Ladendiebstahl #1

Heute schreibe ich mal über ein eher dunkles Kapitel, was aber jeder Einzelhändler kennt – Ladendiebstahl. Auch bei uns kommt sowas – mal mehr und mal weniger – vor. 4 Geschichten zu diesem Thema kann ich euch auf jeden Fall nach und nach erzählen. Die Heutige spielte sich im Jahre 2015 ab, kurz nachdem ich angefangen habe, bei uns zu arbeiten. Ich hatte zu dem Zeitpunkt frei, aber die Geschichte sorgte noch die ganze restliche Woche für Gesprächsstoff unter den Angestellten.

Es war zwischen 19 und 20 Uhr als ein junges Paar (Beide ca. um die 20 Jahre) mit ihren kleinen Baby (ca. 6 Wochen) zu uns in den Laden kamen. Sie fielen von Anfang an auf, da sie nicht ganz nüchtern waren. Die fingen also ganz normal an einzukaufen und zwischendurch verschwanden immer wieder Sachen in dem Maxi-Cosi und in den Taschen und unter den Klamotten der beiden Erwachsenen.

Der Ladendetektiv war immer hinter ihnen her und beobachtete alles bis sie an der Kasse standen und da nur das aufs Band packten, was offen im Wagen lag. Der Rest wurde verschwiegen und gleich nach dem Bezahlen erfolgte der Zugriff.

Die beiden wurden mit Baby und einem 2. Detektiv in unsere Zentrale begleitet und der Marktleiter wurde auch dazu gerufen. Neben Alkohol und Zigaretten wurden auch Markenklamotten und teure Perfüms, sowie Babynahrung und diverse andere Sachen hervorgezaubert.

Aber anstatt sich reumütig zu geben, fingen die beiden an, aggressiv zu werden, Beleidigungen auszuspucken, Drohungen auszusprechen und sie wurden dann gegenüber dem Detektiv gewalttätig. Als dann noch ein Messer zum Vorschein kam, war Ende im Gelände.

Die Polizei war schon vorher verstädnigt worden und kam zum Glück in dem Moment in die Zentrale. Dann ging es richtig rund, denn der Mann des Paares griff auch noch die Polizei an. Da eine deutliche Alkoholfahne im Raum stand, kam es auch noch in der Zentrale zu Schnelltest, welche bei beiden Erwachsenen nicht nur Alkohol in höhreren Werten, sondern auch noch Drogen nachwiesen. Dazu sprachen die Einstichstellen an Mann und Frau Bände.

Es wurde also von der Polizei auch gleich noch das Jugendamt hinzugerufen. Die beiden Erwachsenen mussten mit der Polizei mit und das Baby wurde dem Jugendamt übergeben, da hier eindeutig eine Kindeswohlgefährdung vor lag.

Das war auf jedenfall eine Aktion, die sogar meinen Kollegeinnen und mir die Sprache verschlagen hatte und wir uns fragte, wie tief man sinken kann.

Stine die Biene

 

Kunden und ihre Eigenarten #1

Es gibt Kunden die bleiben einem im Gedächtnis – mal positiv, mal negativ – und heute will ich mal von so einer Kundin erzählen. Ich nenne sie Frau Verwirrt. Warum? Das könnt ihr gleich nachvollziehen.

 

Ich musste Spätschicht von 16-20 Uhr arbeiten. Kurz nach 16 Uhr – es war zu dem Zeitpunkt ruhig im Laden) steht eine ältere Frau mit langen grauen Haaren bei mir an der Kasse und kauft 1 Set mit 5 Paar Socken für 5,99€. Das übliche Kundengespräch und ich frage sie auch nach der SDP-Karte. Sie weiss nicht, was das ist uns lässt es sich von mir erklären. Dann weise ich auf einen Informationtisch 2 m von meiner Kasse entfernt, wo sie die Unterlagen und das Antragsformular für diese Karte bekommt. Soweit, sogut. Sie geht da auch hin und nimmt sich Unterlagen. Weiter verfolge ich das Ganze nicht, da ich neue Kunden habe.

 

Ca. 7 Minuten später steht Frau Verwirrt wieder an meiner Kasse und hält einen Hackenprosche in der Hand (für alle, die nicht wissen, was das ….Hackenporsche ) von dem ein Rad ab ist (vermutlich nicht richtig festgesteckt) und sie meint zu mir: „Der ist kaputt. Den müssen sie zurücknehmen“

Ich: Gegen sie bitte mal zur Kollegin an die Kundeninfo. Die kann Ihnen weiterhelfen“ Da ich nicht wusste, wo der Hackeporsche so plötzlich her kommt und sie ja nur Socken gekauft hat, kann ich da nichts machen.

5 Minuten später. Frau Verwirrt steht da wieder und hält mir den Hackenporsche vor die Nase. Diesmal hat sie beide Räder in der Hand und meint:“ Den haben Sie mir gerade verkauft. Der ist kaputt. Den will ich nicht“

Ich: “ Tut mir leid. Sie haben bei mir gerade nur Socken gekauft. Gehen sie doch bitte zur Kollegin an die Kundeninfo. Die kann Ihnen da eher weiterhelfen.“

Kundin verschwindet…..und ist wieder in den Laden rein und rennt nun von „innen“, also aus dem Verkaufsraum kommend auf meine Kasse zu, schubst eine andere Kundin, die gerade anfängt aus ihrem Einkaufswagen aufs Band zu packen, mit voller  Wucht zur Seite (Das die kleine und zierlich Frau nicht Kopfüber im Einkaufswagen hing war alles), hält in der einen Hand den Hackenporsche und in der anderen die 2 losen Räder und schreit mich an: “ Sie sind unverschämt. Den haben sie mir gerade verkauft und der ist kaputt. Ich will den nicht mehr.“

Ich: „Dort vorne ist die Kundeninfo. Bei mir haben Sie gerade nur Socken gekauft, aber nicht den Einkaufsroller. Gehen sie bitte zur Kollegin und klären sie dort, was mit dem Teil ist und ob sie es zurück geben können.

Frau Verwirrt läuft hochrot an und brüllt wieder los, dass das Teil kaputt ist und sie den nicht haben möchte. Die Kundin dahinter schüttelt nur noch den Kopf….bevor ich etwas sagen kann, kommt Frau Bach von der Kundininfo (die eigentlich nur die Einkaufskörbe der Kunden von den Kassen wegräumen möchte und hört das Gebrüll der Kundin.

Ich zu Frau Verwirrt: „Da ist meine Kollegin von der Kundeninfo. Die kann Ihnen weiterhelfen.

Meine Kollegin hat sie dann auch mitgenommen. Soviel ist im nachinein erfahren habe, hatte sie den Hackenporsche nicht bei uns gekauft. Allerdings hat Frau Bach erstmal beide Räder richtig festgesteckt und die Kundin dann verabscheidet. Was weiter passiert ist und wo Frau Verwirrt dann abgeblieben ist, haben wir alle nicht mehr mitbekommen.

 

Stine die Biene

Die „Unfähigkeit“ der Kassiererin

Manchmal kann man Kunden Sachen erklären – nicht 1 mal, sondern mindestens 20 Mal – und sie meinen immer noch, das die Kassiererin total unfähig ist. Heute mal eine Geschichte dazu.

Es gab bei uns eine Treuepunkteaktion. Viele sollten das eigentlich kennen. Für alle anderen, erkläre ich es kurz. Wenn man für mindestens 5 Euro einkauft, bekommt man einen Treuepunkt. Wenn man für 20 Euro einkaufen, bekommt man 4 Punkte ect. Diese klebt man in ein Treueheft und wenn das voll ist, kann man es eintauschen. Manchmal gibt es Gartensachen, manchmal Taschen, manchmal Töpfe, manchmal Besteck usw. Dazu müssen Kunden, die die SdP-Karte (Sammel die Punkte-Karte) haben nur 15 Sticker anstatt 20 aufkleben. Alle Kunden müssen eine kleine Zuzahlung leisten und dann gehört ihnen ein Stück aus dieser Collection.

Leider war auf diesem Sammelheft eine weitere „Bezahlmöglichkeit“ etwas umständlich erklärt. Also: Wer ein Besteckset mit Treueheft kaufen wollte, musste 7,99€ bezahlen. Wenn man dann noch 500 Punkte auf der SdP-Karte hatte, konnte man diese in 5 Euro umwandeln und abziehen lassen und musste dann nur 2,99€ bezahlen. So weit, so gut….oder auch nicht….

Es kam eine Kundin, die für insgesamt 86€ einkaufte. Darunter 6 Besteckstets von den Treuepunkten. Dann meinte sie zu mir: „Und jetzt ziehen Sie mir bitte pro Besteckteil 5€ von der SdP-Karte ab!“

Ich: „Tut mir leid, das kann die Kasse nicht. Entweder kann ich nur die gesamten Punkte abziehen – bis max 86€ – oder nichts.

Kundin:“ Ich möchte aber pro Besteckteil 5 Euro abgezogen haben!“

Ich: „Tut mir leid. Das kann unsere Kasse nicht. Sie kann das nicht unterscheiden und ich kann das auch nicht splitten. Entweder kann ich nur komplett abziehen oder wir müssen die Bestecke raus nehmen und alle einzeln kassieren und für jedes Besteckteil dann die Punkte abziehen!“

…..so ging die Diskussion mindestens 10 Minuten (Gut das es gerade ruhig im Laden war und niemand dahinter stand). Ich habe hier immer wieder versucht zu erklären, dass die Kasse das nicht splitten kann und ich die Punkte nur für den gesamten Einkauf abziehen kann und dass das auf dem Sammelheft ein bißchen blöd erklärt ist.

Nach ca 10 Minuten konnte ich dann die gesamten Punkte für den gesamten Einkauf abziehen, so dass die Kundin nichts mehr bezahlen musste und den kompletten Einkauf umsonst hatte. Anstatt sich darüber zu freuen, maulte Sie mich mit den Worten an: „Ich werde mich jetzt über Ihre Unfähigkeit beschweren!“

Gesagt, getan.

Sie ging zur Kundininfo genau hinter mir und sprach dort meine Kollegin Frau Bach und meine Chefin Frau Gerecht an und meinte dann gleich zur Eröffnung: „Jetzt bügeln sie mal bitte den Fehler aus, den die unfähige Kassierein verursacht hat!“

Beide Damen haben der Kundin geschlagene 30 Minuten versucht, dass zu erklären, was ich ihr auch erklärt habe. Die Kasse kann die Punkte NICHT splitten und die Kassierin ist NICHT unfähig, sondern hat alles richtig gemacht und erklärt.

Nach 30 Minuten wollte die Kundin dann ihr Geld zurück haben. Meine Chefin erklärte ihr dann, dass das auch nicht ginge, weil sie eben mit den Punkten der Karte bezahlt hat und somit den Einkauf umsonst bekommen hat. Und das man die Punkte NICHT mehr zurück auf die Karte buchen kann!“

Wieder 20 Minuten Diskussion. Dann verlangte die Kundin den Geschäftsführer, weil ja Kassierin und Info total unfähig sind und die Arbeit nicht richtig erledigen könnten.

Es kam der  stellvertretende Marktleiter Herr Ruhe. Und auch dieser erklärte der mittlerweile erbosten Kundin das, was ich und die meine Kollegin und meine Chefin ihr auch schon erklärt hatte. Die Kasse kann nicht splitten und sie kann ihr Geld auch nicht zurückbekommen, weil sie mit Punkten bezahlt hat. Wieder 20 Minuten Diskussion.

Dann verschwand die Kundin endlich, meinte aber noch, dass sie sich über unsere Unfähigkeit und unsere Inkompetenz beschweren würde.

Sie hat dann auf der Hotline unseres Konzerns angerufen und sich da wohl auch über die Unfähigkeit und Inkompetenz beschwert und die Hotline hat ihr genau das Selbe erklärt, wie wir. Wir bekamen halt nur Rückmeldung ins Kassenbüro, dass wir zwar alles richtig gemacht hätten, aber das den Kunden in Zukunft doch bitte noch freundlicher und höflicher erklären sollten.

 

Manchmal fragt man sich echt, ob die Kunden ihr Gehirn im Auto auf dem Parkplatz vergessen!

 

Stine die Biene

Die Kassiererin ist an allem Schuld

An manchen Tagen könnte man die Schicht über nur schreiend gegen die Wand rennen. So eine bescheidene Schicht hatte ich mal an einem sehr, sehr vollen Samstag. Ich musste von 8-14 Uhr arbeiten und ab 10 Uhr war der Laden sehr, sehr voll. Um 10 Uhr hatten wir 6 geöffnete Kassen (was zu wenig war) und ab 12 Uhr waren 9 Kassen auf (von insgesamt 13 möglichen) was immer noch zu wenig war. Die Schlangen standen bis in die Textilabteilung. Also mindestens 8 Kunden hinter demjenigen, der gerade bedient wurde.

Gut ich saß an diesem Tag an Kasse 6, welche sehr gut frequentiert ist, weil die direkt am Mittelgang liegt.

Gegen 9 Uhr kam ein Kunde, den ich davor und danach nie gesehen habe. Ein älterer Herr. Er stellte mir einen Soda Stream aufs das Kassenband. Ich muss dazu sagen, dass wir da 4 Modelle verkaufen und eins in dieserWwoche in der Werbung war. Anstatt 99 € sollte es nur 79€ kosten. Gut ich scannte das Teil und die Kasse zeigte 129€ an.

Ich: „Das macht dann 129€ bitte. “

Kunde: „Das kann überhaupt nicht sein. Das kostet 79 €.“

Ich: „Ich rufe mal in der Haushaltswarenabteilung an.“

Im Telefonat sagte mir die Kollegin, dass das das Gerät für 129€ ist und das es richtig ausgezeichnet ist, aber wohl falsch im Regal stand.

Ich zum Kunden: Tut mir leid. Dieser Soda Stream kostet wirklich 129€. Er stand aber wohl falsch im Regal, denn die aus der Werbung befinden sich im Kopfregal am Gang!

Kunde (klatscht mir fast das Gerät rechts und links um die Ohren): „Also hören sie mal. Ich habe ein Anrecht darauf, das die waren korrekt ausgezeichnet und am richtigen Platz am Regal steht. Ich kann ja nichts dafür, wenn die Kassierein zu blöd ist, das richtig ins Regal zu räumen. Ich werde mich über Sie und ihre mangelnden Einräumqualitätet beim Marktleiter beschweren.“

Sprach es, liess den Soda Stream stehen und rauschte wieder zurück in den Laden, um das richtige Gerät zu holen und dann zur Kundeninformation zu gehen, sich dort nochmals über MEINE(!!!!!) Unfähigkeit zu beschweren und dann mit dem Gerät zu verschwinden.

Tja, nur das ich NUR an der Kasse sitze und mit dem Einräumen auf der Fläche überhaupt nichts zu tun habe.

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Ca. 1 Stunde später:

Ein Kunde kommt zu mir an die Kasse und hat ca. 10 Toastbrote dabei. Eins kostet 0,65€.

Kunde: „Kann nicht sein. Am Regal steht 0,33€“

Ich: „OK ich telefoniere mit der Abteilung“

Telefonat mit Herrn Unlust (Leiter der Frischeabteilung): „Oh man können die nie richtig arbeiten. Das war ein Angebot, welches nur am Donnerstag galt. Jetzt muss ich erstmal das Preischild austauschen. Aber gegen Sie dem Kunden seine 0,33€ und gut ist.“

Ich ändere den Preis in der Kasse und erkläre dem Kunden, dass es eigentlich ein Angebot am Donnerstag war und das jemand vergessen hat, die Preis zu ändern, der Abteilungsleiter aber gesagt, hat, dass ich es ihm für 0,33€ verkaufen sollte.

Kunde: „Darauf hätte ich aber jetzt auch bestanden. Schließlich kann ich ja nichts dafür, wenn Sie nicht fähig sind, in der entsprechenden Abteilung für das richtige Preisschild zu sorgen. Schließlich arbeiten sie ja sonst auch hinten ….Ich werde mich beschwerden, über ihre Unfähigkeit.“

(Gedacht: OH man Ich sitze NUR an der Kasse, aber geh dich ruhig beschweren)

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Gegen 12 Uhr rennt eine Kundin auf meine Kasse zu (Nachdem sie an 5 weiteren besetzten Kasse einfach vorbeigerannt ist) und baut sie vor mir auf und keift mich mitten im Kassiervorgang an:

„Der Pfandautomat geht nicht. Ich verlange jetzt sofort, dass sie kommen und dafür sorgen, das er wieder geht.“

Ich: „Ich kann gerne dem Ordnungsdienst Bescheid sagen. Ich selbst sitze nur an der Kasse und habe damit nichts zu tun.“ (greife dabei zum Telefon)

Kundin: „Unverschämtheit. Sie sind einfach nur zu faul aufzustehen und den eben zwischendurch zu entleeren. Ich werde mich beim Marktleiter beschweren!“

(Gedanke: Oh ja bitte mach das. Ich kann hier ja auch schlecht 8 Kunden stehen lassen um eine Tätigkeit auszuführen, die ich noch nie gemacht habe….. Hilfe ich hol mir gleich eine Bratpfanne)

Sie ist, nachdem der Pfandautomat entleert war, wirklich zur Kundeninformation gegangen und hat dort einen Aufstand geschoben, das die Kassierin zu faul war aufzustehen und nur den Ordnungsdienst angerufen hat. Leider stieß sie da auf meine Chefin Frau Gerecht, die ihr erstmal den Marsch geblasen hat. Danke dafür an dieser Stelle.

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Endlich war es 13:56 Uhr und meine Ablösung kam. Ich ziehe also meinen Kassenschnitt, packe meine Sachen zusammen, melde mich ab und begebe mich mit meiner Kassenlade, meinem Körbchen und meinem leeren Getränkeflaschen in Richtung Kassenbüro, während meine Ablösung die Kasse wiedereröffnete und das Kassieren anfing. Ich kam nicht weit….

2 Meter hinter der Kasse trat eine ältere Frau auf mich zu und versperrte mir den Weg.

Frau: „Fräulein, sie machen jetzt sofort eine neue Kasse auf. Ich kann und will hier nicht länger warten.“

Ich: „Tut mir leid. ich habe jetzt Feierabend.“

Frau: „Unverschämtheit. Ich werde mich über ihre Faulheit beschweren“

sprach es und stürmte in Richtung Kundeninfo. Als ich 15 Minuten später aus dem Kassenbüro rauskam und an der Kundeninfo vorbei zum ausstemplen und umziehen ging. Stand die Frau mit unserem stellvertretenden Marktleiter Herrn Ruhe an der Info und zeterte laut über das faule Personal und als sie mich erblickte rief sie ganz laut:

„Da ist das faule Miststück, was keine neue Kasse aufmachen wollte.“

Ich bekam nur noch am Rande mit, das ihr erklärt wurde, das ich Feierabend hätte. Sie muss daraufhin wohl so ausgeflippt sein, das sie von der Security nach draußen gebeten wurde und wohl Hausverbot bekam.

Manchmal frage ich mich echt, was mit den Kunden los ist.

 

Stine die Biene

Kunden und die Regeln des Gewinnspiels

So nach längerer Pause – das Ostergeschäft – geht es hier auch wieder weiter.  Heute geht es mal wieder um ein Gewinnspiel und dessen Regeln.

 

Es gab bei uns mal das Spiel „BINGO“. Man bekommt eine Karte mit 5 Spalten ( „B“, „I“, „N“, „G“ und „O“)n und darunter 5 Zahlen. Täglich werden Zahlen gezogen, die man vergleichen muss und wenn man 5 Zahlen waagerecht, senkrecht oder diagonal hat, hat man BINGO und somit gewonnen. Diese Karten gaben bei uns die Kassiereinnen aus und zwar ab einem Einkaufswert von 10 Euro und auch pro Bon nur eine Karten. Also mit anderen Worten:

Bon über 45,97€ = 1 Bingo-Los

Bon über 325, 88€ = 1 Bingo-Los

Bon über 7,72€ = KEIN Bingolos!!!!

 

Ich hatte also an meiner Kasse eine Frau mit ihrem Kind stehen, welche kaum Deutsch konnte (dem Akzent nach zu urteilen kam sie aus einem Land, welches östlich von Deutschland liegt und kein direkter Nachbar ist) und kauft 4 Artikel für 7,72€. Ich gebe ihr KEIN BINGO-Los mit, denn sie hat ja nicht für 10 Euro eingekauft.

 

Sie geht mit ihrem Kind zu ihrem Mann, der 3 Meter neben meiner Kasse gewartet hat und spricht mit ihm in ihrer Muttersprache. Daraufhin kommt er auf mich zu und meint:

„Du geben BINGO-Los“

Ich: „Tut mir leid, ich kann ihnen kein Los geben, das sie nicht für 10 Euro eingekauft haben!“

Mann: „Du mir geben Los!“

Ich: „Tut mir leid. Sie müssen für mindestens 10 Euro einkaufen, um ein Los zu bekommen!“

Mann: „Ich gekauft 10 Euro. Du geben Los“

Ich : (drucke den Bon nochmals ausgedruckt): “ Sie haben nur für 7,72€ eingekauft. Das Los gibt es erst ab 10 Euro. Tut mir leid“.

Mann: „Ich sprechen Chef“.

Ich:“Kein Problem“.

3 Meter weiter lief gerade unser stellvertretender Marktleiter Herr Ruhe lang, den ich zu mir rief und ihm kurz die Situation erklärte.

Mann: “ Frau geben mir sofort Los“

Herr Ruhe (Nimmt das Paar zur Seite) und erklärt in ruhigem Ton, was ich schon erklärt habe. Es gibt KEIN BINGO-Los, weil nicht für 10 Euro eingekauft wurde.

Mann fängt an rumzubrüllen: „Ich will haben meine Los“

Herr Ruhe….erklärt nochmals ruhig und höflich.

Mann brüllt noch lauter und erste Schimpfwörter mischen sich darunter so nach dem Motte: Hure an Kasse geben mir sofort Los!

Unsere Securitiy kommt mit 3 Mann in den Eingangsbereicht und stellt sich zu dem Paar und Herrn Ruhe.

Mann…wird noch ausfallender und fängt an mit rechtsradikalen Äußerungen um sich zu schmeissen, die ich jetzt NICHT wiedergeben werde!

Herr Ruhe bittet den Mann das Geschäft sofort zu verlassen und erteilt Hausverbot.

Mann brüllt so laut mit Schimpfwörtern und mit rechtsradikalen Äußerungen druch den Laden, das man fast am anderen Ende jedes Wort versteht und er will selbstverständlich SEIN Los haben.

Secruity begleitet die 3 Gestalten dann nach draußen und sorgt dafür, dass sie unser Gelände verlassen.

 

Manchmal frage ich mich echt, wie man denen noch begreiflich machen soll, dass es Regeln gibt und das wir uns daran halten.

 

Stine die Biene

Traurige Momente im Supermarkt #1

Das Ganze spielte sich zu Weihnachten 2015 ab. In unserem Getränkemarkt hatten wir einen Stammkunden -Mitte bis Ende 40 – der jeden Woche 1-2 Mal kam um Getränkekisten zu kaufen. Meistens Wasser und Sprudel, ab und zu auch mal Bier.

Am 23. 12. ist er wieder da und unterhält sich mit meiner Kollegin Beate und gibt Pfandflaschen an. Dabei klagt er über Schmerzen im rechten Bein und das das Bein schon seit Tagen sehr warm ist und er nach Weihnachten mal zum Arzt gehen will.

Dann geht er los um neue Getränkekisten zu holen und kommt genau bis zum 1. Gang und bricht dort zusammen. Unsere Ersthelfer müssen ihn reanimieren und tun dieses auch erfolgreich. Als wir Feierabend haben unterhalten wir uns darüber noch eine Weile im Kassenbüro, weil alle den Stammkunden kannten und ihn sehr mochten.

Am 27. 12. erreicht uns ein Anruf. Der Bruder des Stammkunden. Wir sollten uns bitte nicht wundern, dass das Auto des Kunden immer noch auf unserem Parkplatz stände. Er (also der Bruder) müsse sich erstmal einen Schlüssel besorgen und es wegfahren. Der Bruder sei leider am Heiligen Abend im Krankenhaus an einer Lungenembolie gestorben.

Die Geschichte hat uns dann alle sehr geschockt.

Stine die Biene

Kunden und die Hindernisse des Klobesuches

Mein Artikel heute ist nicht unbedingt was für sanfte Gemüter. Daher etwas Vorsicht beim Lesen.

Ich hatte Frühschicht und musste von 8-12 Uhr arbeiten. Wir sind dann schon um 7:50 im Verkaufsraum und reinigen unsere Kassen. Als erstes hole ich warmes Wasser aus der Behindertentoilette. Alle Toiletten – egal ob für Herren, für Damen oder die kombinierte Toilette für gehandicapte Leute und kleine Windelpupser sind zu dem Punkt sauber, denn unsere Putzfrau – nennen wir sie mal Doris – hat die Toiletten 20 Minuten vorher gründlich gereinigt.

Um 8 Uhr öffnet unser Warenhaus und um 8:03 habe ich eine ältere Kundin (ca zwischen 70 und 75 Jahre) bei mir an der Kasse stehen und sie fragt mich, wo denn unsere Kundentoiletten sind. Ich beschreibe ihr den Weg und gehe dann meiner Arbeit weiter nach.

Gegen 8:15 kommt die Dame wieder vom Klo und geht schnellen Schrittes auf meine Kasse zu und meint so zu mir:

„Also das ginge ja gar nicht. Die Klos wären überhaupt nicht sauber. Da müsste mal dringend eine Putzfrau hingeschickt werden.“

Ich (wundere mich, denn die Klos waren alle sauber und sie war die einzigste Kundin, die diese bisher benutzt hat (man kann sehr gut von der Kasse aus sehen, wer aufs Klo geht und wer nicht) und das Personal hat seine unten im Keller) sagte dann zur Kundin: „Tut mir leid, aber da müssen sie zur Kundeninfo gehen, denn ich habe nicht die Telefonnummer der Putzfrau.“ Gut die Kundin geht weiter zur Info und von dort wird Doris angerufen. Kurz darauf bekommen wir die Info, dass das Damenklo momentan gesperrt ist und die Damen doch bitte auf die Behindertentoilette geschickt werden sollen.

Gegen 9 Uhr taucht eine wutentbrannte Doris (wir beide verstehen uns sehr gut) bei mir an der Kasse auf und erzählt mir mit zornesroten Gesicht folgendes:

Das Klo selbst, die Klobrille, unter der Klobrille, der komplette Spülkasten, der Boden im Klo, die Wände im Klo, der Türgriff innen und außen der Toilettenkabine, der Schlüssel in der Tür, das Waschbecken, der Wasserhahn, der Handtuchspender und sogar die Tür, die insgesamt zur Damentoilette führt waren alle mit (auf Deutsch gesagt) Scheisse beschmiert. Doris hätte fast göbelnd danebengelegen. Die hat geschlagene 35 Minuten gebraucht um alles zu reinigen und zu desinfizieren. Wo meine Kinnlade jetzt saß, kann sich jeder wohl ausmalen.

Das Frechste daran war noch, erst alles selbst dreckig zu machen und sich dann noch zu beschweren, dass die Klos nicht sauber sind.

Wir wissen bis heute nicht, was die Frau da gemacht hat. Wir haben die Dame auch nie wieder gesehen und es war keine Stammkundin. Dafür hat sie es geschafft, Thema des Tages bei uns zu sein und das bei ungefähr 70 Mitarbeitern, die an diesem Tag tätig waren.

Stine die Biene

Kindermund #1

Heute mal eine kleine Epsiode zum Thema Kindermund. Es war an einem Samstag und an der Kasse standen Mutter und ihre ca. 7 Jahre alte Tochter. Das Mädchen hatte eine Zeitschrift in der Hand und eine Packung Süßigkeiten und wollte die von ihrem Taschengeld bezahlen. Dahinter Mutter mit dem Wochenendeinkauf, der den Wagen schon überquellen lies.

 

Nun gut Töchterchen packt ihre Sachen aufs Band und dahinter packt Mutter auf. Töchterchen guckt und die Augen werden immer größer und dann sagt sie:

„Mama…soviel kann ich aber gar nicht bezahlen. Soviel Geld habe ich gar nicht.“

Mutter (muss aufpassen nicht in Lachen auszubrechen): Nein, nein. Keine Angst. Du bezahlst Deine Sachen und ich unseren großen Einkauf“.

Sprach es aus und legte einen Warentrenner dazwischen. Große Erleichterung bei Töchterchen.

So einfach kann man Probleme lösen, Kinder glücklich machen und der Kassiererin ihre Schicht versüßen.

Stine die Biene

Susi und die Hindernisse des Gewinnspieles

Heute soll es in meinem Beitrag um eine Kollegin gehen – nennen wir sie mal Susi – wo ich mich frage, ob sie nicht richtig zuhören kann oder ob sie ihrer Haarfarbe (blond) alle Ehre macht. Vielleicht könnt ihr mir ja die Antwort geben, wenn ihr diesen Beitrag gelesen habt.

 

Kurz zur Vorgeschichte. Mein Arbeitgeber denkt sich mit unter ganz nette Aktionen für die Kunden aus. Diese Aktion gab es 2016 und gleich 2017 nochmals, weil sie bei den Kunden super ankam. Jeder Kunde – egal ob er eine Cola für 1,20€ oder den Fernsehen für 799,-€ gekauft hatte – durfte an der Kasse knoblen (jeder einen Versuch pro Bon) und wer einer 3er-Pasch hatte (also 3 mal die gleiche Zahl) bekam einen Gutschein über die Höhe seines Einkaufwertes. Damit nicht gemogelt werden konnte, mussten die Kassierer/Innen mit kompletten Vor- und Zunamen (in meinem Fall also Stine die Biene) unterschreiben. Darüber hatte meine Chefin, die Kassenleitung, – nennen wir sie mal Frau Gerecht – jeden im Kassenbüro  aufgeklärt und das nicht nur einmal, sondern es vor jeder Schicht nochmals wiederholt. Es sollten also alle darüber im Bilde sein….eigentlich.

 

Meine Schicht am Samstag war eine kurze Schicht und ging von 10-14 Uhr. Ab 12 Uhr stand Susi an der Kundeninformation – ihr 2. Arbeitstag in dieser Woche. In der Zeit zwischen 10 und 12 Uhr hatte ich ungefähr 3 Gewinner und alles lief problemlos.

 

12:10: Ein Ehepaar an meiner Kasse knobelt und gewinnt. Ich erkläre ihnen, dass sie jetzt mit den unterschriebenen Bon zur Kundeninfo müssen und das meine Kollegin ihnen einen Gutschein ausstellt und dann unterschreibe ich den Bon.

12: 12: Meine Telefon an der Kasse klingt. Susi von der Kundeninfo.

Susi: „Du Frau die Biene, warum hast du den Bon unterschrieben?“

Ich: „Na weil die Kunden gewonnen haben.“

Susi:“ Ach und jetzt?“

Ich: „Susi du musst jetzt einen Gutschein ausstellen, weil die Kunden einen 3-er Pasch hatten.“

Susi: „Ja OK!“

 

12:30: Die nächsten Kunden haben Glück und gewinnen. Gleiches Vorgehen wie um 12:10…..

12: 32: Mein Telefon klingelt und ich konnte mir jetzt schon denken, wer mich beim scannen stört….

Susi: „Ja Frau die Biene warum ist dieser Bon unterschrieben?“

(Ich war kurz davor die Kollegin durch das Telefon zu ziehen und war kurz am überlegen, ob mein Kopf bei soviel Blondheit nicht auf Kassenband knallen soll)

Ich: „Susi, die Kunden haben gewonnen“

Susi:“Hatten die einen Pasch?“

Ich :“Ja Susi und nun musst du ihnen den Gutschein ausstellen.“

Susi: „Ja in Ordnung!“

 

12:55: die nächsten Kunden gewinnen (falls sich jemand wundert…in 4 Stunden haben 9 Kunden gewonnen)

So und bevor die liebe Susi mich jetzt weiter von der Arbeit abhält, habe ich dann nicht nur meine Unterschrift drunter gesetzt, sondern auch noch 3xdie 1 dazugeschrieben. Für die restlichen Gewinner klingelte dann kein Telefon mehr.

 

Entweder hatte Susi es kapiert oder meine Chefin Frau Gerecht, die zwischendrin mit an der Info stand, hatte es ihr mittlerweile aufgemalt oder vorgetanzt……Keine Ahnung.

 

Stine die Biene

Alles Nichts Oder? – Kunden und Plastik

Diese Szene wiederholt sich ja eigentlich wöchtenlich an der Kasse – manchmal häufiger und manchmal auch mal einen Monat gar nicht – und immer in unterschiedlichen Konstellationen und alle meine Kollegen/innen werden sie so oder so ähnlich kennen. Das Thema „Plastik“. Mal sind es Päarchen (mal jünger, mal älter), mal Eltern mit ihren Kindern, mal Studenten, mal Rentner…..aber DAS was gleich kommt, passiert leider immer vielen (alle kann ich zum Glück nicht sagen).

Also wie vermutlich viele wissen, ist Plastik nicht das Nonplusultra für unsere Umwelt. Ich will jetzt hier aber keine Umweltdiskussion anführen, sondern nur die folgende Szene einleiten.

Ein Samstag Vormittag an der Kasse. Vater und Sohn erledigen den Wochenendeinkauf. Vater ca. Mitte 40 und Sohn ca 10 Jahre alt.

Vater packt die Sachen in den Einkaufswagen und fragt mich dann, wo wir die Tüten haben.

Ich: „Am Ende des Kassenbandes im Regal.“

Vater: „Felix-Malte * hol doch mal bitte 2 Tüten.“

Sohn greift nach den Plastiktüten, welche am Ende des Kassenbandes hängen

Vater: „Nein die Tüten aus Papier“….Sohn sucht und findet nichts. Vater geht selbst nach hinten und nimmt 2 Papiertüten aus dem Regal und reicht sie mir zum scannen.

Sohn: „Papa warum nicht aus Plastik“

Vater: „Weisst du Felix-Malte Plastik ist nicht gut für die Umwelt.“

Sohn: „AHA“

 

Ich denke mir dann so: Oh prima…mal einer der mitdenkt……bis mein Blick über die Artikel auf dem Kassenband schweift….

….Brot in Scheiben geschnitten und in Plastik eingepackt

….2 in Plastik abgepackte und fertig geschnibbelte Salate

…..3 Mal Wurst in Scheiben geschnitten und in Plastik verpackt

….3 mal Käse in Scheiben geschnitten und in Plastik abgepackt

….Süßigkeiten in Plastikverpackung

…..mehrere Joghurts in Plastikbehältern

…..Ananasscheiben fertig geschnitten und in Plastik verpackt

Die Reihe kann jetzt endlos vorgeführt werden. Einzig und allein die regionale Tageszeitung und die überegionale mit den 4 Buchstaben waren NICHT in Plastik eingepackt.

Da machen ehrlich gesagt, die beiden Tüten den Kohl auch nicht mehr fett. Wenn man da schon drauf achten will, dann sollte man das bei JEDEM Produkt tun und nicht erst bei den Tüten an der Kasse.

Eure Stine die Biene

 

*Vorname des Kindes wurde selbstverständlich verändert