Kunden und die Hindernisse der Ladenöffnungszeiten

Ladenöffnungszeiten – ein schwieriges Thema in gesamt Deutschland. Ich möchte aber jetzt nicht großartig diese Diskussion aufgreifen. Wir haben normalerweise von 8-22 Uhr geöffnet und das 6 Tage in der Woche. 2 Ausnahmen: 24.12 und 31.12. Am 24.12 haben wir von 8-13 Uhr auf und am 31.12. von 8-16 Uhr. Eigentlich lange genug um sich mit dem Nötigsten einzudecken bzw. die Regale zu plündern, weil es ja die nächsten 5 Wochen nichts in Deutschland zu kaufen gibt…..wie gesagt …eigentlich…..

Es ist 12:45 Uhr und alle Angestellten freuen sich darauf, dass in wenigen Minuten der Laden schließt und wir zu unseren Lieben nach Hause können und auch Weihnachten haben. Der Tag war anstengend, denn es war sehr, sehr, sehr voll. Wartezeit an der Kasse – obwohl alles auf war – bis zu 30 MInuten und wir können schon schnell arbeiten.

Frau Herbst an der Kundeninfo beginnt ab 12:40 mit den Durchsagen, dass wir um 13 Uhr schließen und allen Kunden frohe Weihnachten wünschen. Die Durchsagen erfolgen ca im 3 Minutentakt. Ab 12:50 wird das Licht im Laden um 1/3 runtergefahren.

Um 13:50 stürmen mehrere junge Erwachsene (ca 10 Leute zwischen 22 und 32 Jahren mit 5 Einkaufswagen) in den Laden. . Mindestens 4 Durchsagen müssen sie in den nächsten 10 Minuten mitbekommen.

Um 13 Uhr gehen der stellvertretende Marktleiter Herr Ruhe, die Kassenleitung Frau Nervös und der Food-Leiter Herr Charmant von den Bedientheken hinten los, um die letzten Kunden zur Kasse zu bewegen. Wir dürfen nämlich nicht einfach aufspringen und ins Kassenbüro gehen, sondern müssen auf den Ruf „Laden leer“ warten, bis wir uns abmelden dürfen.

In der Sprituosenabteilung trifft Frau Nervös auf 6 der eben reingekommen Leute und bitte die höflich, aber bestimmt zu gehen. 2 Leute folgenden der Bitte sofort mit den Worten: „Wir brauchten eh nur Wein für heute Abend“. 1 Minute später standen sie mit 3 Kartons a 6 Weinflaschen bei meiner Kollegin, bezahlten und verschwanden. So weit, so gut.

Auf die anderen Gestalten traf Herr Charmant in der Snackanteilung. Auch er bat die Kunden höflich, aber bestimmt den Laden zu verlassen, da wir jetzt Feierabend machen. Sie verschwanden auch, aber tauschen wenige Sekunden später in der Sprituosenabteilung auf, wo Frau Nervös, sie ebenfalls bat den Laden zu verlassen. Auch jetzt schnappten sich 2 Leute nur 2-3 Spirituosenflaschen und gingen zur Kasse, wo eine andere Kollegin sie eben abkassierte.

Von den restlichen 6 Leuten, meinte einer: „Wie gibt es jetzt an der Theke kein Fleisch mehr?“ Als dieses verneint wurde, weil wir ja seit bereits 3 Minuten eigentlich Feierabend haben, meinte die gleiche Person nur noch: „Saftladen….“ und verschwand auch in Richtung Kasse. Dort angekommen, musste er meiner Kollegin auch noch einen Spruch drücken, wobei die Begriffe „Saftladen“ und „Unverschämtheit“ sehr großen Raum einnahmen. Zum Glück waren die Gestalten dann ebenfalls draußen.

Leider befanden sind aber noch 4 Leute mit Frau Nervös in der Spirituosenabteilung und waren nicht sehr begeistert, über die Aufforderung den Laden zu verlassen, weil es ja nun schon 13:05 war und wir eigentlich seit 5 Minuten Feierabend hatten.

Einer meinte gerade: „Was will die Oma denn eigentlich?“ als gerade Herr Charmant um die Ecke bog und nun sehr eindringlich darum bat, die Kassen und den Ausgang aufzusuchen. 2 Typen suchten nun lieber den Weg nach vorne, denn auch der stellvertretende Marktleiter bog nun um die Ecke. Bevor noch irgendeiner etwas sagen konnte, flog die 1. Whiskeyflasche auf den Boden und zersprang in 1000 Stücke. Da unsere Reinigungskraft Doris schon im Feierabend war, musste sich darum wohl gleich noch der Abteilungsleiter Herr Charment darum kümmern müssen. Begleitet wurde der „Absturz“ mit dem Worten: „Wir sind hier die Kunden und wir bestimmen, wie lange wir einkaufen.

Herrn Ruhe platze jetzt der Kragen. Zum einen rief er den Sicherheitsdienst in die Sprituosenabteilung und zum anderen meinte er dann: „Tja nur, das unser Kassensysthem um genau 13:08 Uhr von der Zentrale runtergefahren wird und wir Sie leider nicht mehr abkassieren können. Das dieses nicht der Wahrheit entspricht, hat Herr Ruhe den beiden übrig geblieben Gestalten nicht gesagt. Dann ging er 1 Gang weiter und rief die Kundeninfo an. Frau Herbst sollte uns allen sagen, dass wir runterfahren sollen und abrechnen gehen sollen. Im gleichen Moment tauchte der Sicherheitsdienst in der Spirituosenabteilung auf und begleitete die beiden renitenten Kunden ohne Waren nach draußen und erteilte Hausverbot.

Während wir im Kassenbüro der Abrechnung nachgingen verräumte Herr Ruhe eben schnell die Waren aus dem Einkaufswagen und Herr Charmant putzt schnell den Boden. So konnten wir alle um 13:15 Uhr in den verdienten Feierabend gehen.

Über solche Kunden ärgert sich betimmt nicht nur

 

Stine die Biene

Veröffentlicht von

stinediebiene

weiblich, irgendwo aus Niedersachsen, geschlüpft in den 70zigern, im schönsten Job der Welt mit dem besten Team und den verrücktesten Kunden

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