümmerte, machten Heidi und ich unsere Bänder sauber und fingen an das Regal mit den Tüten vom Nutella zu befreien.  Frau Direkt kam jetzt auch noch dazu und inspierierte die Tüten und nahm alles raus, was nicht mehr zu gebrauchen war und ging es abschreiben.

Nach 15 Minuten konnten wir wieder unsere Kassen öffnen und unser eigentlichen Arbeit nachgehen. Unsere Ohren waren auch dabei sich zu erholen und so konnte es wieder fleissig dabei gehen.

Abends im Kassenbüro wurde über das Kind noch eine ganze Weile diskutiert. Was manche Eltern Erziehung nennen, darüber wundert sich auch

Stine die Biene

Der 1-Tages-Praktikant oder So kurz war noch niemand bei uns!

In unserem Markt haben wir regelmäßig Praktikanten. Meistens Schülerpraktikanten, aber auch schonmal einfach Leute, die gucken wollen, ob Einzelhandel was für sie ist oder die eine kurze Zeit bis Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums jobbend überbrücken möchten. Diese werden bei uns immer auf der Fläche eingesetzt.

Bei mir soll es heute um einen Schülerpraktikanten gehen. Er kam vom Gymnasium. Dort war er in der Oberstufe und sollte bei uns ein 3-wöchiges Schülerpraktikum machen. Das alles erwähne ich jetzt extra, denn wenn man die Geschichte liest, denkt man später eher „Herr schmeiss Hirn vom Himmel“. Aber von vorne.

Montag morgen. 1. Tag des Praktikanten. Da er am ersten Tag nirgendwo reinkommt, muss er „erst um 8 Uhr antreten“! Er wurde von Herrn Unlust (Leiter der Frische-Abteilung und zuständig für Azubis und Praktikanten) an der Kundeninfo abgeholt und wurde mit den wichtigsten Sachen vertraut gemacht. Pausenraum, Umkleide, Toiletten, Arbeitskleidung, Praktikantenschild ect. Dazu gab es eine kurz Einweisung in seine Tätigkeit und er bekam eine Einweisung, wie man mit einem Hubwagen umzugehen hat und was er damit nicht darf. Soweit so gut…oder auch nicht.

  1. Aufgabe für den jungen Mann, den ich jetzt einfach mal Pascal nenne: Mit Holger das Eis auf dem Tiefkühllager holen und in die Eistruhen einräumen. Zu zweit klappte das noch ganz gut. Dann soll Pascal mit dem Hubwagen wieder ins Lager und die 2. Palette holen. Pascal macht sich auf den Weg. Allerdings hat er wohl bei der Einweisung für den Hubwagen nicht richtig zugehört. Er stellt sich nämlich auf den Hubwagen und rollerte damit durch den Laden. Dabei nimmt er fast ein älteres Stammkundenpaar als Hubwagenfigur mit, was ihm gleich erstmal einen kräftigen Anschiß von Herrn Unlust einbringt. Gut da die Dame sich auf den Po gesetzt hat, wurden gleich erstmal alle verfügbaren Ersthelfer zusammengetrommelt. Die Dame wird wieder auf die Beide gebracht. Zum Glück ist nichts passiert.

Die 2. Palette ist im Lager aufgegabelt und Pascal macht sich mit ihr auf den Weg zu den Tiefkühltruhen. Dabei überschätzt er wohl sein Tempo und die Kurvenlage des Hubwagens, denn er nimmt im Gang mit den Sektflaschen erstmal 3 Karton vom Champagner mit. 18 Flaschen von einer teuren Sorte (Pro Flasche knapp 50 Euro) zerschellen auf dem Boden. Vom Radau aufgeschreckt springen gleich Herr Unlust, Herr Ruhe (stellvertrender Marktleiter) und Herr Charmant (Abteilungsleiter Food) in den entsprechenden Gang und sehen die Bescherung. Pascal bekommt gleich noch eine Ansage von Herrn Unlust. Daraufhin darf er keinen Hubwagen mehr fahren und muss erstmal Doris beim Saubermachen helfen. Herr Ruhe geht dann erstmal los und schreibt knapp 900 Euro ab. Seine Laune ist für den Rest des Tages auf jeden Fall unterirdisch.

Das weitere Einräumen der Eistruhen nimmt einige Zeit in Anspruch. Danach darf Pascal erstmal 30 Minuten Pause machen. Anschließend bekommt er die Aufgabe die Mülleimer in der Obst und Gemüseabteilung einzusammeln, auszuleeren und sauber zu machen. Danach soll er sich mit neuen Müllbeuteln befüllen und in der Abteilung wieder an ihren Platz bringen. Die Eimer sind noch nichtmals eine Woche alt. Sie sind gerade neu angeschafft. 6 dieser Tonnen haben wir in der Abteilung plaziert und jeder ist knapp 100 Euro wert.

Wir wissen alle bis heute nicht, was an dieser Anweisung von Herrn Unlust nicht zu verstehen ist. Auf jeden Fall kommen alle 6 Mülleimer auf der Rampe an, aber nie wieder zurück in den Laden. Was war passiert? Pascal hat alle 6 Eimer mit Schwung in die Müllpresse geschmissen und da diese nun voll war, die Presse auch noch angestellt. Die Reste sah Herr Ruhe nur noch klein gepresst verschwinden. Herr Ruhe, der nun eigentlich wirklich ziemlich ruhig ist, schwoll langsam der Kamm und Pascal bekam seinen 1. Anschiss von ihm. Unsere Kassen, die auf der ganz anderen Seite des Gebäudes fingen an zu wackeln und Kunden, die zu dem Zeitpunkt im Zoo waren erzählten, dass sogar die Affen alle stramm standen.  Danach ging Herr Ruhe dann mal weitere 600 Euro abschreiben und neue Eimer bestellen.

Für den Rest des Tages (noch waren 3 Stunden Arbeitszeit für Pascal zu überstehen) sollte er eine Aufgabe bekommen, bei der man möglichst nichts falsch machen kann. Er sollte mit dem Ordnungsdienst raus und Einkaufswagen einsammeln. Dies tat er auch mit Begeisterung. Leider drückte der eigentliche Ordnungdienst Pascal dann die Zieh- und Schiebehilfe in die Hand. Pascal schob also mit Schwung die Wagen über den Parkplatz. Leider mit soviel Schwung das er nicht mehr die Kurve bekam und leider ein Kleinwagen im Weg stand. Also knutschten Einkaufswagen und Kleinwagen, was nicht nur eine kleine Beule im Auto hinterlies, sondern auch gleich noch Rücklichanlage hinten rechts auf den Boden zwang. Schadeshöhe ist mir jetzt unbekannt, aber es werden bestimmt nicht nur 100 Euro gewesen sein. OK wir sind zwar versichert aber trotzdem. Das die Besitzerin des Auto dann fast noch in Ohnmacht gefallen ist und die Ersthelfer dringend auf dem Parkplatz gebraucht wurden, muss ich jetzt nicht noch zusätzlich erwähnen. Pascal musste draufhin bei Herrn Ruhe im Büro antreten. Eigentlich hätte er noch 1 Stunde arbeiten sollen.

Allerdings hat Herr Ruhe ihm nicht gerade leise zu verstehen gegeben, dass dies heute nicht nur der 1., sondern auch gleichzeitig der letzte Tag von Pascal bei uns gewesen ist, weil die 3 Wochen sonst einfach zu teuer für uns werden. Pasacal musste als gleich wieder alles abgeben, was er heute morgen bekommen hatte und bekam einen Brief für die Schule mit.

So kurz war noch nie ein Praktikant bei und und es gab schon einige, die sich nicht ungedingt ruhmreich angestellt haben. Was machen in ihren Köppen haben, fragt sich jetzt nicht nur

Stine die Biene

Kunden und die Ungeduld oder Als diese verteilt wurde, stand ich hupend im Stau

Es gibt immer Kunden, die Zeit ohne Ende haben und mit denen man nicht lange genug quatschen kann. Und es gibt immer Kunden, die so ungeduldig sind, dass die Lebensmittel am besten schon 30 Minuten vor dem Kassieren im Kühlschrank liegen. Das solche Kunden aber dann doch mal durch die Technik ausgebremst werden, davon erzähle ich heute.

An meiner Kasse waren Herr und Frau Eilig. Sie reiss mir fast schon die Sachen aus der Hand, kaum das ich sie auf den Scanner hatte. Als alles dann im Wagen war und es ans bezahlen ging, ging es los. Sie wollten mit EC zahlen. Gut kein Problem. Ich schalte frei.

Sie legt ihre Karte nur noch nicht mal 1 Sekunde auf das Gerät. So schnell geht das mit WLan aber nicht. Die Karte muss schon etwa 5 Sekunden liegen bleiben. Lesegerät zeigt an, dass die Karte nicht lesbar ist. Frau Eilig scheibt die Karte in den Schlitz. Im dem Moment bricht das Gerät ab. Ich starte neu. Frau Eilig guckt nicht richtig hin und zieht die Karte in dem Moment raus, als das Gerät die PIN will und steckt die Karte ein. Gerät bricht ab.

Ich so: „Tut mir leid. Das war zu flott. Nochmals bitte“. Frau Eilig verdreht genervt die Augen und holt die Karte raus. Ich starte die Kartenzahlung wieder und sofort ist die Karte im Gerät verschwunden. Für das Gerät wieder zu früh und es bricht den Startvorgang ab. Frau Eilig: „Auf dem Display steht nichts“.

Ich: „Die Karte war zu früh drin. Das Gerät hat abgebrochen.“

Frau Eilig: „Ich habe für sowas keine Geduld. Das muss schneller gehen.“

Ich: „So Karte bitte einmal komplett rausziehen!“ Ich starte das Gerät neu. Frau Eilig will sofort wieder die Karte einstecken, was ich aber verhindere.

Ich: „Bitte erst einstecken, wenn da steht, bitte Karte einstecken oder auflegen.“

Frau Eilig: „Das dauert mir alles zu lange“

In dem Moment will das Gerät die Karte haben, dann die PIN und bestätigen ect. Diesmal klappt alles und ich gebe den Bon aus und verabscheide die Kunden.

Frau Eilig: „So ein langsames Gerät habe ich noch nie erlebt. Nächstes mal zahle ich in bar. Soviel Zeit habe ich nicht zum verschwenden.“

Tja, wenn sie die Anweisungen in Ruhe befolgt hätte, wären wir 30 Sekunden schneller fertig gewesen. Innerlich schüttle ich den Kopf und denke mir meinen Teil. Äußerlich lächle ich weiter und begrüße den nächsten Kunden. Bei soviel Ungeduld will ich mich jetzt auch ganz schnell verabschieden

Stine die Biene

Diskussionen im Kassenbüro oder Wenn Anweisungen missachtet werden

Wir Kassier/innen müssen an der Kasse einiges beachten. Nicht nur der Kassiervorgang selbst sollte möglichst fehlerfrei verlaufen, sondern auch alles, was wir so nebenbei noch haben, muss ordentlich eingegeben werden. In dem heutigen Beitrag geht es dabei um Gutscheine, die es in einem Adventskalender gab, den man bei uns käuflich erwerben konnte. Diese Gutscheine müssen über „Fremdgutschein“ verrechnet werden. Eigentlich wissen wir das bzw. können nachfragen, wenn wir uns nicht sicher sind.

Wenn wir dann doch mal etwas falsch gemacht haben, dann wird uns das im Kassenbüro mitgeteilt. Je nachdem wer das von den Chefinnen macht, kann das auch durchaus resuluter sein. Manchmal brauchen wir alle ein dickes Fell, aber damit können wir eigentlich gut umgehen.

Gut ich kam mit meinen Kolleginnen Ayse und Heidi ins Kassenbüro, denn unsere Schicht war zu Ende und wir mussten noch abrechnen. Im Kassenbüro waren die Chefinnen Frau Nervös und Frau Spieß, welche gerade eigentlich Übergabe machen wollten, denn auch Frau Nervös wollte in ihren wohlverdienten Feierabend. Im Kassenbüro stand aber noch Steffi. Eine Aushilfe, die die meisten nicht mögen, weil sie arrogant und hochnäsig ist und sich für was besseren hält, nur weil ihr Vater mal irgendwann bei uns gearbeitet hat. Steffi macht ihre Kassenlade fertig (eigentlich hätte sie schon längst an der Kasse sein müssen, aber mit Schnelligkeit hat sie es nicht so) und Frau Nervös hält ihr eine Kopie, der oben erwähnten Gutscheine vor die Nase und sagt: „Diese haben Sie falsch eingegeben. Das wird nicht über die normale Gutscheinfuktion gemacht, sondern über Fremdgutschein. Wenn Sie nicht sicher sind, wie sie sowas eingeben sollen, dann rufen Sie bitte an. So müssen wir immer bei der Zentrale anrufen und jeden einzelen Gutschein umbuchen lassen.“

Steffi zickt los: „Ich war mir aber sicher, dass es so gemacht wird“

Frau Nervös:“ Wir haben das allen Kassier/innen vorher gesagt und Sie haben dafür auch auf der Gutscheinliste unterschrieben!“

Steffi: „Ich war mir aber trotzdem sicher, dass ich es so machen muss und bin mir daher keines Fehlers bewusst!“

Frau Nervös (deutlich verärgert): „Wenn wir Anweisungen ausgeben und Sie dafür noch unterschreiben, kann ich erwarten, dass Sie wissen, wie es richtig geht. Wenn nicht kann ich erwarten, dass Sie anrufen und nachfragen!“

Steffi: „ICH WAR MIR SICHER KEINEN FEHLER ZU MACHEN!. Und Ihren Ton mir gegenüber finde ich langsam unverschämt. !“

Frau Nervös: “ Ich möchte nur, dass Sie ordentlich und korrekt arbeiten“

Steffi: „Und ich finde das Sie mich hier zu Unrecht angehen. Ich habe keinen Fehler gemacht und ich verbiete Ihnen so mit mir zu reden!“

Frau Spieß:“ Der Gutschein wird über Fremdgutschein abgerechnet. Und jetzt möchte ich sie bitten endlich an die Kasse zu gehen und ihre Arbeit zu machen. Und diesmal bitte deutlich ordentlicher!“

Ayse, Heidi und ich guckten uns an und konnten ein dezentes Lächeln nicht unterdrücken. Als Steffi dann endlich raus war, meinte Frau Nervös nur noch zu Frau Spieß: „Zu soviel Dreistigkeit kann man echt nichts mehr sagen“ und Frau Spieß gab ihr Recht. Da Steffi aber nur einen befristeten Vertrag hat, wird sie dann wohl die Konsequenzen zu spüren bekommen. Und nein wir sind dann nicht traurig, dass sie geht.

Mit ihren Kolleginen stand im Flur zum „lästern“ dann auf jeden Fall

Stine die Biene

Kindererziehung = Glückssache !?! #2

An einem sehr vollen Montag in der Mittelschicht stand irgendwann so gegen 15:15 eine – etwas überfordert wirkende – Mutter mit 2 Kindern und sehr vollem Einkaufswagen bei mir an der Kasse. Vor ihr eine weitere Frau mit 2 Kindern und bei mir gerade am Bezahlen ein  Paar. Die Frau hatte ein Mädchen von ca 7 Jahren bei sich, welches ich jetzt einfach mal Tilda nenne und einen Jungen von ca 3 Jahren, welchen ich jetzt einfach mal Kai nenne.

Ich wurde erst auf die Familie aufmerksam, als während des Bezahlvorganges des Paares bei mir an der Kasse ein Schatten nach vorne stürmte und mir etwas auf den Scanner knallen wollte und die Mutter diesen Schatten packte, hochhub und ihn anmaulte: „Nein Kai, wir sind noch nicht dran. Du bleibst jetzt hier stehen.“ Die Mutter sagte zwar noch was, aber was das war konnte keiner mehr verstehen, denn Kai kreischte in einer hohen Frequenz los. Sämtliche Gläser in der Gastro zersprangen.

Dann sollte Kai seinen Joghurt den er in der Hand hatte auf das Kassenband stellen. Er stellte ihn nicht, sondern warf ihn  und er knallte kurz vor dem Kassenband auf den Boden und ging kaputt. Mutter: „Toll Kai. Jetzt ist er kaputt!“. Sie bat mich um Küchenpapier und machte den Boden sauber. Ich nahm einen Knotenbeutel und lies sie da den Joghurt und das benutzte Küchenpapier reintun und verschloss ihn und legte in unter meine Kasse. Die Kassenaufsicht würde ihn später abholen und abschreiben.

Das Paar war nun mit Bezahlen fertig und ich widmete mich der Frau, die mit 2 Töchtern anstand und dessen Einkauf. Kai hatte sich nun erstmal beruhigt. Leider bemerkte er, dass sein Joghurt fehlte und wollte losrennen einen neuen Joghurt holen. DAS verbot aber seine Mutter und sie hob ihn in den mittlerweile halb geleerten Einkaufswagen. Die Sirene von Kai ging gleich wieder los. Die Gläser in der etwas entfernten Bäckerei zersprangen nun auch. Gleichzeitig fing Kai an seine Mutter zu hauen und aus dem Wagen zu klettern. Das verhinderte die Mutter nun, indem sie ihn wieder raushob und Kai gleich losrannte zu den Quängelsüßigkeiten an der Nachbarkasse.

Die Frau, deren Einkäufe ich gerade scannte, schüttelte nur den Kopf und guckte die Mutter von Kai böse an. Naja ihre beiden Töchter (ca 6 und 8 Jahre alt) standen auch ganz lieb am Ende des Kassentisches und warteten darauf, dass ihre Zeitschriften und ihr Kaugummi über den Scanner gezogen wurden.

Kai kam mit mehreren Süßigkeiten wieder und verteidigte sie mehr oder weniger nicht erfolgreich gegen seine Mutter. Ein Schokoriegel landete auf dem Kassenband. Des Rest brachte die Mutter wieder weg. Das gefielt Kai aber gar nicht und er kreischte wieder los. Die Scheiben des Frisörsalons gegenüber klirrten nun schon sehr verdächtig und auch die Scheiben der Apotheke waren nicht mehr die Sichersten. Mittlerweile leidete nicht nur ich unter Tinitus, sondern auch mehrere Kunden guckten den Jungen und die Mutter sehr böse an.

Mit der Kundin davor war kein vernüftiges Bezahlgespräch möglich, da es durch den nächsten Kreischanfall unterbrochen wurde. Der fehlende Joghurt wurde bemerkt. Ich hob draufhin den Beutel mit dem kaputten Joghurt hoch und meinte zu Kai: „Guck mal. Der ist hier in der Tüte. Der ist kaputt!“. Zumindest hatte ich jetzt die Aufmerksamkeit des Jungen und ich muss wohl so interessant gewesen sein, dass das Kreischen unterbrochen wurde….herrlich diese Ruhe…..

Sie währte nicht lange. Die Kundin mit den beiden Töchter war nun fertig und nun kam die Mutter dran. Während sie Tilda ganz brav an den Kassentisch stellte und wartete, rannte Kai wieder zu den Süßigkeiten. Die Mutter schnappten ihn aber noch rechtzeitig und trug ihn, während sie den Einkaufswagen weiterschob, durch die Kasse. Kai gefiel das leider gar nicht und es folgte der nächste Kreischanfall. Nun zersprangen auch die Gläser in der Haushaltswarenabteilung.

Ich zog also die Waren über den Scanner und es viel mir mittlerweile echt schwer mich zu konzentrieren. Meiner Kollegin gegenüber ging es nicht besser. Tilda bekam eine Zeitschrift und ein Ü-Ei und einen Kinderriegel. Kais Ü-Ei war schon aufgegessen und ich hatte nur noch das Papier auf dem Kassenband, was ich dann wegwarf. Dann kam Tildas Joghurt über den Scanner und Kai fiel ja nun auf, dass er keinen mehr hatte. Er versuchte sich den Joghurt seiner Schwester zu schnappen, was diese mit einem: „Nein das ist meiner. Deiner ist kaputt.!“ kommentierte. Nun das war so gar nicht die Antwort, die Kai hören wollte und er lag kreischend zwischen Kasse und Genusswelt. Die Flaschen im Getränkemarkt im anderen Gebäude gaben nun nach und zerplatzen.

Die Mutter packte die Einkaufe ein und dann kam der Kinderriegel für Kai über das Band, den er vorhin noch draufpacken durfte. Der Anblick dieses Riegels lief Kai sofort aufspringen und er grabschte nach dem Riegel. Die Mutter erlaubte beiden Kindern nun den Riegel aufzumachen und zu essen. Kai entdeckte nun, dass dieser gebrochen war und…ja…es kam was kommen muss…..und nun wären meine Ohren echt über Ohrstöpsel froh gewesen. Die Kundeninfo erhielt schon einen Anruf aus dem Zoo, ob zufälligerweise ein Affe ausgebrochen wäre und bei uns kreischend durch den Laden toben würde. Die ersten Kunden hielten sich die Ohren zu.

Als Tilda dann ihren Schokoriegel zeigte und sagte: „Guck mal. Der ist auch zerbrochen.“ trat wieder Ruhe ein. Leider währte die nicht lange. Denn als der Einkauf abgeschlossen war und Kai mit zum Auto wollte, hatte der die Sushiboxen in der Genusswelt entdeckt und wollte unbedingt eine haben (vermutlich ohne zu wissen, was das ist). Nachdem die Mutter ihm diese verweigerte und als Belohnung (!!!!) für das Benehmen (wenn das Gutes Benehmen war, frage ich mich, was schlechts Benehmen bei diesem Bengel ist) etwas Süßes aus der Bäckerei an. Der nächste Kreischanfall lies nicht lange auf sich warten. Das Glas unserer Scanner gab nun langsam auch nach. Doch bevor Schlimmeres passieren konnte, traten die 3 den Weg zum Bäcker an.

Die Kunden und die Kassiererinn waren über diesen Abzug sehr erleichtet und die Mitarbeiterinnen der Bäckerei taten mit leid.

Ich muss nun leider aufhören zu schreiben und muss dringend Ohropax kaufen gehen. Meine Ohren werden nämlich noch gebraucht.

 

Stine die Biene

Verständigungsprobleme oder Wenn unterschiedliche Sprachen zum Hinderniss werden

Montags und ich muss die Mittelschicht von 12-16 Uhr an unser Hauptkasse (diese Kasse liegt am Mittelgang und die Kunden sehen sie als 1. )arbeiten. Es ist wirklich sehr viel los für einen Montag und die Schicht ist zäh wie Kaugummi. Die 4 Stunden fühlten sich an wie 8. Gegen 15 Uhr taucht ein älteres Ehepaar an meiner Kasse auf, welches ich noch nie gesehen habe. 3 Kleidungsstücke aus unserem Sale und eine Tüte mit einer Nussmischung.

Der Mann spricht die ganze Zeit kein Wort. Allerdings ist er nicht unhöflich, sondern spricht nur Russisch. Da habe ich vorher schon erkannt. Ich allerdings kann diese Sprache bis auf 5 Vokalben überhaupt nicht.

Die Frau reicht mir die Nusstüte und sagt: Was kost?

Ich: „Erstmal Hallo“

Frau: „Allo. Was kost?

Ich mache in der Kasse eine Artikelabfrage: „7,99€“

Frau: „hm“ und lässt die Tüte liegen. Aus Versehen drücke ich anstatt „Ende“ auf „Kaufen“ und da ich gerade mit einem: „Da Da nehm“ und zeigen auf die 3 Kleidungsstücke, von der Frau abgelenkt werde, bekomme ich das selbst nicht mit, dass es die falsche Taste war. Ja auch Kassiererinnen machen mal Fehler.

Gut ich scanne die Kleidungsstücke, lege sie ordentlich zusammen, übergebe sie und nenne den Endpreis. Fragen nach der SdP-Karte und den Treuepunkten werden mir nur mit einem: „Nix Deutsch, Russki“ beantwortet. Tja Russisch habe ich nie gelernt. Gut Bargeld kassiert, Wechselgeld und Bon ausgegeben und einen schönen Tag gewünscht.

3 Kunden später bolltert die Frau mit ihrer Faust an meine Scheibe. Ich bitte sie kurz zu warten, weil ich gerade den Kunden abkassiere. Dann wende ich mich ihr zu und frage, wie ich helfen kann. Frau erst ein russischer Redeschwall, den ich absolut nicht verstehe und dann hält sie mir den Bon hin und zeigt auf die Nussmischung und sagt: „Nix nix. Geld habe.“

Ich so zu ihr: „Tut mir leid. Mein Fehler. Aber sie müssen zur Kundenininformation. Ich kann da leider nichts dran machen.“

Frau regt sich fürchterlich auf und will: „nix, nix Geld habe“. Ich wieder versucht ihr verständlich zu machen, dass sie zur Kundeninformation muss. Erst auf Deutsch und dann in meinem ganz, ganz, ganz schlechten Englisch. DAS verstand sie aber auch nicht und stand immer noch da mit: „Nix Geld habe!“. Ein anderer Kunde erlöste mich dann, denn er sagte zu der Frau etwas in Russisch. Nun verstand die Frau und dackelte los in Richtung Kundeninfo.

10 Minuten später stand Frau Herbst von der Info bei mir an der Kasse und hielt mir den Bon unter die Nase und sagte: „Ich verstehe gar nichts. Was hast du denn gemacht?“

Ich erklärte ihr, dass die Nussmischung da aus Versehen mit reingerutscht ist, und das sie den Kunden das Geld wiedergeben müssen. Frau Herbst rauschte wieder ab.

Manchmal ist es sehr schwierig Kunden etwas begriflich zu machen, wenn es mehr wie deutliche Sprachbarrieren gibt. Da verzweifelt nicht nur

Stine die Biene

Die Peinlichkeit der eigenen Familie oder wenn Eltern einen blamieren

Tja, das Eltern einem peinlich sein können, insbesondere in der Pupertät, ist wohl jedem bekannt. Aber das einen Eltern auch anders vorführen können, davon soll die heutige Geschichte handeln.

Es war an einem Samstag und ich musste von 10-14 Uhr arbeiten. Gegen 13 Uhr taucht eine ältere Dame so um die 70 Jahre auf, die ich noch nie gesehen hatte. Sie war sehr nett zu mir und wir unterhielten uns sehr nett, während ich ihre Einkäufte scannte. Und dann kam Susi an meine Kasse geschossen. Die genau DIE Susi (http://stinediebiene.mein-online-tagebuch.de/2017/03/02/susi-und-die-hindernisse-des-gewinnspieles/ ). Und sie sprach die Dame an:

Susi: „Hallo“ Was machst du ausgerechnet an DER Kasse?“

Dame: „Ich weiß gar nicht, was du hast. Deine Kollegin ist sehr nett und sehr freundlich und wir haben uns gerade sehr nett unterhalten bis DU aufgetaucht bist.“

Susi (wirft mir einen bösen Blick zu): „Ja aber das es ausgerechnet DIE Kasse sein muss. Hier haben noch andere Kassen auf und die Kolleginnen sind auch nett.“

Dame: „Nein ich komme jetzt immer zu der Kollegin. Sie ist wirklich sehr nett und sehr freundlich.“

Susi (wirft mir einen Blick zu, der mich tot vom Stuhl kippen läßt): „ES GIBT HIER AUCH NOCH ANDERE KASSEN UND ANDERE KOLLEGINNEN!!!!!“ (Ja man merkt Susi kann mich sehr gut leiden…..NICHT…ich sie allerdings auch nicht)

Susi: “ Aber was anderes. Ich habe gleich Pause. Sollen wir zusammen essen?“

Dame: „Nein ich muss nach Hause. Ich kann den Hund nicht solange alleine lassen.!“

Susi:“ Ja und? Den lässt du sonst auch stundenlang alleine!“

Dame: “ Ersten stimmt das nicht und zweitens lass mich hier erstmal in Ruhe den Bezahlvorgang mit deiner netten Kollegin beenden!“

Gut während ich der Dame den Betrag nenne, nach der SdP-Karte und Treuepunkten fragen, das Bargeld kassiere und das Wechselgeld herausgebe und nach den Bon frage, quatscht Susi ständig dazwischen und will die Dame unbedingt in ein Gespräch verwickeln und von mir ablenken.

Der Dame platzt die Hutschnurr und sie faucht los: „Susanne jetzt lass mich hier mal in Ruhe bezahlen und halte deinen Mund. So kenne ich dich gar nicht. Du kannst dein Benehmen deiner Kolegin gegenüber wirklich mal ändern und mich behandelst du sowieso nicht so. Schließlich bin ich deine Mutter und erwarte Respekt und Benehmen von dir!“

Susi (läuft dunkelrot an) bedenkt mich und Mama mit einem Todesblick und rauscht beleidigt mit einem „Tschüß Mama“ ab.

Ich (muss mir ein Lachen sehr verkneifen) verabschiede die Dame sehr nett und wünsche ihr ein schönes Wochenende.

Dame: „Sie sind sehr nett und höflich zu Ihnen komme ich gerne wieder an die Kasse. Da kann sich meine Tochter echt eine Scheibe abschneiden. Dazu werde ich ihr aber nochmal was sagen!“ Dann wünscht sie mir auch ein schönes Wochenende und geht.

Und nun kann ich mich nicht entscheiden, ob ich vor Lachen in den Handscanner beißen soll oder ob ich durch Todesblicke wirklich vom Stuhl fallen soll. Ich glaube ich entscheide mich fürs Lachen und beisse in den Handscanner.

 

Stine die Biene

Kolleginnen und die Hindernisse des richtigen Arbeitsbeginns

Heute soll es mal wieder um die sehr beliebte (ähm NICHT) Kollegin Nancy gehen.  Hier (http://stinediebiene.mein-online-tagebuch.de/2018/12/09/die-spontanheilung-oder-glaubt-sie-dass-wir-alle-bloed-sind/ ) habe ich schonmal über sie berichtet. Heute ist Silvester und einige Kolleginnen arbeiten von 8-14 Uhr (dazu gehören heute auch Heidi und ich) und andere von 9-14 Uhr (dazu gehört auch Nancy).

Es ist 7:45 Uhr und Ayse, Heidi, Rita und ich stehen vor der Stempeluhr und warten darauf, dass wir uns einstempeln können, was nicht vor 7:47 passieren darf. Die Tür geht auf und Nancy kommt herein. Sie grüßt, aber keiner von uns grüßt zurück. Wir unterhalten und einfach weiter. Ja Nancy ist sehr beliebt, was was wirklich an ihrer Art liegt.  Nancy guckt auf die Uhr in der Stempeluhr, blöckt los: „Ist doch noch viel zu früh um hier dumm rumzustehen“ und verschwindet im Raucherraum. Als die Tür zu ist sage ich zu Heidi: „Was will die denn schon hier? Ist die aus dem Bett gefallen? Die steht erst ab 9 Uhr auf dem Plan!“. Heidi so zu mir: „Wirklich? Na dann kann sie ja nochmals nach Hause und aus ihren Wischmopp eine Frisur machen. “ OK Heidi hatte Recht, denn das was wieder auf dem Kopf saß, sah aus, wie aus dem Bett aufgestanden und mit Haarlack betoniert….Frisur geht anders. Aber gut.

Wir stempeln uns ein und gehen ins Kassenbüro um Kassenlade und Kassenkörbchen fertig zu machen. Insgesamt sind 6 Kassiererinnen, 1 Kassenaufsicht, die Infodame Frau Herbst und die beiden Chefinnen Frau Spieß und Frau Direkt im Kassenbüro und waren damit beschäftigt, sich auf die Schicht vorzubereiten, als Nancy ins Kassenbüro gestürmt kam und auf den Kassensitzplan schauten. Das Nancy 1 Stunde zu früh erschienen war, hatte sich bei allen 10 anwesenden Personen mittlerweile rumgesprochen. Nancy entfuhr ein: „Scheiße ich bin ja eine Stunde zu früh da!“ und alle mussten ein Lachen unterdrücken. Ich leise zu Heidi: „Tja man sollte vielleicht lernen, den Dienstplan richtig zu lesen“. Heidi leise zu mir: „Du hattest Recht, aber was willst du denn von der erwarten!“.

Nancy: “ Ich bin eine Stunde zu früh da….“ Frau Direkt unterbricht: „Ach das Ihnen das auch auffällt, dass sie erst um 9 Uhr arbeiten müssen. Vorher auf den Dienstplan gucken!“……ein leises Kichern zieht durch das Kassenbüro.

Nancy (nun ziemlich angepisst, weil sie wohl merkt, dass sich alle darüber amüsieren): „Nun muss ich wohl nochmals nach Hause!“. Frau Direkt: „Da wird Ihnen wohl nichts anderes übrig bleiben. Sie haben es ja nicht weit. Sind ja nur 5 Minuten. Und dann sehen wir sie 1 einer Stunde wieder!“. Nancy stapft wutentbrannt aus dem Raum und nun können wir nicht mehr an und halten und müssen loslachen.

1 Stunde später taucht Nancy wieder auf und geht an ihre Kasse. Aber nicht ohne uns alle mit einem bösen Blick zu bestrafen. Der Blick wirkt nicht. Die größere Strafe ist (besonders für die Kunden) den betonierten Wischmopp ertragen zu müssen. Ich gehe gleich mal Doris fragen, ob die ihren Wischmopp zum Kloreinigen zufälligerweie sucht oder ihn an Nancy verliehen hat.

Auf die Suche nach Doris macht sich jetzt

 

Stine die Biene

Kunden und die Hindernisse des Feuerwerksverkaufs

Einmal im Jahr wird auch bei uns Feuerwerk verkauft. Die Diskussion ob das nun sein muss oder nicht, will ich hier nicht führen. Bei uns ist das so, dass diese Sachen nur an 1 Kasse (von 12 vorhandenen Kassen) verkauft wird und die Kassierinnen, die diese Sachen verkaufen, eine entsprechende Schulung haben. Die restlichen 11 Kassen und die Kundeninfo dürfen nur und ausschließlich Feuerwerk der Klasse 1 (sprich Wunderkerzen, Knallbonbon, Konfettikanone, ect. ) verkaufen. Wenn wir uns nicht dran halten, gibt es eine Abmahnung. Das wissen wir alle und daran halten wir uns. Sollten die Kunden ausrasten, sollen wir im Kassenbüro anrufen. Die entsprechende Chefin springt uns dann bei.

Gut Freitag 1. Verkaufstag…1 Kunde, der bei mir Raketen kaufen wollte und nicht durfte. OK das lag vermutlich daran, dass ich an Kasse 11 aß und weit genug weg war. Kunde wurde von mir freundlich darüber aufgeklärt, dass ich es nicht verkaufen darf und er an Kasse 1 gehen muss. Kunde mault rum. „Dann lasse ich es eben hier!“. Ich so: „Tut mir leid. Aus Sicherheitsgründen darf das nicht bei mir an der Kasse liegen bleiben. Dann müssen sie es wieder zum Feuerwerk zurückbringen.!“ Kunde mault noch mehr rum und will sich an der Info über mich beschweren. Soll er machen. Die Info wird auch nichts anderes sagen und im Zweifelsfall die Chefin dazuholen.

Samstag 2. Verkaufstag. Diesmal sitze ich an Kasse 4. In 4 Stunden 4 Kunden mit Feuerwerk. 3 reagieren verständnissvoll und bezahlen bei mir die normalen Lebensmittel und dann das Feuerwerk an Kasse 1. Ein Kunde muss natürlich aus der Reihe springen. Wäre ja auch nicht normal, wenn es nicht so wäre.

Ich werde also angemault, als „Blöde Kuh“ bezeichnet und dazu aufgefordert, es ihm doch zu verkaufen. Auf meinen Hinweis, dass ich es nicht darf und dann eine Abmahnung bekommen würde, wird der Kunde noch ausfallender. Ich überlege schon mich unter meine Kasse zu setzen, damit mir nicht gleich die Raketenpackung um die Ohren gehauen wird. Allerdings entscheide ich mich dagegen, denn in dem Moment läuft gerade der stellvertretende Marktleiter Herr Ruhe an mir vorbei, um aus einem speziellen Lager Feuerwerksnachschub zu holen.

Ich rufen ihn an meine Kasse und bevor ich noch irgendetwas erklären kann, pöpelt der Kunde los: „Die Kassiererin ist zu blöd mir die Raketen zu verkaufen“. Pech nur, dass Herr Ruhe genau das erklärt, was ich auch schon erklärt habe und den Kunden mit an Kasse 1 nehmen will. Tja…das gefällt dem Kunden aber gar nicht und er besteht darauf, dass die Schlampe (Oh er meint mich?) ihm das jetzt sofort verkaufen soll. Herr Ruhe bietet ihm nun an, entweder das Feuerwerk an Kasse 1 zu kaufen oder ohne Feuerwerk den Laden zu verlassen. Der Kunde entscheidet sich dafür, den Laden ohne Feuerwerk zu verlassen. Vorher kündigt er aber noch an, sich bei der Zentrale zu beschweren und dafür zu sorgen, dass die Kassenschlampe nicht mehr lange ihren Job behält…..Ja wenn es danach ginge, wäre ich schon längst rausgeflogen. Jedes Jahr die gleichen Diskussionen.

Montag, Silvester, letzter Verkaufstag. Ich sitze an Kasse 6. Wieder 4 Kunden mit Feuerwerk, denen ich wieder erklären muss, dass ich es nicht verkaufen darf. Argument: „An Kasse 1 ist die Schlange aber so lang. Können sie nicht….?“ Nein ich kann leider nicht, wenn ich nach Neujahr auch noch kassieren möchte. 3 reagieren mit Verständnis. und Kunde #4 schmeist mir das Feuerwerk auf den Scanner, lässt seinen Einkaufswagen stehen, seine bereits eingepackten Lebensmittel, welche noch nicht bezahlt sind, ebenfalls.

Tja, sowas erfreut das Kassiererinnenherz doch sehr….NICHT….Also Kassenaufsicht anrufen (Und nein das ist kein Vergnügen, wenn die Kundenschlange eh schon durch den halben Laden reicht und wir eine Wartezeit von 20 Minuten haben). Sie bricht den Bon ab, freut sich natürlich sehr, dass sie jetzt einen kompletten Einkaufswagen mit Lebensmittel wieder verräumen darf und nimmt das Feuerwerk mit.

Das einige Kunden immer aus der Reihe tanzen müssen und Anweisungen, die die Kassiererin hat, nicht gelten lassen wollen. Darüber wundert sich nicht nur

Stine die Beine