Verständigungsprobleme oder Wenn unterschiedliche Sprachen zum Hinderniss werden

Montags und ich muss die Mittelschicht von 12-16 Uhr an unser Hauptkasse (diese Kasse liegt am Mittelgang und die Kunden sehen sie als 1. )arbeiten. Es ist wirklich sehr viel los für einen Montag und die Schicht ist zäh wie Kaugummi. Die 4 Stunden fühlten sich an wie 8. Gegen 15 Uhr taucht ein älteres Ehepaar an meiner Kasse auf, welches ich noch nie gesehen habe. 3 Kleidungsstücke aus unserem Sale und eine Tüte mit einer Nussmischung.

Der Mann spricht die ganze Zeit kein Wort. Allerdings ist er nicht unhöflich, sondern spricht nur Russisch. Da habe ich vorher schon erkannt. Ich allerdings kann diese Sprache bis auf 5 Vokalben überhaupt nicht.

Die Frau reicht mir die Nusstüte und sagt: Was kost?

Ich: „Erstmal Hallo“

Frau: „Allo. Was kost?

Ich mache in der Kasse eine Artikelabfrage: „7,99€“

Frau: „hm“ und lässt die Tüte liegen. Aus Versehen drücke ich anstatt „Ende“ auf „Kaufen“ und da ich gerade mit einem: „Da Da nehm“ und zeigen auf die 3 Kleidungsstücke, von der Frau abgelenkt werde, bekomme ich das selbst nicht mit, dass es die falsche Taste war. Ja auch Kassiererinnen machen mal Fehler.

Gut ich scanne die Kleidungsstücke, lege sie ordentlich zusammen, übergebe sie und nenne den Endpreis. Fragen nach der SdP-Karte und den Treuepunkten werden mir nur mit einem: „Nix Deutsch, Russki“ beantwortet. Tja Russisch habe ich nie gelernt. Gut Bargeld kassiert, Wechselgeld und Bon ausgegeben und einen schönen Tag gewünscht.

3 Kunden später bolltert die Frau mit ihrer Faust an meine Scheibe. Ich bitte sie kurz zu warten, weil ich gerade den Kunden abkassiere. Dann wende ich mich ihr zu und frage, wie ich helfen kann. Frau erst ein russischer Redeschwall, den ich absolut nicht verstehe und dann hält sie mir den Bon hin und zeigt auf die Nussmischung und sagt: „Nix nix. Geld habe.“

Ich so zu ihr: „Tut mir leid. Mein Fehler. Aber sie müssen zur Kundenininformation. Ich kann da leider nichts dran machen.“

Frau regt sich fürchterlich auf und will: „nix, nix Geld habe“. Ich wieder versucht ihr verständlich zu machen, dass sie zur Kundeninformation muss. Erst auf Deutsch und dann in meinem ganz, ganz, ganz schlechten Englisch. DAS verstand sie aber auch nicht und stand immer noch da mit: „Nix Geld habe!“. Ein anderer Kunde erlöste mich dann, denn er sagte zu der Frau etwas in Russisch. Nun verstand die Frau und dackelte los in Richtung Kundeninfo.

10 Minuten später stand Frau Herbst von der Info bei mir an der Kasse und hielt mir den Bon unter die Nase und sagte: „Ich verstehe gar nichts. Was hast du denn gemacht?“

Ich erklärte ihr, dass die Nussmischung da aus Versehen mit reingerutscht ist, und das sie den Kunden das Geld wiedergeben müssen. Frau Herbst rauschte wieder ab.

Manchmal ist es sehr schwierig Kunden etwas begriflich zu machen, wenn es mehr wie deutliche Sprachbarrieren gibt. Da verzweifelt nicht nur

Stine die Biene

Die Peinlichkeit der eigenen Familie oder wenn Eltern einen blamieren

Tja, das Eltern einem peinlich sein können, insbesondere in der Pupertät, ist wohl jedem bekannt. Aber das einen Eltern auch anders vorführen können, davon soll die heutige Geschichte handeln.

Es war an einem Samstag und ich musste von 10-14 Uhr arbeiten. Gegen 13 Uhr taucht eine ältere Dame so um die 70 Jahre auf, die ich noch nie gesehen hatte. Sie war sehr nett zu mir und wir unterhielten uns sehr nett, während ich ihre Einkäufte scannte. Und dann kam Susi an meine Kasse geschossen. Die genau DIE Susi (http://stinediebiene.mein-online-tagebuch.de/2017/03/02/susi-und-die-hindernisse-des-gewinnspieles/ ). Und sie sprach die Dame an:

Susi: „Hallo“ Was machst du ausgerechnet an DER Kasse?“

Dame: „Ich weiß gar nicht, was du hast. Deine Kollegin ist sehr nett und sehr freundlich und wir haben uns gerade sehr nett unterhalten bis DU aufgetaucht bist.“

Susi (wirft mir einen bösen Blick zu): „Ja aber das es ausgerechnet DIE Kasse sein muss. Hier haben noch andere Kassen auf und die Kolleginnen sind auch nett.“

Dame: „Nein ich komme jetzt immer zu der Kollegin. Sie ist wirklich sehr nett und sehr freundlich.“

Susi (wirft mir einen Blick zu, der mich tot vom Stuhl kippen läßt): „ES GIBT HIER AUCH NOCH ANDERE KASSEN UND ANDERE KOLLEGINNEN!!!!!“ (Ja man merkt Susi kann mich sehr gut leiden…..NICHT…ich sie allerdings auch nicht)

Susi: “ Aber was anderes. Ich habe gleich Pause. Sollen wir zusammen essen?“

Dame: „Nein ich muss nach Hause. Ich kann den Hund nicht solange alleine lassen.!“

Susi:“ Ja und? Den lässt du sonst auch stundenlang alleine!“

Dame: “ Ersten stimmt das nicht und zweitens lass mich hier erstmal in Ruhe den Bezahlvorgang mit deiner netten Kollegin beenden!“

Gut während ich der Dame den Betrag nenne, nach der SdP-Karte und Treuepunkten fragen, das Bargeld kassiere und das Wechselgeld herausgebe und nach den Bon frage, quatscht Susi ständig dazwischen und will die Dame unbedingt in ein Gespräch verwickeln und von mir ablenken.

Der Dame platzt die Hutschnurr und sie faucht los: „Susanne jetzt lass mich hier mal in Ruhe bezahlen und halte deinen Mund. So kenne ich dich gar nicht. Du kannst dein Benehmen deiner Kolegin gegenüber wirklich mal ändern und mich behandelst du sowieso nicht so. Schließlich bin ich deine Mutter und erwarte Respekt und Benehmen von dir!“

Susi (läuft dunkelrot an) bedenkt mich und Mama mit einem Todesblick und rauscht beleidigt mit einem „Tschüß Mama“ ab.

Ich (muss mir ein Lachen sehr verkneifen) verabschiede die Dame sehr nett und wünsche ihr ein schönes Wochenende.

Dame: „Sie sind sehr nett und höflich zu Ihnen komme ich gerne wieder an die Kasse. Da kann sich meine Tochter echt eine Scheibe abschneiden. Dazu werde ich ihr aber nochmal was sagen!“ Dann wünscht sie mir auch ein schönes Wochenende und geht.

Und nun kann ich mich nicht entscheiden, ob ich vor Lachen in den Handscanner beißen soll oder ob ich durch Todesblicke wirklich vom Stuhl fallen soll. Ich glaube ich entscheide mich fürs Lachen und beisse in den Handscanner.

 

Stine die Biene

Kolleginnen und die Hindernisse des richtigen Arbeitsbeginns

Heute soll es mal wieder um die sehr beliebte (ähm NICHT) Kollegin Nancy gehen.  Hier (http://stinediebiene.mein-online-tagebuch.de/2018/12/09/die-spontanheilung-oder-glaubt-sie-dass-wir-alle-bloed-sind/ ) habe ich schonmal über sie berichtet. Heute ist Silvester und einige Kolleginnen arbeiten von 8-14 Uhr (dazu gehören heute auch Heidi und ich) und andere von 9-14 Uhr (dazu gehört auch Nancy).

Es ist 7:45 Uhr und Ayse, Heidi, Rita und ich stehen vor der Stempeluhr und warten darauf, dass wir uns einstempeln können, was nicht vor 7:47 passieren darf. Die Tür geht auf und Nancy kommt herein. Sie grüßt, aber keiner von uns grüßt zurück. Wir unterhalten und einfach weiter. Ja Nancy ist sehr beliebt, was was wirklich an ihrer Art liegt.  Nancy guckt auf die Uhr in der Stempeluhr, blöckt los: „Ist doch noch viel zu früh um hier dumm rumzustehen“ und verschwindet im Raucherraum. Als die Tür zu ist sage ich zu Heidi: „Was will die denn schon hier? Ist die aus dem Bett gefallen? Die steht erst ab 9 Uhr auf dem Plan!“. Heidi so zu mir: „Wirklich? Na dann kann sie ja nochmals nach Hause und aus ihren Wischmopp eine Frisur machen. “ OK Heidi hatte Recht, denn das was wieder auf dem Kopf saß, sah aus, wie aus dem Bett aufgestanden und mit Haarlack betoniert….Frisur geht anders. Aber gut.

Wir stempeln uns ein und gehen ins Kassenbüro um Kassenlade und Kassenkörbchen fertig zu machen. Insgesamt sind 6 Kassiererinnen, 1 Kassenaufsicht, die Infodame Frau Herbst und die beiden Chefinnen Frau Spieß und Frau Direkt im Kassenbüro und waren damit beschäftigt, sich auf die Schicht vorzubereiten, als Nancy ins Kassenbüro gestürmt kam und auf den Kassensitzplan schauten. Das Nancy 1 Stunde zu früh erschienen war, hatte sich bei allen 10 anwesenden Personen mittlerweile rumgesprochen. Nancy entfuhr ein: „Scheiße ich bin ja eine Stunde zu früh da!“ und alle mussten ein Lachen unterdrücken. Ich leise zu Heidi: „Tja man sollte vielleicht lernen, den Dienstplan richtig zu lesen“. Heidi leise zu mir: „Du hattest Recht, aber was willst du denn von der erwarten!“.

Nancy: “ Ich bin eine Stunde zu früh da….“ Frau Direkt unterbricht: „Ach das Ihnen das auch auffällt, dass sie erst um 9 Uhr arbeiten müssen. Vorher auf den Dienstplan gucken!“……ein leises Kichern zieht durch das Kassenbüro.

Nancy (nun ziemlich angepisst, weil sie wohl merkt, dass sich alle darüber amüsieren): „Nun muss ich wohl nochmals nach Hause!“. Frau Direkt: „Da wird Ihnen wohl nichts anderes übrig bleiben. Sie haben es ja nicht weit. Sind ja nur 5 Minuten. Und dann sehen wir sie 1 einer Stunde wieder!“. Nancy stapft wutentbrannt aus dem Raum und nun können wir nicht mehr an und halten und müssen loslachen.

1 Stunde später taucht Nancy wieder auf und geht an ihre Kasse. Aber nicht ohne uns alle mit einem bösen Blick zu bestrafen. Der Blick wirkt nicht. Die größere Strafe ist (besonders für die Kunden) den betonierten Wischmopp ertragen zu müssen. Ich gehe gleich mal Doris fragen, ob die ihren Wischmopp zum Kloreinigen zufälligerweie sucht oder ihn an Nancy verliehen hat.

Auf die Suche nach Doris macht sich jetzt

 

Stine die Biene

Kunden und die Hindernisse des Feuerwerksverkaufs

Einmal im Jahr wird auch bei uns Feuerwerk verkauft. Die Diskussion ob das nun sein muss oder nicht, will ich hier nicht führen. Bei uns ist das so, dass diese Sachen nur an 1 Kasse (von 12 vorhandenen Kassen) verkauft wird und die Kassierinnen, die diese Sachen verkaufen, eine entsprechende Schulung haben. Die restlichen 11 Kassen und die Kundeninfo dürfen nur und ausschließlich Feuerwerk der Klasse 1 (sprich Wunderkerzen, Knallbonbon, Konfettikanone, ect. ) verkaufen. Wenn wir uns nicht dran halten, gibt es eine Abmahnung. Das wissen wir alle und daran halten wir uns. Sollten die Kunden ausrasten, sollen wir im Kassenbüro anrufen. Die entsprechende Chefin springt uns dann bei.

Gut Freitag 1. Verkaufstag…1 Kunde, der bei mir Raketen kaufen wollte und nicht durfte. OK das lag vermutlich daran, dass ich an Kasse 11 aß und weit genug weg war. Kunde wurde von mir freundlich darüber aufgeklärt, dass ich es nicht verkaufen darf und er an Kasse 1 gehen muss. Kunde mault rum. „Dann lasse ich es eben hier!“. Ich so: „Tut mir leid. Aus Sicherheitsgründen darf das nicht bei mir an der Kasse liegen bleiben. Dann müssen sie es wieder zum Feuerwerk zurückbringen.!“ Kunde mault noch mehr rum und will sich an der Info über mich beschweren. Soll er machen. Die Info wird auch nichts anderes sagen und im Zweifelsfall die Chefin dazuholen.

Samstag 2. Verkaufstag. Diesmal sitze ich an Kasse 4. In 4 Stunden 4 Kunden mit Feuerwerk. 3 reagieren verständnissvoll und bezahlen bei mir die normalen Lebensmittel und dann das Feuerwerk an Kasse 1. Ein Kunde muss natürlich aus der Reihe springen. Wäre ja auch nicht normal, wenn es nicht so wäre.

Ich werde also angemault, als „Blöde Kuh“ bezeichnet und dazu aufgefordert, es ihm doch zu verkaufen. Auf meinen Hinweis, dass ich es nicht darf und dann eine Abmahnung bekommen würde, wird der Kunde noch ausfallender. Ich überlege schon mich unter meine Kasse zu setzen, damit mir nicht gleich die Raketenpackung um die Ohren gehauen wird. Allerdings entscheide ich mich dagegen, denn in dem Moment läuft gerade der stellvertretende Marktleiter Herr Ruhe an mir vorbei, um aus einem speziellen Lager Feuerwerksnachschub zu holen.

Ich rufen ihn an meine Kasse und bevor ich noch irgendetwas erklären kann, pöpelt der Kunde los: „Die Kassiererin ist zu blöd mir die Raketen zu verkaufen“. Pech nur, dass Herr Ruhe genau das erklärt, was ich auch schon erklärt habe und den Kunden mit an Kasse 1 nehmen will. Tja…das gefällt dem Kunden aber gar nicht und er besteht darauf, dass die Schlampe (Oh er meint mich?) ihm das jetzt sofort verkaufen soll. Herr Ruhe bietet ihm nun an, entweder das Feuerwerk an Kasse 1 zu kaufen oder ohne Feuerwerk den Laden zu verlassen. Der Kunde entscheidet sich dafür, den Laden ohne Feuerwerk zu verlassen. Vorher kündigt er aber noch an, sich bei der Zentrale zu beschweren und dafür zu sorgen, dass die Kassenschlampe nicht mehr lange ihren Job behält…..Ja wenn es danach ginge, wäre ich schon längst rausgeflogen. Jedes Jahr die gleichen Diskussionen.

Montag, Silvester, letzter Verkaufstag. Ich sitze an Kasse 6. Wieder 4 Kunden mit Feuerwerk, denen ich wieder erklären muss, dass ich es nicht verkaufen darf. Argument: „An Kasse 1 ist die Schlange aber so lang. Können sie nicht….?“ Nein ich kann leider nicht, wenn ich nach Neujahr auch noch kassieren möchte. 3 reagieren mit Verständnis. und Kunde #4 schmeist mir das Feuerwerk auf den Scanner, lässt seinen Einkaufswagen stehen, seine bereits eingepackten Lebensmittel, welche noch nicht bezahlt sind, ebenfalls.

Tja, sowas erfreut das Kassiererinnenherz doch sehr….NICHT….Also Kassenaufsicht anrufen (Und nein das ist kein Vergnügen, wenn die Kundenschlange eh schon durch den halben Laden reicht und wir eine Wartezeit von 20 Minuten haben). Sie bricht den Bon ab, freut sich natürlich sehr, dass sie jetzt einen kompletten Einkaufswagen mit Lebensmittel wieder verräumen darf und nimmt das Feuerwerk mit.

Das einige Kunden immer aus der Reihe tanzen müssen und Anweisungen, die die Kassiererin hat, nicht gelten lassen wollen. Darüber wundert sich nicht nur

Stine die Beine