Kunden und die Stoffeligkeit oder manche sind einfach mit sich selbst unzufrieden

Kunden sind sehr unterschiedlich und im Grunde genommen ist das auch sehr gut so. Es gibt Kunden, die mag man mehr und es gibt Kunden, die mag man weniger. Einer unser Stammkunden – ich nennen ihn jetzt mal Herrn Stoffel – schlägt aber den Fass den Boden aus und am liebsten würde ihn gar nicht mehr bedienen. Warum? Das erzähle ich jetzt.

Herr Stoffel ist wie gesagt Stammkunde und kommt mindestens 2 Mal am Tag – manchmal auch 3 Mal. Er ist Rentner und hat scheinbar Langeweile. Er wohnt nur 1 Straße vom Supermarkt entfernt und könnte diesen in 2 Minuten zu Fuß erreichen. Aber laufen? Nein! Er fährt also 2-3 Mal am Tag mit seinem dicken Sternwagen auf unseren Parkplätz….ok fährt ist jetzt noch gut ausgedrückt….er heizt mit hohen Tempo drüber und es ist bisher schon ein Wunder, dass es noch zu keinem Unfall kam.

Zumal er fast schon denn Herrn vom Ordnungdienst beim Wageneinsammlen umgefahren hätte und das Herr Stoffel mit seinem Wgen bis direkt vor den Laden auf einen Behindertenparkplatz rast (warum er nicht gleich mit dem Wagen durch die Eingangstür fährt und von seinem Wagen aus, die Angestellten für sich flitzen lässt, entzieht sich leider meiner Kenntniss) ist schon normal. Dabei wäre fast schon den ein oder anderen Kunden auf der Motorhaube gelandet  und auch schon der ein oder anderen Angestellten, der entweder gerade Feierabend hatte oder gerade zum Dienst kam,  fast zur Kühlerfigur geworden. Wenn Herr Stoffel also auf dem Parkplatz erscheint, gilt keine StvO mehr und man springt besser irgendwie auf das nächste Auo oder in den Einkaufswagen, wenn einem sein Leben lieb ist.

Gut Herr Stoffel tätigt dann seine immer sehr wichtigen Einkäufe, die nie mehr wie 10 Teile betragen. Es ist ihm sehr wichtig überall als 1. dranzukommen und nur das Beste für sich zu ergattern. Das Personal der Fläche hat ihn schon öfters dabei beobachtet, wie er Kunden zur Seite schubst, nur um die besten Äpfel aus der Kiste zu holen. Das Nummernsysthem an der Wurst- und Fleischtheke hält er persönlich für Blödsinn. Wenn er kommt, hat er als 1. dranzukommen. Nur irgendwie will das das Personal nicht einsehen. Er hält es dann auch nicht für nötig, mit dem Personal vernüftig zu kommunizieren, sondern zeigt auf irgendeine Wurst und das Personal muss dann raten, welche es genau ist und wie viel es sein soll. Klappt das nicht auf Anhieb, dann mault er das Personal an….Ja Kummer sind wir alle gewohnt….

Irgendwann ist der Herr Stoffel an an der Kasse angekommen. Zum Glück stellt er sich immer an eine andere Kasse und geht nicht zur selben Kassiererin.  Flüchten möchten wir jetzt am liebsten alle und hoffen, dass der „Pokal“ an uns vorbeizieht.

Herr Stoffel schmeisst seine paar Teile immer mit Schwung aufs Kassenband, als wären es keine Lebensmittel, sondern Dreck. Das dabei bisher weder ein Joghurtbecher, noch ein Ei kaputt gegangen ist, grenzt an ein Wunder. Er nimmt immer die Kasse mit der kürzesten Schlange bzw am liebsten hätte er es, wenn gar kein Kunde da ist und die Kassierin ihm zu Füßen liegt, damit er sie als Fußabtreter nutzen kann. Eine Begrüßung? Nein absolut überflüssig. Es ist auf der anderen Seite ja kein Mensch, sondern nur Dreck. Gut Waren scannen, Betrag nennen und nach der SdP-Karte fragen. Antwort ? Fehlanzeige…..irgendwann fliegt einem dann die Karte um die Ohren, weil er sie mit Schwung in Richtung Scanner schmeisst. Geld wird grundsätzlich nicht in die Hand gegeben, sondern auf den Tisch geschmissen. Und zwar so, dass die Kassiererin fast nicht drankommt. Wechselgeld will er am liebst aber „liebevoll in die Hand getrichen bekommen“. Nö ich lege es ihm mittlerweile auch auf den Tisch. Wer mich so behandelt, hat nur eine konservierte Grundhöflichkeit verdient…..vermutlich kommt er deswegen jetzt nicht mehr so häufig an meine Kasse……..macht nichts

Ja Grußworte an die Kassiererin sind dann natürlich auch völlig überflüssig. Da sitzt ja schließlich seine Leibeigene und kein Person, die man durch Höflichkeit wertschätzen kann. Meistens hat der Herr Stoffel dann auch noch irgendwas rumzumuffeln. Was ist mir relativ egal, ich stelle meine Ohren auf Durchzug und begrüße den nächsten Kunden schonmal überfreundlich.

Und ja Herr Stoffel kann höflich und freundlich sein. Meistens zu Bekannten, die er dann trifft und mit denen er sich stundenlang in der Kassenvorzone unterhält. Wenn er dann den Laden verlässt, um zu seinem Wagen zu gehen, hält man am besten alles fest, was im Wege sein könnte, denn dann rast er wieder über den Parkplatz um 1 Minuten später vor seinem Haus zu stehen.

Manche Menschen müssen echt so unzufrieden mit sich und ihrem Leben sein, dass man es an den Angestellten auslassen muss. Zum Glück gibt es davon nur eine Handvoll Kunden und nicht jeder stellt sich jeden Tag an die eigenen Kasse an. Über freundliche Kunde freut man sich viel mehr….besonders

Stine die Biene

Veröffentlicht von

stinediebiene

weiblich, irgendwo aus Niedersachsen, geschlüpft in den 70zigern, im schönsten Job der Welt mit dem besten Team und den verrücktesten Kunden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.