Falsche Codierung oder manchmal spinnt das Kassensysthem

Eigentlich kann man sich auf unser Kassensystem verlassen. OK Montags, wenn die neue Werbung da ist, kann es schonmal etwas harken, weil noch die alten Preise drin sind und die entsprechenden Verantwortlichen nicht mit den Eintragen hinterher gekommen sind. Manchmal geht auch der EAN-Code von dem ein oder anderen Produkt nicht, aber dann rufen wir in der Abteilung an.

Neulich ist aber was passiert, da konnten die Kundin und ich nur den Kopf schütteln. Ich scanne ihre Einkäufe und habe eine Packung mit Äpfeln in der Hand. Die scanne ich und plötzlich erscheint auf meinem Display: Diese Zeitschrift fällt unter den Jugendschutz. Führen sie jetzt eine Alterskontrolle durch! und dann noch Ja für verkaufen und Nein für nicht verkaufen!

Ähm…Hä?….Was bitte? Ich drücke erstmal nein und sehen das die Strickzeitschift von davor auch nicht gesannt wurde. Diese scanne ich nochmals und sie geht einwandfrei durch. Also wieder die Äpfel und wieder die gleiche Anzeigen! Will mich die Kasse jetzt verarschen? Seit wann sind Äpfel so pornografisch belastet, dass sie unter das Jugendschutzgesetz fallen?

Die Kundin fragt mich, was los ist und ich zeige ihr, was auf meinem Display steht. Zum Glück war sie meine einzigste Kundin zu dem Zeitpunkt und somit hatte ich Zeit und Ruhe. Wir lachen beide und fragen uns beide seit wann Äpfel eine Rolle in schlüpfrigen Filmen spielen.

Ich drücke nochmals Nein und scanne die Äpfel ein 3. mal. Wieder das Gleiche! Also rufe ich beim Obst und Gemüse an. Da ich meine Lieblingskollegin aus dieser Abteilung dran habe, frage ich sie gleich erstmal, was sie mit den Äpfeln gemacht hat? Sie weiss auch keine Antwort, nennt mir aber den Preis für die Äpfel, welchen ich nun über die Warengruppen für Obst und Gemüse eingeben.

Und ich bitte meine Kollegin darum die Äpfel doch bitte aus der nicht jugendfreien Ecke zu befreien, was sie lachend verspricht.

Manchmal denkt scheinbar auch ein Kassensystem zweideutig und darüber lachte mit der Kundin auch

Stine die Biene

Kindererziehung = Glückssache ?!? #3

Ja Beiträge dieser Reihe werden wohl nie enden. Bald jede Woche haben wir einen Fall, wo wir echt nur noch die Köpfe schütteln können und uns echt Sorgen um unsere Rente machen. Heute gibt es die Geschichte von Jeremy. Ein kleiner Junge von ca 4 Jahren, der im Einkaufswagen saß. Dieser wurde von seiner kaugummikauenden Mutti geschoben, die perfekt aussah wie eine „Schakkeline“ und noch 2 weitere Kinder im Schlepptau hatte (ca 6 und ca 9 Jahre alt) und noch einen sehr deutlichen Babybauch vor sich herschob.

Jeremy hörte man schon durch den halben Laden brüllen. Was sein Begehr war oder was er nicht wollte, ließ sich nicht raushören. Es war nur ein schrilles Gekreische zu hören. Alle Kunde und Angestellten wären jetzt froh gewesen, wenn wir Gratis-Ohrstöpsel verteilt hätten.

An der Eistruhe stoppte Schakkeline und holte eine Eispackung raus und machte sie auf. Sie drückte jedem Kind ein Eis in die Hand und nahm sich selbst auch eins. Die restliche Packung fand zum Glück die Weg in den Wagen und wurde später auch aufs Kassenband gelegt. Ich konnte das alles gut von meiner Kasse aus beobachten und hoffte, das der Kelch an mir vorbeigeht. Knapp ging er das auch. Die Familie stellte sich gegenüber bei meiner Kollegin Heidi an, die davon nur mäßig begeistert war, wie mir ihr Blick gerade verriet. Naja Schakkeline lutschte ihr Eis und fing an die Waren aufs Kassenband zu packen…ok sie versuchte es zumindest. Die beiden älteren Kinder standen Eislutschend in der Gegend rum und dabei anderen Kunden im Weg… nur Jeremy hatte sein Eis erstmal wutbrüllend auf den Boden geschmissen, sodass es erstmal zurück in die Packung gewandert war.

Der Junge tobte im Einkaufswagen und war am kreischen, dass man selbst im Kassenbüro kein Wort mehr reden konnte, weil keiner mehr was verstand. Dabei sprang er auf den Waren, die im Wagen lagen rum. So versuchte Schakkeline irgendwie das Beste draus zu machen und die Waren irgendwie aufs Band zu bringen. Nachdem die Hälte auf dem Band war ließ sich Jeremy auf die anderen Sachen im Wagen fallen und Mutter konnte nicht weiter aufpacken. Also versuchte sie die Sachen irgendwie unter dem tobenden Kind wegzuziehen. Halbwegs gelang ihr das auch. Doch ca. 4 Sachen waren noch unter dem Po von Jeremy und Mutter zog ihn auf die Seite. DAS passte Jeremy aber gar nicht. Das Gekreische schwoll noch um einige Oktaven an (woher konnte das Kind solche Töne holen?) und wir hofften echt, dass die Scheiben vom Frisör und der Apotheke DAS aushielten.

Jeremy erwischte nun das größte Nutellaglas, was wir überhaupt verkaufen, im Einkaufswagen und schleuderte es mit Wucht durch die Gegend. Nein er traf zum Glück weder die Mutter, die Geschwister, noch Heidi oder gar mich. Das Glas rauschte mit Schwung auf den Boden und zersprang in 1000 Stück. Das Nutella klebte jetzt mit Scherbe dekoriert auf dem Boden, an den Tüten, die unter den beiden Kassenbändern sich befinden und war raufgespritzt bis auf beide Kassenbänder und die Waren, die da lagen. Prima das kommt Freude auf…..NICHT.  Zum Glück war nichts weiter zerbrechliches mehr im Wagen. Schakkeline gucke sich kurz um, packte die restlichen Waren, ließ Jeremy in den höchsten Tönen weiterkreischen und meinte dann noch zu Heidi: „Also ich tu das nicht putzen.“. Heidi fiel fast die Kinnlade aufs Kassenband und warf mir einen Blick zu der wohl sagen sollte: Gleich bringe ich die um.

Heidi sagte aber nichts und fing das kassieren an. Ich griff zum Telefon und rief Doris an und bestellte sie mit Putzwagen zwischen Kasse 6 und 7 und sagte vorher schon, dass eine riessen Nutellasauerei auf sie wartet. Doris war mäßig begeistert, versprach aber so schnell wie möglich zu erscheinen. Der 2. Anruf ging ins Kassenbüro. Ich informierte unsere Chefin Frau Direkt darüber, dass wir beide Kassen erstmal schließen müssen, um die Sauerei wegzubekommen. Was anderes blieb uns nicht übrig. Frau Direkt war nicht gerade begeistert. Aber es lies sich leider nicht vermeiden, wenn nicht der nächste Kunde auf Nutella ausrutschen sollte.

Heidi und ich machten das Kassenlicht schonmal aus und verwiesen die Kunden, die noch nicht aufgepackt hatten an Kasse 3, wo Ricarda die Kassenaufsicht eine Ersatzkasse aufmachte. Das Ganze immer noch unter einem enormen Gekreische. Borr Jeremy hatte echt nicht nur Lautstärke drauf, sondern auch noch Ausdauer. Zum Glück war der Kassiervorgang jetzt aber abschlossen und Heidi macht schonmal ihre Kasse zu. Doris bog gerade um die Ecke, als die Schakkeline mit ihren kreischenden Bengel und ihren anderen beiden Kindern Richtung Ausgang verschwand und fing an sauber zu machen. Ich kassierte eben noch 2 Kunden ab und machte dann ebenfalls die Kasse zu. Während sich Doris um den Boden und die Scherben kümmerte, machten Heidi und ich unsere Bänder sauber und fingen an das Regal mit den Tüten vom Nutella zu befreien.  Frau Direkt kam jetzt auch noch dazu und inspierierte die Tüten und nahm alles raus, was nicht mehr zu gebrauchen war und ging es abschreiben.

Nach 15 Minuten konnten wir wieder unsere Kassen öffnen und unser eigentlichen Arbeit nachgehen. Unsere Ohren waren auch dabei sich zu erholen und so konnte es wieder fleissig dabei gehen.

Abends im Kassenbüro wurde über das Kind noch eine ganze Weile diskutiert. Was manche Eltern Erziehung nennen, darüber wundert sich auch

Stine die Biene

Der 1-Tages-Praktikant oder So kurz war noch niemand bei uns!

In unserem Markt haben wir regelmäßig Praktikanten. Meistens Schülerpraktikanten, aber auch schonmal einfach Leute, die gucken wollen, ob Einzelhandel was für sie ist oder die eine kurze Zeit bis Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums jobbend überbrücken möchten. Diese werden bei uns immer auf der Fläche eingesetzt.

Bei mir soll es heute um einen Schülerpraktikanten gehen. Er kam vom Gymnasium. Dort war er in der Oberstufe und sollte bei uns ein 3-wöchiges Schülerpraktikum machen. Das alles erwähne ich jetzt extra, denn wenn man die Geschichte liest, denkt man später eher „Herr schmeiss Hirn vom Himmel“. Aber von vorne.

Montag morgen. 1. Tag des Praktikanten. Da er am ersten Tag nirgendwo reinkommt, muss er „erst um 8 Uhr antreten“! Er wurde von Herrn Unlust (Leiter der Frische-Abteilung und zuständig für Azubis und Praktikanten) an der Kundeninfo abgeholt und wurde mit den wichtigsten Sachen vertraut gemacht. Pausenraum, Umkleide, Toiletten, Arbeitskleidung, Praktikantenschild ect. Dazu gab es eine kurz Einweisung in seine Tätigkeit und er bekam eine Einweisung, wie man mit einem Hubwagen umzugehen hat und was er damit nicht darf. Soweit so gut…oder auch nicht.

  1. Aufgabe für den jungen Mann, den ich jetzt einfach mal Pascal nenne: Mit Holger das Eis auf dem Tiefkühllager holen und in die Eistruhen einräumen. Zu zweit klappte das noch ganz gut. Dann soll Pascal mit dem Hubwagen wieder ins Lager und die 2. Palette holen. Pascal macht sich auf den Weg. Allerdings hat er wohl bei der Einweisung für den Hubwagen nicht richtig zugehört. Er stellt sich nämlich auf den Hubwagen und rollerte damit durch den Laden. Dabei nimmt er fast ein älteres Stammkundenpaar als Hubwagenfigur mit, was ihm gleich erstmal einen kräftigen Anschiß von Herrn Unlust einbringt. Gut da die Dame sich auf den Po gesetzt hat, wurden gleich erstmal alle verfügbaren Ersthelfer zusammengetrommelt. Die Dame wird wieder auf die Beide gebracht. Zum Glück ist nichts passiert.

Die 2. Palette ist im Lager aufgegabelt und Pascal macht sich mit ihr auf den Weg zu den Tiefkühltruhen. Dabei überschätzt er wohl sein Tempo und die Kurvenlage des Hubwagens, denn er nimmt im Gang mit den Sektflaschen erstmal 3 Karton vom Champagner mit. 18 Flaschen von einer teuren Sorte (Pro Flasche knapp 50 Euro) zerschellen auf dem Boden. Vom Radau aufgeschreckt springen gleich Herr Unlust, Herr Ruhe (stellvertrender Marktleiter) und Herr Charmant (Abteilungsleiter Food) in den entsprechenden Gang und sehen die Bescherung. Pascal bekommt gleich noch eine Ansage von Herrn Unlust. Daraufhin darf er keinen Hubwagen mehr fahren und muss erstmal Doris beim Saubermachen helfen. Herr Ruhe geht dann erstmal los und schreibt knapp 900 Euro ab. Seine Laune ist für den Rest des Tages auf jeden Fall unterirdisch.

Das weitere Einräumen der Eistruhen nimmt einige Zeit in Anspruch. Danach darf Pascal erstmal 30 Minuten Pause machen. Anschließend bekommt er die Aufgabe die Mülleimer in der Obst und Gemüseabteilung einzusammeln, auszuleeren und sauber zu machen. Danach soll er sich mit neuen Müllbeuteln befüllen und in der Abteilung wieder an ihren Platz bringen. Die Eimer sind noch nichtmals eine Woche alt. Sie sind gerade neu angeschafft. 6 dieser Tonnen haben wir in der Abteilung plaziert und jeder ist knapp 100 Euro wert.

Wir wissen alle bis heute nicht, was an dieser Anweisung von Herrn Unlust nicht zu verstehen ist. Auf jeden Fall kommen alle 6 Mülleimer auf der Rampe an, aber nie wieder zurück in den Laden. Was war passiert? Pascal hat alle 6 Eimer mit Schwung in die Müllpresse geschmissen und da diese nun voll war, die Presse auch noch angestellt. Die Reste sah Herr Ruhe nur noch klein gepresst verschwinden. Herr Ruhe, der nun eigentlich wirklich ziemlich ruhig ist, schwoll langsam der Kamm und Pascal bekam seinen 1. Anschiss von ihm. Unsere Kassen, die auf der ganz anderen Seite des Gebäudes fingen an zu wackeln und Kunden, die zu dem Zeitpunkt im Zoo waren erzählten, dass sogar die Affen alle stramm standen.  Danach ging Herr Ruhe dann mal weitere 600 Euro abschreiben und neue Eimer bestellen.

Für den Rest des Tages (noch waren 3 Stunden Arbeitszeit für Pascal zu überstehen) sollte er eine Aufgabe bekommen, bei der man möglichst nichts falsch machen kann. Er sollte mit dem Ordnungsdienst raus und Einkaufswagen einsammeln. Dies tat er auch mit Begeisterung. Leider drückte der eigentliche Ordnungdienst Pascal dann die Zieh- und Schiebehilfe in die Hand. Pascal schob also mit Schwung die Wagen über den Parkplatz. Leider mit soviel Schwung das er nicht mehr die Kurve bekam und leider ein Kleinwagen im Weg stand. Also knutschten Einkaufswagen und Kleinwagen, was nicht nur eine kleine Beule im Auto hinterlies, sondern auch gleich noch Rücklichanlage hinten rechts auf den Boden zwang. Schadeshöhe ist mir jetzt unbekannt, aber es werden bestimmt nicht nur 100 Euro gewesen sein. OK wir sind zwar versichert aber trotzdem. Das die Besitzerin des Auto dann fast noch in Ohnmacht gefallen ist und die Ersthelfer dringend auf dem Parkplatz gebraucht wurden, muss ich jetzt nicht noch zusätzlich erwähnen. Pascal musste draufhin bei Herrn Ruhe im Büro antreten. Eigentlich hätte er noch 1 Stunde arbeiten sollen.

Allerdings hat Herr Ruhe ihm nicht gerade leise zu verstehen gegeben, dass dies heute nicht nur der 1., sondern auch gleichzeitig der letzte Tag von Pascal bei uns gewesen ist, weil die 3 Wochen sonst einfach zu teuer für uns werden. Pasacal musste als gleich wieder alles abgeben, was er heute morgen bekommen hatte und bekam einen Brief für die Schule mit.

So kurz war noch nie ein Praktikant bei und und es gab schon einige, die sich nicht ungedingt ruhmreich angestellt haben. Was machen in ihren Köppen haben, fragt sich jetzt nicht nur

Stine die Biene

Kunden und die Ungeduld oder Als diese verteilt wurde, stand ich hupend im Stau

Es gibt immer Kunden, die Zeit ohne Ende haben und mit denen man nicht lange genug quatschen kann. Und es gibt immer Kunden, die so ungeduldig sind, dass die Lebensmittel am besten schon 30 Minuten vor dem Kassieren im Kühlschrank liegen. Das solche Kunden aber dann doch mal durch die Technik ausgebremst werden, davon erzähle ich heute.

An meiner Kasse waren Herr und Frau Eilig. Sie reiss mir fast schon die Sachen aus der Hand, kaum das ich sie auf den Scanner hatte. Als alles dann im Wagen war und es ans bezahlen ging, ging es los. Sie wollten mit EC zahlen. Gut kein Problem. Ich schalte frei.

Sie legt ihre Karte nur noch nicht mal 1 Sekunde auf das Gerät. So schnell geht das mit WLan aber nicht. Die Karte muss schon etwa 5 Sekunden liegen bleiben. Lesegerät zeigt an, dass die Karte nicht lesbar ist. Frau Eilig scheibt die Karte in den Schlitz. Im dem Moment bricht das Gerät ab. Ich starte neu. Frau Eilig guckt nicht richtig hin und zieht die Karte in dem Moment raus, als das Gerät die PIN will und steckt die Karte ein. Gerät bricht ab.

Ich so: „Tut mir leid. Das war zu flott. Nochmals bitte“. Frau Eilig verdreht genervt die Augen und holt die Karte raus. Ich starte die Kartenzahlung wieder und sofort ist die Karte im Gerät verschwunden. Für das Gerät wieder zu früh und es bricht den Startvorgang ab. Frau Eilig: „Auf dem Display steht nichts“.

Ich: „Die Karte war zu früh drin. Das Gerät hat abgebrochen.“

Frau Eilig: „Ich habe für sowas keine Geduld. Das muss schneller gehen.“

Ich: „So Karte bitte einmal komplett rausziehen!“ Ich starte das Gerät neu. Frau Eilig will sofort wieder die Karte einstecken, was ich aber verhindere.

Ich: „Bitte erst einstecken, wenn da steht, bitte Karte einstecken oder auflegen.“

Frau Eilig: „Das dauert mir alles zu lange“

In dem Moment will das Gerät die Karte haben, dann die PIN und bestätigen ect. Diesmal klappt alles und ich gebe den Bon aus und verabscheide die Kunden.

Frau Eilig: „So ein langsames Gerät habe ich noch nie erlebt. Nächstes mal zahle ich in bar. Soviel Zeit habe ich nicht zum verschwenden.“

Tja, wenn sie die Anweisungen in Ruhe befolgt hätte, wären wir 30 Sekunden schneller fertig gewesen. Innerlich schüttle ich den Kopf und denke mir meinen Teil. Äußerlich lächle ich weiter und begrüße den nächsten Kunden. Bei soviel Ungeduld will ich mich jetzt auch ganz schnell verabschieden

Stine die Biene