Kunden und die Hindernisse des Feuerwerksverkaufs

Einmal im Jahr wird auch bei uns Feuerwerk verkauft. Die Diskussion ob das nun sein muss oder nicht, will ich hier nicht führen. Bei uns ist das so, dass diese Sachen nur an 1 Kasse (von 12 vorhandenen Kassen) verkauft wird und die Kassierinnen, die diese Sachen verkaufen, eine entsprechende Schulung haben. Die restlichen 11 Kassen und die Kundeninfo dürfen nur und ausschließlich Feuerwerk der Klasse 1 (sprich Wunderkerzen, Knallbonbon, Konfettikanone, ect. ) verkaufen. Wenn wir uns nicht dran halten, gibt es eine Abmahnung. Das wissen wir alle und daran halten wir uns. Sollten die Kunden ausrasten, sollen wir im Kassenbüro anrufen. Die entsprechende Chefin springt uns dann bei.

Gut Freitag 1. Verkaufstag…1 Kunde, der bei mir Raketen kaufen wollte und nicht durfte. OK das lag vermutlich daran, dass ich an Kasse 11 aß und weit genug weg war. Kunde wurde von mir freundlich darüber aufgeklärt, dass ich es nicht verkaufen darf und er an Kasse 1 gehen muss. Kunde mault rum. „Dann lasse ich es eben hier!“. Ich so: „Tut mir leid. Aus Sicherheitsgründen darf das nicht bei mir an der Kasse liegen bleiben. Dann müssen sie es wieder zum Feuerwerk zurückbringen.!“ Kunde mault noch mehr rum und will sich an der Info über mich beschweren. Soll er machen. Die Info wird auch nichts anderes sagen und im Zweifelsfall die Chefin dazuholen.

Samstag 2. Verkaufstag. Diesmal sitze ich an Kasse 4. In 4 Stunden 4 Kunden mit Feuerwerk. 3 reagieren verständnissvoll und bezahlen bei mir die normalen Lebensmittel und dann das Feuerwerk an Kasse 1. Ein Kunde muss natürlich aus der Reihe springen. Wäre ja auch nicht normal, wenn es nicht so wäre.

Ich werde also angemault, als „Blöde Kuh“ bezeichnet und dazu aufgefordert, es ihm doch zu verkaufen. Auf meinen Hinweis, dass ich es nicht darf und dann eine Abmahnung bekommen würde, wird der Kunde noch ausfallender. Ich überlege schon mich unter meine Kasse zu setzen, damit mir nicht gleich die Raketenpackung um die Ohren gehauen wird. Allerdings entscheide ich mich dagegen, denn in dem Moment läuft gerade der stellvertretende Marktleiter Herr Ruhe an mir vorbei, um aus einem speziellen Lager Feuerwerksnachschub zu holen.

Ich rufen ihn an meine Kasse und bevor ich noch irgendetwas erklären kann, pöpelt der Kunde los: „Die Kassiererin ist zu blöd mir die Raketen zu verkaufen“. Pech nur, dass Herr Ruhe genau das erklärt, was ich auch schon erklärt habe und den Kunden mit an Kasse 1 nehmen will. Tja…das gefällt dem Kunden aber gar nicht und er besteht darauf, dass die Schlampe (Oh er meint mich?) ihm das jetzt sofort verkaufen soll. Herr Ruhe bietet ihm nun an, entweder das Feuerwerk an Kasse 1 zu kaufen oder ohne Feuerwerk den Laden zu verlassen. Der Kunde entscheidet sich dafür, den Laden ohne Feuerwerk zu verlassen. Vorher kündigt er aber noch an, sich bei der Zentrale zu beschweren und dafür zu sorgen, dass die Kassenschlampe nicht mehr lange ihren Job behält…..Ja wenn es danach ginge, wäre ich schon längst rausgeflogen. Jedes Jahr die gleichen Diskussionen.

Montag, Silvester, letzter Verkaufstag. Ich sitze an Kasse 6. Wieder 4 Kunden mit Feuerwerk, denen ich wieder erklären muss, dass ich es nicht verkaufen darf. Argument: „An Kasse 1 ist die Schlange aber so lang. Können sie nicht….?“ Nein ich kann leider nicht, wenn ich nach Neujahr auch noch kassieren möchte. 3 reagieren mit Verständnis. und Kunde #4 schmeist mir das Feuerwerk auf den Scanner, lässt seinen Einkaufswagen stehen, seine bereits eingepackten Lebensmittel, welche noch nicht bezahlt sind, ebenfalls.

Tja, sowas erfreut das Kassiererinnenherz doch sehr….NICHT….Also Kassenaufsicht anrufen (Und nein das ist kein Vergnügen, wenn die Kundenschlange eh schon durch den halben Laden reicht und wir eine Wartezeit von 20 Minuten haben). Sie bricht den Bon ab, freut sich natürlich sehr, dass sie jetzt einen kompletten Einkaufswagen mit Lebensmittel wieder verräumen darf und nimmt das Feuerwerk mit.

Das einige Kunden immer aus der Reihe tanzen müssen und Anweisungen, die die Kassiererin hat, nicht gelten lassen wollen. Darüber wundert sich nicht nur

Stine die Beine

Veröffentlicht von

stinediebiene

weiblich, irgendwo aus Niedersachsen, geschlüpft in den 70zigern, im schönsten Job der Welt mit dem besten Team und den verrücktesten Kunden

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