Kindererziehung = Glückssache ?!? #3

Ja Beiträge dieser Reihe werden wohl nie enden. Bald jede Woche haben wir einen Fall, wo wir echt nur noch die Köpfe schütteln können und uns echt Sorgen um unsere Rente machen. Heute gibt es die Geschichte von Jeremy. Ein kleiner Junge von ca 4 Jahren, der im Einkaufswagen saß. Dieser wurde von seiner kaugummikauenden Mutti geschoben, die perfekt aussah wie eine „Schakkeline“ und noch 2 weitere Kinder im Schlepptau hatte (ca 6 und ca 9 Jahre alt) und noch einen sehr deutlichen Babybauch vor sich herschob.

Jeremy hörte man schon durch den halben Laden brüllen. Was sein Begehr war oder was er nicht wollte, ließ sich nicht raushören. Es war nur ein schrilles Gekreische zu hören. Alle Kunde und Angestellten wären jetzt froh gewesen, wenn wir Gratis-Ohrstöpsel verteilt hätten.

An der Eistruhe stoppte Schakkeline und holte eine Eispackung raus und machte sie auf. Sie drückte jedem Kind ein Eis in die Hand und nahm sich selbst auch eins. Die restliche Packung fand zum Glück die Weg in den Wagen und wurde später auch aufs Kassenband gelegt. Ich konnte das alles gut von meiner Kasse aus beobachten und hoffte, das der Kelch an mir vorbeigeht. Knapp ging er das auch. Die Familie stellte sich gegenüber bei meiner Kollegin Heidi an, die davon nur mäßig begeistert war, wie mir ihr Blick gerade verriet. Naja Schakkeline lutschte ihr Eis und fing an die Waren aufs Kassenband zu packen…ok sie versuchte es zumindest. Die beiden älteren Kinder standen Eislutschend in der Gegend rum und dabei anderen Kunden im Weg… nur Jeremy hatte sein Eis erstmal wutbrüllend auf den Boden geschmissen, sodass es erstmal zurück in die Packung gewandert war.

Der Junge tobte im Einkaufswagen und war am kreischen, dass man selbst im Kassenbüro kein Wort mehr reden konnte, weil keiner mehr was verstand. Dabei sprang er auf den Waren, die im Wagen lagen rum. So versuchte Schakkeline irgendwie das Beste draus zu machen und die Waren irgendwie aufs Band zu bringen. Nachdem die Hälte auf dem Band war ließ sich Jeremy auf die anderen Sachen im Wagen fallen und Mutter konnte nicht weiter aufpacken. Also versuchte sie die Sachen irgendwie unter dem tobenden Kind wegzuziehen. Halbwegs gelang ihr das auch. Doch ca. 4 Sachen waren noch unter dem Po von Jeremy und Mutter zog ihn auf die Seite. DAS passte Jeremy aber gar nicht. Das Gekreische schwoll noch um einige Oktaven an (woher konnte das Kind solche Töne holen?) und wir hofften echt, dass die Scheiben vom Frisör und der Apotheke DAS aushielten.

Jeremy erwischte nun das größte Nutellaglas, was wir überhaupt verkaufen, im Einkaufswagen und schleuderte es mit Wucht durch die Gegend. Nein er traf zum Glück weder die Mutter, die Geschwister, noch Heidi oder gar mich. Das Glas rauschte mit Schwung auf den Boden und zersprang in 1000 Stück. Das Nutella klebte jetzt mit Scherbe dekoriert auf dem Boden, an den Tüten, die unter den beiden Kassenbändern sich befinden und war raufgespritzt bis auf beide Kassenbänder und die Waren, die da lagen. Prima das kommt Freude auf…..NICHT.  Zum Glück war nichts weiter zerbrechliches mehr im Wagen. Schakkeline gucke sich kurz um, packte die restlichen Waren, ließ Jeremy in den höchsten Tönen weiterkreischen und meinte dann noch zu Heidi: „Also ich tu das nicht putzen.“. Heidi fiel fast die Kinnlade aufs Kassenband und warf mir einen Blick zu der wohl sagen sollte: Gleich bringe ich die um.

Heidi sagte aber nichts und fing das kassieren an. Ich griff zum Telefon und rief Doris an und bestellte sie mit Putzwagen zwischen Kasse 6 und 7 und sagte vorher schon, dass eine riessen Nutellasauerei auf sie wartet. Doris war mäßig begeistert, versprach aber so schnell wie möglich zu erscheinen. Der 2. Anruf ging ins Kassenbüro. Ich informierte unsere Chefin Frau Direkt darüber, dass wir beide Kassen erstmal schließen müssen, um die Sauerei wegzubekommen. Was anderes blieb uns nicht übrig. Frau Direkt war nicht gerade begeistert. Aber es lies sich leider nicht vermeiden, wenn nicht der nächste Kunde auf Nutella ausrutschen sollte.

Heidi und ich machten das Kassenlicht schonmal aus und verwiesen die Kunden, die noch nicht aufgepackt hatten an Kasse 3, wo Ricarda die Kassenaufsicht eine Ersatzkasse aufmachte. Das Ganze immer noch unter einem enormen Gekreische. Borr Jeremy hatte echt nicht nur Lautstärke drauf, sondern auch noch Ausdauer. Zum Glück war der Kassiervorgang jetzt aber abschlossen und Heidi macht schonmal ihre Kasse zu. Doris bog gerade um die Ecke, als die Schakkeline mit ihren kreischenden Bengel und ihren anderen beiden Kindern Richtung Ausgang verschwand und fing an sauber zu machen. Ich kassierte eben noch 2 Kunden ab und machte dann ebenfalls die Kasse zu. Während sich Doris um den Boden und die Scherben kümmerte, machten Heidi und ich unsere Bänder sauber und fingen an das Regal mit den Tüten vom Nutella zu befreien.  Frau Direkt kam jetzt auch noch dazu und inspierierte die Tüten und nahm alles raus, was nicht mehr zu gebrauchen war und ging es abschreiben.

Nach 15 Minuten konnten wir wieder unsere Kassen öffnen und unser eigentlichen Arbeit nachgehen. Unsere Ohren waren auch dabei sich zu erholen und so konnte es wieder fleissig dabei gehen.

Abends im Kassenbüro wurde über das Kind noch eine ganze Weile diskutiert. Was manche Eltern Erziehung nennen, darüber wundert sich auch

Stine die Biene

Veröffentlicht von

stinediebiene

weiblich, irgendwo aus Niedersachsen, geschlüpft in den 70zigern, im schönsten Job der Welt mit dem besten Team und den verrücktesten Kunden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.