Ladendiebstahl #1

Heute schreibe ich mal über ein eher dunkles Kapitel, was aber jeder Einzelhändler kennt – Ladendiebstahl. Auch bei uns kommt sowas – mal mehr und mal weniger – vor. 4 Geschichten zu diesem Thema kann ich euch auf jeden Fall nach und nach erzählen. Die Heutige spielte sich im Jahre 2015 ab, kurz nachdem ich angefangen habe, bei uns zu arbeiten. Ich hatte zu dem Zeitpunkt frei, aber die Geschichte sorgte noch die ganze restliche Woche für Gesprächsstoff unter den Angestellten.

Es war zwischen 19 und 20 Uhr als ein junges Paar (Beide ca. um die 20 Jahre) mit ihren kleinen Baby (ca. 6 Wochen) zu uns in den Laden kamen. Sie fielen von Anfang an auf, da sie nicht ganz nüchtern waren. Die fingen also ganz normal an einzukaufen und zwischendurch verschwanden immer wieder Sachen in dem Maxi-Cosi und in den Taschen und unter den Klamotten der beiden Erwachsenen.

Der Ladendetektiv war immer hinter ihnen her und beobachtete alles bis sie an der Kasse standen und da nur das aufs Band packten, was offen im Wagen lag. Der Rest wurde verschwiegen und gleich nach dem Bezahlen erfolgte der Zugriff.

Die beiden wurden mit Baby und einem 2. Detektiv in unsere Zentrale begleitet und der Marktleiter wurde auch dazu gerufen. Neben Alkohol und Zigaretten wurden auch Markenklamotten und teure Perfüms, sowie Babynahrung und diverse andere Sachen hervorgezaubert.

Aber anstatt sich reumütig zu geben, fingen die beiden an, aggressiv zu werden, Beleidigungen auszuspucken, Drohungen auszusprechen und sie wurden dann gegenüber dem Detektiv gewalttätig. Als dann noch ein Messer zum Vorschein kam, war Ende im Gelände.

Die Polizei war schon vorher verstädnigt worden und kam zum Glück in dem Moment in die Zentrale. Dann ging es richtig rund, denn der Mann des Paares griff auch noch die Polizei an. Da eine deutliche Alkoholfahne im Raum stand, kam es auch noch in der Zentrale zu Schnelltest, welche bei beiden Erwachsenen nicht nur Alkohol in höhreren Werten, sondern auch noch Drogen nachwiesen. Dazu sprachen die Einstichstellen an Mann und Frau Bände.

Es wurde also von der Polizei auch gleich noch das Jugendamt hinzugerufen. Die beiden Erwachsenen mussten mit der Polizei mit und das Baby wurde dem Jugendamt übergeben, da hier eindeutig eine Kindeswohlgefährdung vor lag.

Das war auf jedenfall eine Aktion, die sogar meinen Kollegeinnen und mir die Sprache verschlagen hatte und wir uns fragte, wie tief man sinken kann.

Stine die Biene

 

Kunden und ihre Eigenarten #1

Es gibt Kunden die bleiben einem im Gedächtnis – mal positiv, mal negativ – und heute will ich mal von so einer Kundin erzählen. Ich nenne sie Frau Verwirrt. Warum? Das könnt ihr gleich nachvollziehen.

 

Ich musste Spätschicht von 16-20 Uhr arbeiten. Kurz nach 16 Uhr – es war zu dem Zeitpunkt ruhig im Laden) steht eine ältere Frau mit langen grauen Haaren bei mir an der Kasse und kauft 1 Set mit 5 Paar Socken für 5,99€. Das übliche Kundengespräch und ich frage sie auch nach der SDP-Karte. Sie weiss nicht, was das ist uns lässt es sich von mir erklären. Dann weise ich auf einen Informationtisch 2 m von meiner Kasse entfernt, wo sie die Unterlagen und das Antragsformular für diese Karte bekommt. Soweit, sogut. Sie geht da auch hin und nimmt sich Unterlagen. Weiter verfolge ich das Ganze nicht, da ich neue Kunden habe.

 

Ca. 7 Minuten später steht Frau Verwirrt wieder an meiner Kasse und hält einen Hackenprosche in der Hand (für alle, die nicht wissen, was das ….Hackenporsche ) von dem ein Rad ab ist (vermutlich nicht richtig festgesteckt) und sie meint zu mir: „Der ist kaputt. Den müssen sie zurücknehmen“

Ich: Gegen sie bitte mal zur Kollegin an die Kundeninfo. Die kann Ihnen weiterhelfen“ Da ich nicht wusste, wo der Hackeporsche so plötzlich her kommt und sie ja nur Socken gekauft hat, kann ich da nichts machen.

5 Minuten später. Frau Verwirrt steht da wieder und hält mir den Hackenporsche vor die Nase. Diesmal hat sie beide Räder in der Hand und meint:“ Den haben Sie mir gerade verkauft. Der ist kaputt. Den will ich nicht“

Ich: “ Tut mir leid. Sie haben bei mir gerade nur Socken gekauft. Gehen sie doch bitte zur Kollegin an die Kundeninfo. Die kann Ihnen da eher weiterhelfen.“

Kundin verschwindet…..und ist wieder in den Laden rein und rennt nun von „innen“, also aus dem Verkaufsraum kommend auf meine Kasse zu, schubst eine andere Kundin, die gerade anfängt aus ihrem Einkaufswagen aufs Band zu packen, mit voller  Wucht zur Seite (Das die kleine und zierlich Frau nicht Kopfüber im Einkaufswagen hing war alles), hält in der einen Hand den Hackenporsche und in der anderen die 2 losen Räder und schreit mich an: “ Sie sind unverschämt. Den haben sie mir gerade verkauft und der ist kaputt. Ich will den nicht mehr.“

Ich: „Dort vorne ist die Kundeninfo. Bei mir haben Sie gerade nur Socken gekauft, aber nicht den Einkaufsroller. Gehen sie bitte zur Kollegin und klären sie dort, was mit dem Teil ist und ob sie es zurück geben können.

Frau Verwirrt läuft hochrot an und brüllt wieder los, dass das Teil kaputt ist und sie den nicht haben möchte. Die Kundin dahinter schüttelt nur noch den Kopf….bevor ich etwas sagen kann, kommt Frau Bach von der Kundininfo (die eigentlich nur die Einkaufskörbe der Kunden von den Kassen wegräumen möchte und hört das Gebrüll der Kundin.

Ich zu Frau Verwirrt: „Da ist meine Kollegin von der Kundeninfo. Die kann Ihnen weiterhelfen.

Meine Kollegin hat sie dann auch mitgenommen. Soviel ist im nachinein erfahren habe, hatte sie den Hackenporsche nicht bei uns gekauft. Allerdings hat Frau Bach erstmal beide Räder richtig festgesteckt und die Kundin dann verabscheidet. Was weiter passiert ist und wo Frau Verwirrt dann abgeblieben ist, haben wir alle nicht mehr mitbekommen.

 

Stine die Biene

Die „Unfähigkeit“ der Kassiererin

Manchmal kann man Kunden Sachen erklären – nicht 1 mal, sondern mindestens 20 Mal – und sie meinen immer noch, das die Kassiererin total unfähig ist. Heute mal eine Geschichte dazu.

Es gab bei uns eine Treuepunkteaktion. Viele sollten das eigentlich kennen. Für alle anderen, erkläre ich es kurz. Wenn man für mindestens 5 Euro einkauft, bekommt man einen Treuepunkt. Wenn man für 20 Euro einkaufen, bekommt man 4 Punkte ect. Diese klebt man in ein Treueheft und wenn das voll ist, kann man es eintauschen. Manchmal gibt es Gartensachen, manchmal Taschen, manchmal Töpfe, manchmal Besteck usw. Dazu müssen Kunden, die die SdP-Karte (Sammel die Punkte-Karte) haben nur 15 Sticker anstatt 20 aufkleben. Alle Kunden müssen eine kleine Zuzahlung leisten und dann gehört ihnen ein Stück aus dieser Collection.

Leider war auf diesem Sammelheft eine weitere „Bezahlmöglichkeit“ etwas umständlich erklärt. Also: Wer ein Besteckset mit Treueheft kaufen wollte, musste 7,99€ bezahlen. Wenn man dann noch 500 Punkte auf der SdP-Karte hatte, konnte man diese in 5 Euro umwandeln und abziehen lassen und musste dann nur 2,99€ bezahlen. So weit, so gut….oder auch nicht….

Es kam eine Kundin, die für insgesamt 86€ einkaufte. Darunter 6 Besteckstets von den Treuepunkten. Dann meinte sie zu mir: „Und jetzt ziehen Sie mir bitte pro Besteckteil 5€ von der SdP-Karte ab!“

Ich: „Tut mir leid, das kann die Kasse nicht. Entweder kann ich nur die gesamten Punkte abziehen – bis max 86€ – oder nichts.

Kundin:“ Ich möchte aber pro Besteckteil 5 Euro abgezogen haben!“

Ich: „Tut mir leid. Das kann unsere Kasse nicht. Sie kann das nicht unterscheiden und ich kann das auch nicht splitten. Entweder kann ich nur komplett abziehen oder wir müssen die Bestecke raus nehmen und alle einzeln kassieren und für jedes Besteckteil dann die Punkte abziehen!“

…..so ging die Diskussion mindestens 10 Minuten (Gut das es gerade ruhig im Laden war und niemand dahinter stand). Ich habe hier immer wieder versucht zu erklären, dass die Kasse das nicht splitten kann und ich die Punkte nur für den gesamten Einkauf abziehen kann und dass das auf dem Sammelheft ein bißchen blöd erklärt ist.

Nach ca 10 Minuten konnte ich dann die gesamten Punkte für den gesamten Einkauf abziehen, so dass die Kundin nichts mehr bezahlen musste und den kompletten Einkauf umsonst hatte. Anstatt sich darüber zu freuen, maulte Sie mich mit den Worten an: „Ich werde mich jetzt über Ihre Unfähigkeit beschweren!“

Gesagt, getan.

Sie ging zur Kundininfo genau hinter mir und sprach dort meine Kollegin Frau Bach und meine Chefin Frau Gerecht an und meinte dann gleich zur Eröffnung: „Jetzt bügeln sie mal bitte den Fehler aus, den die unfähige Kassierein verursacht hat!“

Beide Damen haben der Kundin geschlagene 30 Minuten versucht, dass zu erklären, was ich ihr auch erklärt habe. Die Kasse kann die Punkte NICHT splitten und die Kassierin ist NICHT unfähig, sondern hat alles richtig gemacht und erklärt.

Nach 30 Minuten wollte die Kundin dann ihr Geld zurück haben. Meine Chefin erklärte ihr dann, dass das auch nicht ginge, weil sie eben mit den Punkten der Karte bezahlt hat und somit den Einkauf umsonst bekommen hat. Und das man die Punkte NICHT mehr zurück auf die Karte buchen kann!“

Wieder 20 Minuten Diskussion. Dann verlangte die Kundin den Geschäftsführer, weil ja Kassierin und Info total unfähig sind und die Arbeit nicht richtig erledigen könnten.

Es kam der  stellvertretende Marktleiter Herr Ruhe. Und auch dieser erklärte der mittlerweile erbosten Kundin das, was ich und die meine Kollegin und meine Chefin ihr auch schon erklärt hatte. Die Kasse kann nicht splitten und sie kann ihr Geld auch nicht zurückbekommen, weil sie mit Punkten bezahlt hat. Wieder 20 Minuten Diskussion.

Dann verschwand die Kundin endlich, meinte aber noch, dass sie sich über unsere Unfähigkeit und unsere Inkompetenz beschweren würde.

Sie hat dann auf der Hotline unseres Konzerns angerufen und sich da wohl auch über die Unfähigkeit und Inkompetenz beschwert und die Hotline hat ihr genau das Selbe erklärt, wie wir. Wir bekamen halt nur Rückmeldung ins Kassenbüro, dass wir zwar alles richtig gemacht hätten, aber das den Kunden in Zukunft doch bitte noch freundlicher und höflicher erklären sollten.

 

Manchmal fragt man sich echt, ob die Kunden ihr Gehirn im Auto auf dem Parkplatz vergessen!

 

Stine die Biene